•  
 
 
Erich Ludendorff
* Geboren:
am 9. April 1865 in Posen
† Gestorben:
am 20. Dezember 1937 in München
Beruf:
General
Befreundet mit:
Konstantin Hierl
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Margarethe (1909-1925) und Mathilde (ab 1926)
Kinder:
-
Hobbys:
Russisch
Besondere Kennzeichen:
Zwirbelbart

Wer war er?

Erich Ludendorff übernahm als General im Ersten Weltkrieg zusammen mit Paul von Hindenburg die Oberste Heeresleitung. Auf die deutsche Kriegsführung nahm er so entscheidenden Einfluss. In der Zeit der Weimarer Republik beteiligte er sich am Hitler-Putsch 1923. Er gehörte der völkischen Bewegung an und war nationalistisch und antisemitisch gesinnt.

Herkunft und militärische Karriere

Ludendorff wurde in Posen auf einem Rittergut geboren. Seine militärische Karriere begann er 1882 als Leutnant. 1902 wurde er Major, 1908 Oberstleutnant, 1911 Oberst, 1914 Generalmajor. Im August 1914 wurde er nach Ostpreußen gerufen.

Als Stabschef von Paul von Hindenburg war Ludendorff als strategischer Kopf an den Siegen in der Tannenbergschlacht und der Masurenschlacht gegen die russischen Truppen maßgeblich beteiligt. Im Dezember 1914 wurde er zum Generalleutnant befördert. In den nächsten Jahren blieb er Stabschef bei Generalfeldmarschall Hindenburg.

Ab dem 29. August 1916 bildete er zusammen mit Hindenburg die nunmehr dritte Oberste Heeresleitung (OHL) im Ersten Weltkrieg. Ihre Macht wurde größer als die des Kaisers. Gemeinsam forderten sie die Ausweitung der Rüstungsproduktion und die Konzentrierung der gesamten deutschen Wirtschaft auf den Krieg.

Ludendorff wollte zudem die Propaganda für den Krieg nutzbar machen und hier insbesondere den Film. Er setzte sich darum auch für die Gründung der Ufa im Dezember 1917 ein. Ludendorffs Macht innerhalb der OHL stieg immer weiter, er zog hinter den Kulissen die Fäden.

1918

Erst als die Niederlage Deutschlands unausweichlich schien, gab auch Ludendorff nach und sprach sich Ende September 1918 für den Waffenstillstand und eine Parlamentarisierung aus. Mit der Übernahme der Regierung durch Max von Baden im Oktober 1918 schwand Ludendorffs Macht schnell.

Dass aus dem Waffenstillstand eine Kapitulation werden würde, gefiel Ludendorff nicht. Am 26. Oktober 1918 wurde er vom Kaiser aus dem Militärdienst entlassen. Die Politik hatte wieder Oberhand über das Militär gewonnen. Während der Novemberrevolution floh Ludendorff nach Schweden.

Gegner der Weimarer Republik

Ludendorff kehrte bald nach Deutschland zurück. In den republikfeindlichen Kreisen der völkischen Bewegung übernahm er eine führende Rolle. Er war Mitbegründer mehrerer rechtsgerichteter Organisationen wie der "Nationalen Vereinigung" und des "Tannenbergbunds". Er nahm am Kapp-Putsch teil, als meuternde Soldaten versuchten, die Macht im Land zu übernehmen.

Maßgeblich beteiligt war er 1923 am Hitler-Putsch, der auch Hitler-Ludendorff-Putsch genannt wird. Hitler stürmte eine Versammlung im Münchner Bürgerbräukeller und überzeugte mehrere Männer, darunter Ludendorff, ihn zu unterstützen. Unter Führung von Hitler und Ludendorff begaben sich die Anhänger des Putsches am 9. November auf einen "Marsch nach Berlin", wo sie die Macht übernehmen wollten. Das Militär beendete den Puschversuch jedoch noch an der Feldherrnhalle in München. Im folgenden Prozess wurde Ludendorff wegen seiner Verdienste im Ersten Weltkrieg freigesprochen.

Ludendorff trat der Deutschvölkische Freiheitspartei (DVFP) bei. Ihr Programm war republikfeindlich, rassistisch und antisemitisch. Ludendorff und Georg Strasser übernahmen die Führung. NSDAP und DVFP bildeten ab 1924 ein Listenverbindung, für die Ludendorff als Abgeordneter in den Reichstag einzog. 1925 trat er in der Wahl zum Reichspräsidenten an, erhielt aber nur 1,1 Prozent der Stimmen.

Religiös - antichristlich - völkisch

Aus der Politik zog sich Ludendorff daraufhin zurück. Er sah sich zunehmend einer Verschwörung ausgesetzt und fühlte sich verfolgt, schließlich auch von den Nationalsozialisten. Im Tannenbergbund fielen seine Theorien auf fruchtbaren Boden. Einfluss gewann hier aber auch Ludendorffs Frau Mathilde, die wie ihr Mann eine radikal antichristliche Haltung einnahm.

1933 wurde der Tannenbergbund von den Nationalsozialisten verboten. Als von den Nazis verehrter Kriegsheld blieb Ludendorff aber unbehelligt. Ihr Gedankengut verbreiteten die Ludendorffs nun über den "Bund für deutsche Gotterkenntnis", der nach einer Aussprache zwischen Hitler und Ludendorff am 30. März 1937 zugelassen wurde. Ihre Anhänger nennen sich auch Ludendorffianer. Ludendorff erkrankte an Krebs und starb am 20. Dezember 1937.
 
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert in den Jahren 2011 bis 2013 von: