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Friedrich Ebert
* Geboren:
am 4. Februar 1871 in Heidelberg
† Gestorben:
am 28. Februar 1925 in Berlin
Beruf:
Sattler
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Louise
Kinder:
Friedrich, Georg, Heinrich, Karl, Amalie
Hobbys:
Besondere Kennzeichen:
Schnurrbart

Wer war er?

Friedrich Ebert war ein Politiker der SPD während des Kaiserreichs und in der Weimarer Republik. In der Novemberrevolution wurde er zunächst zum ersten Reichskanzler der Republik ausgerufen und dann von der Nationalversammlung zum Reichspräsidenten gewählt. Dieses Amt hatte er bis zu seinem Tod 1925 inne.

Herkunft, Ausbildung, Parteieintritt

Eberts Eltern waren kleinbäuerlicher Herkunft, der Vater war Schneidermeister. Friedrich begann nach der Volksschule eine Ausbildung zum Sattler. Noch vor der Gesellenprüfung begab er sich jedoch 1888 auf Wanderschaft durch Deutschland, ausgelöst wohl durch eine Ohrfeige seiner Mutter. 1889 trat er der SAP bei, der Sozialistischen Arbeiterpartei Deutschlands, die ein Jahr später in SPD umbenannt wurde.

Aktiv in der Gewerkschaft

Er wurde auch Mitglied der Sattler-Gewerkschaft und engagierte sich dort sehr für die Rechte der Arbeiter. 1891 kam er nach Bremen, wo er dann 14 Jahre lebte. Er war weiter aktiv in der Partei und wurde zwischenzeitlich Vorsitzender der Bremer SPD. Vor allem engagierte er sich weiter in der Gewerkschaft. Er wollte an den sozialen Missständen etwas ändern und setzte sich für Verbesserungen für die arbeitende Bevölkerung ein. 1900 wurde er Arbeiterseketär der Gewerkschaft. In dieser Funktion konnte er sich nun auch beruflich seinem Einsatz für die Arbeiter widmen.

Aufstieg in der SPD

1899 wurde Ebert in die Bremische Bürgerschaft gewählt, also das Parlament der Hansestadt Bremen. Er wurde sogleich zum Fraktionsvorsitzenden gewählt. 1905 wurde er Parteisekretär beim Parteivorstand und damit überregional immer bekannter. 1912 wurde die SPD mit 110 Abgeordneten die stärkste politische Kraft im Reichstag. Ebert gehörte dem Fraktionsvorstand an. 1913 starb der bisherige Vorsitzende der SPD, August Bebel. Zu seinem Nachfolger wählte man zwei Männer: Friedrich Ebert und der am linken Flügel stehende Hugo Haase.

Spaltung der SPD

An der Haltung zum Krieg und der Zustimmung zu den Kriegskrediten zerbrach 1914 die Einheit der SPD. Die Gruppe der Kriegsgegner um Haase wurde aus der Fraktion und schließlich aus der Partei ausgeschlossen. Haase wurde zum Rücktritt als Parteivorsitzender gezwungen. 1917 gründete die Gruppe im April schließlich die Unabhängige Sozialdemokratische Partei (USPD).

Oktoberreform und Novemberrevolution

Dass der Krieg für Deutschland verloren war, war spätestens im August 1918 auch der Obersten Heeresleitung klar geworden. Etwas musste geschehen, zumal der derzeitige Kanzler Hertling als Anhänger der Monarchie keinen Waffenstillstand würde durchsetzen können. Ebert und der zweite Fraktionsvorsitzende der SPD, Philipp Scheidemann, setzten sich durch: Eine neue Regierung unter dem Kanzler Max von Baden wurde gebildet, die SPD-Politiker Scheidemann und Gustav Bauer gehörten ihr an. Die Regierung war nun an die Mehrheit im Reichstag gebunden (Oktoberreform), die Macht des Kaisers eingeschränkt worden.

Eberts Ziel war nun zwar die Abdankung des Kaisers Wilhelm II., doch wollte er die Monarchie eigentlich beibehalten. Ein anderes Mitglied der Hohenzollern sollte den Thron besteigen. Der Matrosenaufstand aber führte zur Novemberrevolution, von Baden verkündete die Abdankung des Kaisers und ernannte Ebert zum Reichskanzler, Scheidemann rief die Republik aus.

Ebert versuchte die Revolution in parlamentarische Bahnen zu lenken und einen kompletten Umsturz zu verhindern. Die neue, provisorische Regierung ("Rat der Volksbeauftragten") wurde zur Hälfte mit USPD-Leuten besetzt. Die eigentliche Macht aber lag in Eberts Händen. Unterstützung erhielt er zudem von den Soldatenräten. Mit dem Oberkommandierenden des Heeres, Wilhelm Groener, schloss Ebert ein Abkommen, linke Revolutionäre notfalls auch mit Gewalt zu bekämpfen (Ebert-Groener-Pakt). Ebert drängte auf rasche Wahlen zur Nationalversammlung, auch um eine Revolution wie in Russland 1917 zu verhindern. Den Spartakusaufstand im Januar 1919 ließ er niederschlagen.

Der Reichspräsident

Die Weimarer Nationalversammlung wählte Ebert am 11. Februar 1919 zum Reichspräsidenten. Aufstände von revolutionären Sozialisten wie auch Putschversuche (1920 und 1923) von rechts ließ er auch in dieser Zeit mit Waffengewalt niederschlagen. Radikale Linke hielten ihn für einen Verräter der Arbeiterklasse, rechte Kreise sahen ihn, der sich für die Unterzeichnung des Versailler Vertrags einsetzte, als "Novemberverbrecher".

Ebert führte zahlreiche Prozesse wegen Beleidigung und Verleumdung. 1923/24 kam bei einem Prozess in Magdeburg so auch der Ebert-Groener-Pakt ans Licht. Wegen diese Prozesses hatte Ebert eine Blinddarmentzündung verschleppt, die sich nun zur Bauchfellentzündung ausweitete. An dieser starb Ebert im Alter von erst 54 Jahren am 28. Februar 1925.
 
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