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Hintergrundbild Epoche

Rosa Luxemburg


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Rosa Luxemburg, um 1915
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Clara Zetkin (links) und Rosa Luxemburg, um 1920
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Rosa Luxemburg
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Deckblatt und Logo der "Roten Fahne" vom 23. November 1918
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Die Beisetzung von Rosa Luxemburg am 13. Juni 1919

Rosa Luxemburg wurde am 5. März 1871 als fünftes Kind einer jüdischen Familie geboren. Ihre Familie lebte zunächst im Weichselland, dem westlichsten Teil des russischen Zarenreiches, und zog dann um nach Warschau. Rosa wurde Mitglied in der polnischen Arbeiterpartei "Proletariat", die nach einem Massenstreik verboten worden war und nur noch im Untergrund agierte.

Rosa geht nach Zürich und Berlin

Nach dem Abitur, das Rosa mit Auszeichnung bestand, musste sie fliehen, weil ihre Mitgliedschaft in der Partei bekannt geworden war. Sie ging nach Zürich, wo sie mehrere Fächer studierte, darunter Wirtschaft, Politik und Geschichte. Weiterhin engagierte sie sich gegen Monarchie und Kapitalismus.
1898 heiratete sie Georg Lübeck, einen Schlosser. Durch diese Scheinehe erhielt sie die deutsche Staatsbürgerschaft. Sie ging nach Berlin, wo sie der SPD beitrat. Die deutsche Sozialdemokratie galt zu jener Zeit als die fortschrittlichste der europäischen Arbeiterparteien. Dort wollte Rosa hin.

Arbeit in der SPD

Die Mehrheit der SPD hatte sich inzwischen aber von den revolutionären Ideen abgewandt und trat für Reformen ein. Rosa Luxemburg trat jedoch weiterhin für Klassenkampf und Revolution ein und wurde so zur Wortführerin des linken Flügels der SPD. In der Leipziger Volkszeitung veröffentlichte sie zahlreiche Artikel, in der sie die Revisionisten der SPD, also die Reformanhänger, immer wieder genauso angriff wie Kapitalismus und Imperialismus.

Immer wieder Gefängnis

1903 wurde sie wegen Majestätsbeleidigung zu drei Monaten Gefängnis verurteilt. Sie hatte über Kaiser Wilhelm II. gesagt: "Der Mann, der von der guten und gesicherten Existenz der deutschen Arbeiter spricht, hat keine Ahnung von den Tatsachen." 1906 erfolgte eine weitere Verurteilung wegen "Anreizung zum Klassenhass".

Ab 1907 unterrichtete sie an der SPD-Parteischule Marxismus und Ökonomie (Wirtschaftslehre). Massiv setzt sie sich gegen einen drohenden Krieg ein. 1913 rief sie sogar zu Befehlsverweigerung auf: "Wenn uns zugemutet wird, die Mordwaffen gegen unsere französischen oder anderen ausländischen Brüder zu erheben, so erklären wir: Nein, das tun wir nicht!" Wieder wurde sie verurteilt – zu einem Jahr Haft. Im Februar 1915 trat sie ihre Strafe im Berliner "Weibergefängnis" an.

Die Gruppe Internationale

Am 5. August 1914, nachdem die SPD den Kriegskrediten zugestimmt hatte, gründete Rosa Luxemburg mit einigen anderen Parteigenossen aus Protest die "Gruppe Internationale". Nach ihrer Haft wurde sie nur wenige Monate später erneut verurteilt. Die meiste Zeit davon saß sie in Breslau ab. Aus der Haft heraus schrieb sie viele Briefe und verfasste weitere Schriften.

Spartakus

1916 verfasste die Gruppe Internationale, insbesondere Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht, politische Briefe, die sie mit "Spartacus" unterzeichneten. Sie mussten vorsichtig und im Geheimen arbeiten, denn diese Briefe waren nicht erlaubt (illegal). Im Volksmund wurde die Gruppe nach diesen Briefen bald Spartakusgruppe genannt. Daraus wurde schließlich der Spartakusbund. Als die SPD sich im April 1917 spaltete, schloss sich der Spartakusbund der USPD an und bildete innerhalb dieser eine Untergruppe.

Die Rote Fahne

Gerade zum Ausbruch der Novemberrevolution war Rosa Luxemburg aus der Haft in Breslau entlassen worden und traf nun in Berlin ein. Gemeinsam mit Karl Liebknecht gab sie nun "Die Rote Fahne" heraus.
Der Reichsrätekongress stimmte im Dezember 1918 für parlamentarische Wahlen. Luxemburg und Liebknecht war das Rederecht dort verweigert worden.
Nach den Weihnachtsunruhen verließ die USPD die Übergangsregierung.

Gründung der KPD

Am 1. Januar 1919 gründeten die Spartakisten mit anderen linksrevolutionären Gruppierungen die KPD. Rosa Luxemburg verfasste das Parteiprogramm und empfahl, an den Parlamentswahlen teilzunehmen. Dies lehnte die Mehrheit ihrer Parteigenossen jedoch ab.

Im Januaraufstand ab dem 5. 1. 1919 unterlagen die Arbeiter und damit auch die KPD und ihre Anhänger. Die Unruhen wurden gewaltsam niedergeschlagen. Karl Liebknecht war in den "Revolutionsausschuss" eingetreten und hatte mit über das weitere Vorgehen beraten und um Unterstützung bei anderen Freiwilligenregimentern geworben – vergeblich. Rosa war gegen das Vorgehen gewesen. Tatsächlich mussten die Spartakusführer nun untertauchen. Schon im Dezember 1918 hatte es Aufrufe zum Mord an ihnen gegeben. Freikorps wurden von der Antibolschewistischen Liga bezahlt, die Spartakisten aufzuspüren und zu ermorden.

Der Mordkomplott

Luxemburg und Liebknecht waren in einer Wohnung in Berlin-Wilmersdorf, als sie am 15. Januar 1919 festgenommen wurden. Sie wurden dem Freikorps "Garde-Kavallerie-Schützen-Division" übergeben, ins Hotel Eden gebracht und dort verhört und misshandelt. Der Kommandant Waldemar Pabst gab schließlich den Befehl sie zu ermorden.
Als Rosa durch einen Seiteneingang hinaustrat, wurde sie von dem Freikorps-Mitglied Runge mit einem Gewehrkolben niedergeschlagen. Schwer verletzt sollte sie nun in einem Wagen abtransportiert werden. Kurz vor Abfahrt sprang der Leutnant Souchon auf und erschoss Rosa Luxemburg mit einem Schuss in die Schläfe. Ihre letzten Worte waren: "Nicht schießen!" Es sollte so aussehen, als wäre sie von der aufgebrachten Menge vor dem Hotel ermordet worden.

Ihre Leiche wurde in den Landwehrkanal geworfen. Erst Ende Mai wurde ihre Leiche geborgen und schließlich neben der von Karl Liebknecht beigesetzt.

Die beiden Ausführenden des Mordes Runge und Souchon wurden nur zu geringen Haftstrafen verurteilt. Die Verantwortlichen, die den Mord in Auftrag gegeben hatten, wurden nie zur Verantwortung gezogen.

Wofür stand sie ein?

Rosa Luxemburg trat für einen demokratischen Sozialismus ein. Auf der einen Seite grenzte sie sich vom Reformismus ab, dem die Mehrheit der SPD zustimmte – sie wollte Veränderungen durch Revolution, nicht durch Reformen. Auf der anderen Seite kritisierte sie auch den Leninismus. Das Volk sollte bestimmen und nicht einige wenige. Sie war für allgemeine Wahlen und für die Pressefreiheit. Eindeutig bezieht sie Position in ihrem wohl berühmtesten Zitat: "Freiheit nur für die Anhänger der Regierung, nur für die Mitglieder einer Partei - mögen sie noch so zahlreich sein - ist keine Freiheit. Freiheit ist immer Freiheit der Andersdenkenden, sich zu äußern."

In der DDR wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht wie Staatshelden verehrt. Den Sozialismus, wie er dort praktiziert wurde, hätte Rosa Luxemburg aber wohl abgelehnt, wenn sie ihn hätte erleben können.


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