WERBUNG
WERBUNG
 
 
 
 
Hintergrundbild Epoche

Was ist Erfüllungspolitik?


0
Das Bild zeigt Kanzler Joseph Wirth, dessen Kabinett den Londoner Zahlungsplan annahm.

Nach der Unterzeichnung des Versailler Vertrages wollten die Alliierten festlegen, welche Summe das Deutsche Reich an Reparationen zu zahlen hatte. Dies geschah schließlich mit dem "Londoner Zahlungsplan", denn in London hatten sich die Verbündeten 1921 zu Verhandlungen darüber getroffen.

Sechs Tage Frist

Obwohl die Summe mit 132 Milliarden Goldmark niedriger war als die im Januar genannte von 226 Milliarden, erschien sie den Deutschen immer noch viel zu hoch. Die deutsche Regierung hatte 50 Milliarden vorgeschlagen. Nun setzte man Deutschland aber eine sehr enge Frist von nur sechs Tagen, den Plan anzunehmen. Anderenfalls würde man ins Ruhrgebiet einmarschieren.

Ein neuer Kanzler

Die Regierung unter Kanzler Fehrenbach konnte keine Einigkeit erzielen und trat zurück. Joseph Wirth wurde neuer Kanzler. Seine Regierung nahm den Zahlungsplan an, obwohl auch die ihn als ungerecht empfand. Indem man die Forderungen erfüllte, wollte man zeigen, dass sie praktisch nicht umsetzbar waren, weil die deutsche Wirtschaft dazu nicht in der Lage war.

Plan erfüllt?

Damit begann eine Phase der Erfüllungspolitik. Politiker, die sich dafür besonders einsetzten wie der Minister für Wiederaufbau Walther Rathenau und der ehemalige Finanzminister Matthias Erzberger, wurden von rechten Kreisen als "Erfüllungspolitiker" bezeichnet und beschimpft. Beide wurden von einer nationalistischen Terrororganisation ermordet.


WERBUNG
WERBUNG
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert von: