•  
 
 
Hans Luther
* Geboren:
10. März 1879 in Berlin
† Gestorben:
11. Mai 1962 in Düsseldorf
Beruf:
Jurist; Reichskanzler (parteilos); Reichsbankpräsident
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
Kinder:
Hobbys:
Wissenschaft und Technik
Besondere Kennzeichen:
runde Brille, Schnurrbart, Glatze

Wer war er?

Hans Luther war vom 20. Januar 1925 bis zum 18. Mai 1926 Reichskanzler der Weimarer Republik. Er war übrigens ein Nachkomme von Martin Luthers Bruder Jakob.

Reichsminister

Hans Luther gehörte keiner Partei an, stand jedoch der DVP (Deutsche Volkspartei) nah. Diese nationalliberale Partei war über lange Zeit in den Regierungen der Weimarer Republik vertreten (1920-1931). Ihr gehörte z. B. Gustav Stresemann an. 1918 wurde Luther Oberbürgermeister von Essen. Unter den Kanzlern Cuno und Stresemann war Luther dann Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft (Dezember 1922 - Oktober 1923).

Anschließend übernahm er unter Stresemann und Marx das Finanzministerium, das er behielt, als er selber Kanzler wurde. In dieser Funktion sorgte er dafür, dass sich die Währung nach der Hyperinflation von 1923 wieder stabilisierte. Gemeinsam mit Stresemann entwarf er eine Politik der Verständigung und hatte Anteil an der Durchsetzung des Dawes-Plans, der Deutschland entlastete und für neuen Aufschwung in der Wirtschaft sorgte.

Aufstieg zum Reichskanzler

Die Reichstagswahl vom Dezember 1924 ließ nur eine große Koalition mit Einbeziehung der SPD zu oder einen Mitte-Rechts-Block, der die DNVP einschloss. Der amtierende Kanzler Wilhelm Marx kam zu keinem Ergebnis und gab den Auftrag zur Regierungsbildung zurück. Daraufhin übergab Reichspräsident Ebert diese Aufgabe an Hans Luther. Wirtschaftlich sorgte Luther auch in dieser Zeit für Stabilität. Die "goldenen zwanziger Jahre" begannen.

Der Flaggenstreit

Paul von Hindenburg, seit April 1925 Reichspräsident, wollte eine einheitliche Flagge schaffen. Die Flagge des Deutschen Reiches war Schwarz-Rot-Gold, während die Handelsflagge, unter der die Handelsschiffe fuhren, Schwarz-Weiß-Rot war (die Reichsfarben bis 1919), wenn auch mit Schwarz-Rot-Gold in der linken oberen Ecke. So stand es auch in der Verfassung: "Die Reichsfarben sind Schwarz-Rot-Gold. Die Handelsflagge ist Schwarz-Weiß-Rot mit den Reichsfarben in der linken oberen Ecke."

Luther folgte Hindenburgs Vorschlag und stieß auf massive Proteste. Er widersprach sich selbst in mehreren Äußerungen. So kam es am 12. Mai 1926 zu einem Misstrauensvotum gegen Luther. Er verlor die Abstimmung und musste seinen Platz Wilhelm Marx räumen. Er trat nun der DVP bei.

Der Luther-Bund

Er zog sich aus der Politik zurück. Er wurde Mitglied im Verwaltungsrat der Reichsbahn. 1928 gehörte er zu den Begründern des "Bunds zur Erneuerung des Reiches" und übernahm den Vorsitz. Nach ihm wurde diese Organisation auch Luther-Bund genannt. Der Bund setzte sich für eine Reform ein, in der die Gliederung des Reiches neu geregelt werden sollte und die Stellung des Reichspräsidenten gestärkt werden sollte.

Reichsbankpräsident

Im Frühjahr 1930 wurde Luther Nachfolger von Hjalmar Schacht als Reichsbankpräsident. Zu seiner schwersten Bewährungsprobe wurde die Bankenkrise 1931. Am 17. März 1933 übernahm wieder Hjalmar Schacht das Amt des Reichsbankpräsidenten.

NS-Regime und Bundesrepublik

Unter den Nationalsozialisten wurde Luther Botschafter des Deutschen Reichs in den USA (1933-1937).

Nach 1945 war er als Finanzexperte maßgeblich am Wiederaufbau des Bankwesens in den westlichen Besatzungszonen beteiligt. 1952 bis 1955 war er Vorsitzender des Sachverständigenausschusses für die Neugliederung der Länder der Bundesrepublik.
 
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert in den Jahren 2011 bis 2013 von: