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Helmut Kohl
* Geboren:
3. April 1930 in Ludwigshafen
† Gestorben:
16. Juni 2017 in Ludwigshafen
Beruf:
Ministerpräsident, Bundeskanzler der Bundesrepublik (1982-98)
Befreundet mit:
Bernhard Vogel
Beziehungsstatus:
verheiretet mit Hannelore (1960-2001) und Maike (ab 2008)
Kinder:
Walter und Peter
Hobbys:
Urlaub am Wolfgangsee (Österreich)
Besondere Kennzeichen:
liebt Pfälzer Saumagen

Wer ist er?

Helmut Kohl war von 1982 bis 1998 der sechste Bundeskanzler der Bundesrepublik. Die deutsche Wiedervereinigung 1989/90 gestaltete er aktiv mit und gilt darum als ein "Vater der Einheit".

Politische Laufbahn

1946 trat Helmut Kohl der CDU bei. Schon ab den 50er Jahren übernahm er leitende Positionen in der Partei. 1963 übernahm er den Fraktionsvorsitz im Landtag von Rheinland-Pfalz, 1966 den Landesvorsitz der CDU Rheinland-Pfalz. 1969 wurde er Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz. 1971 unterlag er Rainer Barzel in der Kandidatur um den Parteivorsitz, doch 1973 konnte er dieses Amt nach Barzels gescheitertem Misstrauensvotum übernehmen.

Zur Bundestagswahl 1976 trat Kohl erstmals als Kanzlerkandidat der CDU an. Die CDU/CSU gewann 3,7 Prozent an Stimmen hinzu und kam somit auf 48,6 Prozent. Dies war das zweitbeste Wahlergebnis, das die CDU/CSU je erreicht hatte. Die SPD verlor 3,2 Prozent und kam nur noch auf 42,6 Prozent. Zusammen mit ihrem Koalitionspartner FDP (7,9 Prozent) konnte sie aber weiter regieren und Helmut Schmidt blieb Bundeskanzler. Wegen des großen Wahlerfolgs wechselte Kohl von Rheinland-Pfalz in die Bundespolitik und wurde Oppositionsführer im Bonner Bundestag.

In den folgenden Jahren stritt Kohl mit Franz Josef Strauß (Parteivorsitzender der CSU) um die Führungsrolle in der Fraktion. Im November 1976 beschloss die CSU auf ihrer Tagung in Wildbad Kreuth, die Fraktionsgemeinschaft mit der CDU nicht mehr fortzuführen. Im Dezember wurde, auch auf Betreiben Kohls, der Beschluss zurückgenommen.

Bei der Bundestagswahl 1980 verzichtete Kohl dann zugunsten von Strauß auf die Kanzlerkandidatur. Im Nachhinein erwies sich der Verzicht als ein kluger Schachzug, denn die CDU/CSU verlor 4,1 Prozent der Stimmen und die Koalition von SPD und FDP wurde unter Kanzler Helmut Schmidt (SPD) fortgeführt. Strauß blieb Ministerpräsident in Bayern und zog sich aus der Bundespolitik zurück.

Kanzlerschaft

Kohl versuchte fortan, die FDP aus der Koalition mit der SPD zu lösen. 1982 geschah genau das. Ein konstruktives Misstrauensvotum gegen Helmut Schmidt brachte Helmut Kohl am 1. Oktober in das Kanzleramt. Kohl sprach von einer "geistig-moralischen Wende". Um sich auch durch die Bürger bestätigen zu lassen, stellte Kohl die Vertrauensfrage, die nach Absprache negativ ausfiel, sodass der Bundestag aufgelöst und Neuwahlen am 6. März 1983 angesetzt wurden. Verfassungsrechtlich war dieses Vorgehen umstritten. Die Wahl brachte  Gewinne für die CDU/CSU (und Verluste für die FDP) und bestätigte Kohl somit im Amt.

80er Jahre
Kohl hielt am noch von der Regierung Helmut Schmidt beschlossenen NATO-Doppelbeschluss 1983 fest und es kam zur Stationierung von Mittelstreckenraketen in Europa, wogegen es große Proteste durch die Friedensbewegung gab.

Im November 1983 wurde der Flick-Parteispendenskandal aufgedeckt. Der Flick-Konzern hatte Politikern aller Parteien Geld gezahlt. Im Kassenbuch wurde die Eintragung "wg. Kohl" gefunden. Vor dem Untersuchungsausschuss sagte Kohl die Unwahrheit und dass er sich an nichts erinnern könne. Einem Strafverfahren entging er nur knapp. Seine Erinnerungslücken erklärte sein Parteifreund Heiner Geißler später mit einem "Blackout".

1984 traf sich Kohl mit dem französischen Staatschef Mitterrand in Verdun, wo im Ersten Weltkrieg eine der schlimmsten Schlachten zwischen Deutschen und Franzosen stattgefunden hatte. Beide reichten sich im Gedenken an die Toten beider Länder die Hände. Diese Geste wurde zum Symbol der Versöhnung und Freundschaft.

Bei der Bundestagswahl 1987 wurde Kohl im Amt bestätigt. Gegenkandidat der SPD war Johannes Rau.

Im September 1987 kam Erich Honecker als erster Staatschef der DDR in die Bundesrepublik. Er wurde mit allen Ehren empfangen. Die DDR war damit auf dem Höhepunkt ihrer Anerkennung als eigener Staat, wenn auch die Bundesrepublik am Ziel der Wiedervereinigung festhielt.

1989/90: Die Einheit
Der Fall der Mauer am 9. November 1989 ließ die Zukunft der beiden deutschen Staaten zunächst offen. Kohl arbeitete intensiv auf eine Wiedervereinigung hin und gilt daher als ein "Vater der Einheit". Am 28. November 1989 legte er dem Bundestag ein "Zehn-Punkte-Programm" vor. Ein entscheidender Schritt in Richtung der deutschen Einheit war der Staatsvertrag über die Währungs-, Wirtschafts- und Sozialunion mit der DDR, der am 1. Juli 1990 in Kraft trat. In den Zwei-plus-Vier-Gesprächen erreichten Kohl und der Ministerpräsident der DDR Lothar de Maizière die Zustimmung der Siegermächte des Zweiten Weltkriegs zur Wiedervereinigung Deutschlands, die zum 3. Oktober 1990 erfolgte.

90er Jahre
In der Bundestagswahl 1990 setzte sich Kohl erneut als Kanzler durch, diesmal gegen den SPD-Kandidaten Oskar Lafontaine. Somit war Kohl der erste Kanzler des wiedervereinigten Deutschland. Auch die Wahl 1994 gewann Kohl, wenn auch knapp, gegen Rudolf Scharping (SPD). 1998 jedoch ging die Wahl für die CDU-FDP-Koalition verloren, Gerhard Schröder (SPD) wurde Bundeskanzler und bildete eine Rot-Grüne-Koalition.
 
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