Wissenschaft: Die Forschung nimmt Fahrt auf

Deutsche Nobelpreisträger

Mit dem Ansehen Deutschlands in der Welt war es nach dem Ersten Weltkrieg nicht besonders gut bestellt. Dass sich dies wieder änderte, war auch den deutschen Wissenschaftlern zu verdanken. Von den 36 Nobelpreisträgern der Naturwissenschaften zwischen 1919 und 1933 ging jeder dritte Preis an einen deutschen Forscher.
 

Nobelpreisträger aus Deutschland

Schon 1918  gingen zwei Nobelpreise nach Deutschland. Max Planck erhielt 1918 den Nobelpreis für Physik für die Entdeckung der Planck-Konstante in der Quantenphysik, als dessen Vater er gilt. Fritz Haber erhielt den Nobelpreis für Chemie für ein Verfahren zur Synthese von Ammoniak. Damit konnte Stickstoffdünger nun in großen Mengen hergestellt werden.

Die bekanntesten Preisträger dürften Albert Einstein und Werner Heisenberg sein, die 1921 bzw. 1932 den Nobelpreis für Physik erhielten. Einstein bekam den Preis übrigens nicht für die berühmte Relativitätstheorie, sondern für die Entdeckung des Gesetzes des photoelektrischen Effekts. 1925 durften Gustav Hertz und James Franck den Preis entgegennehmen.
 

Konservative Wissenschaftler

An den Universitäten herrschte überwiegend ein konservativer Geist. Die meisten Hochschullehrer waren Nationalisten und Anhänger der alten Monarchie. Auch unter Studenten waren republikfeindlich Gesinnte in der Mehrzahl. Viele Studenten waren in Burschenschaften organisiert. Antisemitismus war weit verbreitet.
 

Forschung am Boden – der Staat greift ein

Die wissenschaftliche Forschung lag direkt nach dem Krieg darnieder. Deutsche Gelehrte wurden ausgeschlossen aus der internationalen Forschung und erst gar nicht zu Kongressen eingeladen. Forschungsinstitute verloren Gelder durch die Inflation. So griff nun der Staat ein.
 

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft war schon 1911 als preußischer Verein gegründet worden. Dieser Verein trug die einzelnen Kaiser-Wilhelm-Institute, zum Beispiel gab es dann ein Institut für Physik oder eines für Elektrochemie.

Die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft war vom Staat unabhängig  und wurde vor allem durch private Spenden finanziert. Das Geld kam von Bankiers, dem Adel oder der Industrie. Als die wirtschaftliche Lage nach dem Krieg nun zunehmend schwierig wurde, griff der Staat ein und half finanziell aus. Außerdem wurde das Institut 1923 von einer preußischen zu einer gesamtdeutschen Einrichtung.
 

Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft

1920 schlossen sich alle bedeutenden wissenschaftlichen Forschungsstätten Deutschlands zur "Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft" zusammen. Sie übernahm die Verteilung der Fördermittel und koordinierte die Forschungsarbeit. Auch hier erfolgte die Unterstützung durch Gelder des Staates. Ab 1929 hieß sie "Deutsche Forschungsgemeinschaft".
 

Wissenschaft in den Goldenen Zwanzigern

Die Unterstützung für die Wissenschaft zahlte sich aus. Die Forschung lief vor allem in den Goldenen Zwanzigern auf Hochtouren. An deutschen Instituten wurden nun bahnbrechende Entdeckungen gemacht. Das gilt nicht nur auf den Gebieten der Physik und Chemie, sondern auch etwa in der Seuchenbekämpfung, dem Pflanzenschutz oder der Kommunikationstechnik.
 

Abwanderung der Wissenschaftler

Schon vor der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten sahen sich namhafte Wissenschaftler wie Albert Einstein, Max Born oder Fritz Haber wegen ihrer jüdischen Abstammung Anfeindungen ausgesetzt. Diese drei und viele andere Wissenschaftler wanderten nach England oder Amerika aus.