WERBUNG
WERBUNG
 
 
 
 
Hintergrundbild Epoche

Gewaltbereitschaft - Kampfverbände


0
Die SA marschiert in Berlin-Spandau auf (1932).
1
Frontsoldatentag des Stahlhelms am Flughafen Berlin-Tempelhof im September 1932. 150.000 Soldaten nahmen teil. Hier sind sie beim "Treueschwur" zu sehen.
2
Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold bei einem Treffen in Brandenburg mit 10.000 Teilnehmern. Mai 1928.
3
Postkarte des Reichsbanner Schwarz - Rot - Gold von 1925
4
Reichstreffen des Rotfrontkämpferbundes im Juni 1927 in Berlin-Wedding. Vorne marschieren Ernst Thälmann (link) und Willy Leow (rechts).

Gewalt als Mittel zur Lösung war während der Weimarer Republik vielfach akzeptiert. Nicht nur das Militär, die Reichswehr, besaß nach wie vor hohes Ansehen im Volk. Sogar die einzelnen Parteien hatten ihre eigenen oder ihnen nah stehende Kampfverbände und Parteiarmeen. Die KPD hatte den Rotfrontkämpferbund, die SPD das "Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold", die DNVP den Stahlhelm und die NSDAP die SA (Sturmabteilung).

Kampfverbände

Diese Kampfverbände traten uniformiert und wie eine Armee auf. Man nennt dies auch "paramilitärisch", das heißt es gab sie neben (griechisch = para) dem Militär des Staates (der Reichswehr). Handgreiflichen Auseinandersetzungen ging man nicht aus dem Weg, im Gegenteil, man suchte sie sogar. Die Verbände traten auch zu Wahlveranstaltungen auf, marschierten durch die Straßen und zeigten sich bei politischen Veranstaltungen.

Wer und wie?

Viele der Mitglieder waren ehemalige Soldaten, die im Ersten Weltkrieg gekämpft hatten. Rund 5 Millionen dieser Soldaten waren nach Deutschland zurückgekehrt und suchten je nach politischer Gesinnung nun Halt in diesen Kampfverbänden. Auffällig ist, dass trotz der so unterschiedlichen Gesinnung zum Beispiel SA, RFB und Reichsbanner alle hierarchisch in Ortsgruppen und Gaue gegliedert und uniformiert waren und alle Aufmärsche und Fackelumzüge absolvierten. Alle besaßen Jugendverbände.

Der Stahlhelm

Schon im Dezember 1918 war der "Stahlhelm" gegründet worden. Er nannte sich auch "Bund der Frontsoldaten", war also für ehemalige Soldaten gedacht. Er war offiziell überparteilich, stand aber der rechtsnationalen und republikfeindlichen DNVP nah. Vor allem ab 1928 trat man offen demokratiefeindlich und antisemitisch auf. Man verstand sich als Hilfstrupp der Reichswehr, die wegen der Bestimmungen des Versailler Vertrags nur aus 100.000 Mann bestehen durfte. Der Stahlhelm hatte 1930 mehr als 500.000 Mitglieder. Er war der zweitstärkste Kampfverband nach dem Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold (siehe unten).

Die SA der NSDAP

Die SA war besonders brutal und schüchterte die politischen Gegner besonders stark ein. Waffenlager wurden eingerichtet und bewaffnete Schlägertrupps wurden ausgebildet. Bei Versammlungen der NSDAP wurden die Gegner nicht eingelassen, bei deren Versammlungen störte die SA massiv die Treffen. Hitler hatte Hakenkreuzfahnen entworfen, mit denen die Truppen, die wie eine Armee organisiert war, durch die Städte marschierten oder in Kolonnen durch die Straßen oder über Land fuhren. Sie demonstrierten Einigkeit und Stärke.

Die SA-Männer waren uniformiert und trugen braune Hemden und Hosen mit Schaftstiefeln, Koppel und Schulterriemen sowie eine Armbinde mit Hakenkreuz. 1925 gehörten der SA etwa 3600 Männer an, 1930 waren es 60.000, Anfang 1933 sogar 400.000 Mitglieder. Im April 1932 wurde die SA verboten, doch schon im Juni wurde das Verbot unter dem Druck der Nationalsozialisten durch den neuen Reichskanzler Papen wieder aufgehoben.

Das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold

Im Februar 1924 wurde das Reichsbanner Schwarz-Rot-Gold gegründet. Schwarz-Rot-Gold waren die Farben der Republik und für diese wollte man einstehen und sie schützen. Das Reichsbanner war der größte Verband mit rund 3 Millionen Mitgliedern im Jahr 1932. Es war der Verband vor allem der Sozialdemokraten, allerdings hatten auch Anhänger der Zentrumspartei und der DDP das Reichsbanner mitgegründet.

Das Reichsbanner kämpfte sowohl gegen Kommunisten als auch gegen Nationalsozialisten. Im Dezember 1931 schloss sich das Reichsbanner mit SPD, Gewerkschaften, Angestelltenbund und Turnerbund zusammen zur "Eisernenn Front". Diese sollte ein Gegengewicht darstellen zur "Harzburger Front" der demokratiefeindlichen Nationalisten.

Der Rote Frontkämpferbund (RFB) der KPD

Im Juli 1924 gründete auch die KPD ihren eigenen Kampfverband. Dieser wurde ebenfalls militärisch organisiert. Man marschierte auf, kämpfte insbesondere gegen die SA und führte kriegerische Planspiele durch. Der Aufbau folgte einer strengen Hierarchie. Einmal im Jahr gab es zu Pfingsten ein Reichstreffen, regional fanden die "Rote Frontkämpfertage" statt. Der RFB wurde im Mai 1929 verboten und verlor damit an Bedeutung.


WERBUNG
WERBUNG
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert von: