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Hintergrundbild Epoche

Schlucken gegen die Kinderlähmung


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In den Vereinigten Staaten wurde für die Forschung gegen die Kinderlähmung geworben.
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Die Krankheit konnte nicht geheilt werden, aber es half, mit den betroffenen Kindern zu arbeiten, damit sie mit Unterstützung laufen konnten.

Eine schlimme Krankheit, die vor allem Kinder bekommen können, ist die Kinderlähmung, auch Poliomyelitis oder kurz Polio genannt. Vor allem Kinder im Alter zwischen drei und acht Jahren sind davon betroffen. Doch auch Erwachsene können noch an Kinderlähmung erkranken. Bei der Kinderlähmung handelt es sich um eine Infektionskrankheit, denn sie wird durch bestimmte Erreger übertragen.

Eine Krankheit mit schlimmen Folgen

So kam es regelmäßig zu regelrechten Epidemien. Nicht immer hatte die Krankheit einen ganz schlimmen Verlauf, oft tauchten auch kaum Symptome auf. Doch die Kinderlähmung konnte auch schlimme Folgen haben. Es konnte zu Lähmungen kommen, weil die Nervenzellen im Rückenmark, die auch die Nervenmuskeln steuern, von dem Erreger befallen werden können. Im schlimmsten Fall starben die Betroffenen oder hatten mit schweren Lähmungen an den Gliedmaßen zu kämpfen. Die berühmte Margarete Steiff, die die Steiff-Tiere erfunden hat, war Anfang des 20. Jahrhunderts an Kinderlähmung erkrankt und saß deshalb später im Rollstuhl.

Entdeckung des Erregers

Schon in den 50er Jahren hatte ein amerikanischer Virologe namens John Franklin Enders den so genannten Poliovirus erkannt. Das ist der Erreger, der die Kinderlähmung auslöst. Auf dieser Erkenntnis baute der Immunforscher Jonas Edward Salk auf, der 1954 den ersten Impfstoff gegen die Kinderlähmung entwickelte. Doch leider wirkte dieser Impfstoff noch nicht ausreichend genug. 1955 kam es dann in den Vereinigten Staaten zu einer Katastrophe, als bei der Herstellung des so genannten Salk-Impfstoffes lebende Polio-Viren in die Ampullen gerieten. 120 000 Impfeinheiten waren den Kindern zu diesem Zeitpunkt schon verabreicht worden und von diesen erkrankte rund ein Drittel dann an Kinderlähmung, also der Krankheit, gegen die die Kinder ja geschützt werden sollten. Trotzdem wurden weiterhin Kinder geimpft und dann auch gerettet. Die Impfung an sich war ja eine gute Sache.

Die Schluckimpfung

Der Arzt und Virologe Albert Sabin entwickelte dann eine neue Impfung gegen die Kinderlähmung, die so genannte Schluckimpfung. Doch ohne die Vorarbeiten von Edward Salk wäre dies nicht möglich gewesen. Bereits 1965, also kurze Zeit nach Beginn der Impfungen, ging die Zahl der Erkrankungen um 99 Prozent zurück. Die Krankheit war in Europa quasi beseitigt.


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