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Hintergrundbild Epoche

Varieté, Kabarett und Revue


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März 1932: Halsbrecherische Turmseil-Akrobatik unter der Kuppel des Berliner Wintergartens!
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Liesl Karlstadt und Karl Valentin
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Micki-Maus-Revue im Janaur 1931 in Berlin.
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Otto Reutter
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Plakat, das 1912 für ein Programm mit Otto Reutter wirbt

Zur kulturellen Blüte in der Zeit der Weimarer Republik gehörte auch eine Vielfalt an Unterhaltungstheatern. Man ging ins Varieté, ins Kabarett oder in die Revue.

Varieté

In einem Varieté werden auf einer Bühne Artistik und Akrobatik in einem wechselnden Programm gezeigt. Dazu gehören z. B. Jonglieren, Zauberkunststücke, Clownereien, Pantomime oder Seilakrobatik. Typisch für ein Varieté ist auch, dass Speisen und Getränke im Zuschauerraum serviert werden.

In Deutschland gab es erste Varietés um 1890, seine Blütezeit hatte es bis etwa 1930. Besonders beliebt waren damals komische Darbietungen und Kraftmenschen. In Berlin ging man in die "Scala", das "Plaza" oder den "Wintergarten".

Kabarett

Komisch und gesellschaftskritisch gibt sich das Kabarett. Häufig benutzen die Kabarettisten Satire, Parodie und Ironie. Sie führten Sketche auf, also kurze lustige Szenen. Es wurde auch gesungen im Kabarett, und zwar meist "Couplets". Das sind witzige Lieder mit einem immer wiederkehrenden eingängigen Refrain. In Berlin war Otto Reutter berühmt für seine Couplets, von denen er mehr als 1000 geschrieben haben soll.

Kabarett-Stars der Weimarer Republik waren Werner Finck und Hans Deppe, die "Die Katakombe" in Berlin gründeten. Andere Berliner Kabarett-Theater waren die "Wilde Bühne", das "Tingel-Tangel-Theater", "Schall und Rauch" oder das "Café Größenwahn". In München wurde Karl Valentin berühmt. Ab 1915 leitete er dort das Kabarett "Wien-München". Er drehte auch zahlreiche Kurzfilme von seinen Sketchen, meist begleitet von seiner Partnerin Liesl Karlstadt.

Revue

Die Revue hatte ihre Blütezeit in den 1920er Jahren. Auch hier wurden einzelne "Nummern" gezeigt, jedoch vor allem aus den Bereichen Musik und Tanz. Ein Motto verband die Darbietungen, die Ausstattung war üppig, sowohl was das Bühnenbild und die Technik als auch was die Kostüme betraf.  Bekannte Berliner Revue-Theater waren das Große Schauspielhaus (heute Friedrichstadtpalast) und der Admiralspalast.

Neben der reinen Unterhaltungsrevue entstand in den 1920er Jahren auch die politische Revue. Erwin Piscator zeigte seine Revue "Roter Rummel" vor den Reichstagswahlen 1924 als Wahlveranstaltung der KPD, die Revue "Trotz alledem" wurde 1925 zur Eröffnung des Parteitages der KPD gezeigt. Eine bekannte Band wurde die Weintraub Syncopators unter der Leitung von Stefan Weintraub. Ihre Shows waren legendär, denn die Musiker wechselten während eines Stücks nicht nur die Instrumente, sondern auch die Kleidung. Sie ahmten Tiere nach oder spielten auf Küchenutensilien.

Beispiel eines Couplets (gesprochen: Ku-plee) von Otto Reutter:

Mir ham se als jeheilt entlassen
Ick falle uff bei groß und klein,
ick hab nich viel in meinem Hirne.
Mit mir soll's nicht ganz richtig sein.
Man sagt, ick hätt ne weiche Birne.
Zum Irrenhaus bracht man mich hin.
Da war'n schon Stücka 6 Insassen.
Die sechse, die sind heut noch drin.
Mir ham se als jeheilt entlassen.

Hier hörst du die Weintraub Syncopators mit "Ich küsse Ihre Hand, Madame" von 1928 (Quelle: archive.org):



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