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Hugo Haase
* Geboren:
29. September 1863 in Allenstein, Ostpreußen
† Gestorben:
7. November 1919 in Berlin
Beruf:
Rechtsanwalt, Journalist, Vorsitzender der USPD
Befreundet mit:
Wilhelm Dittmann, Karl Kautsky
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Thea Lichtenstein
Kinder:
1 Sohn (Ernst), 2 Töchter
Hobbys:
Besondere Kennzeichen:

Wer war er?

Hugo Haase war ein SPD-Politiker, der dem linken Flügel der Partei angehörte. 1911 bis 1916 war er einer der beiden Parteivorsitzenden. Mit der Abspaltung wurde er 1917 Vorsitzender der USPD.

Vom Rechtsanwalt zum Vorsitzenden der SPD

Hugo Haase war der einzige sozialdemokratische Rechtsanwalt Ostpreußens. Er verteidigte viele Landarbeiter, denen von Großgrundbesitzern Unrecht geschehen war, oder politisch verfolgte Sozialdemokraten. Seine Rechtsanwaltskanzlei in Königsberg gab Haase zugunsten einer Kanzlei in Berlin 1911 auf, nachdem er neben August Bebel zu einem der beiden Vorsitzenden der SPD gewählt worden war. Friedrich Ebert unterlag ihm in dieser Wahl. Nach dem Tod Bebels 1913 jedoch wurden Ebert und Haase nun die beiden Vorsitzenden der Partei. Sie repräsentierten die beiden zerstrittenen Flügel der SPD.

Der Kriegsgegner

Seit 1912 war Haase neben Philipp Scheidemann auch Fraktionsvorsitzender der SPD im Reichstag. Er wandte sich gegen das Aufrüsten, kritisierte den Imperialismus und warnte vor einem Krieg. Auch nach Ausbruch des Ersten Weltkriegs gehörte Haase zu den Kriegsgegnern in der SPD. Am 9. Dezember 1915 legte Haase den Fraktionsvorsitz nieder und stimmte am 21. Dezember gegen die Kriegskredite.

Im März 1916 wurden Haase und andere Gegner der Kriegskredite aus der SPD-Fraktion ausgeschlossen. Haase wurde zum Rücktritt als Parteivorsitzender gezwungen. Die 18 Kriegsgegner schlossen sich zur Sozialdemokratischen Arbeitsgemeinschaft (SAG) zusammen. Im Januar 1917 schloss die SPD die Mitglider der SAG aus der Partei aus. Aus der SAG ging im April 1917 dann die USPD als eigene Partei hervor.

USPD

Haase wurde zusammen mit Georg Ledebour zum Parteivorsitzenden der USPD gewählt. Die Spartakusgruppe schloss sich im gleichen Jahr der USPD an. In der Novemberrevolution 1918 wurde eine Übergangsregierung aus Vertretern der bisherigen SPD (nun auch MSPD genann) und der USPD gebildet. Zu den drei USPD-Vertretern gehörte auch Haase.

Nachdem die MSPD und insbesondere Friedrich Ebert in den Weihnachtsunruhen 1918 das gewaltsame Vorgehen von Regierungstruppen gegen die revolutionäre Volksmarinedivision befohlen hatte, traten Haase und seine Parteikollegen Wilhelm Dittmann und Emil Barth als Volksbeauftragte zurück. Die Übergangsregierung zerbrach.

Haase versuchte im Spartakusaufstand zwischen den Revolutionären und Ebert bzw. Gustav Noske zu vermitteln, doch das gelang nicht. Mit Hilfe von Freikorps wurde der Aufstand gewaltsam niedergeschlagen.

Bei den Wahlen zur Weimarer Nationalversammlung am 19. Januar 1919 erhielt die USPD nur 7,6 Prozent der Stimmen. Haase übernahm den Vorsitz der USPD-Fraktion. In der USPD nahm er nun eine gemäßigte Position ein und befürwortete einen erneuten Anschluss an die SPD, während sich die Mehrheit für einen Anschluss an die neu gegründete KPD aussprach.

Im Juli 1919 verteidigte Haase als Rechtsanwalt den Dichter Ernst Toller, der zu den Anführern der Münchner Räterepublik gehörte. Er erreichte, dass Toller nicht zum Tode verurteilt wurde.

Am 8. Oktober 1919 wurde ein Attentat auf Hugo Haase verübt, an dessen Folgen er am 7. November 1919 starb.
 
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