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Wilhelm Marx
* Geboren:
15. Januar 1863 in Köln
† Gestorben:
5. August 1946 in Bon
Beruf:
Richter; Reichskanzler (Zentrumspartei)
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Johanna Verkoyen
Kinder:
vier Kinder
Hobbys:
Besondere Kennzeichen:
Nickelbrille, Schnurrbart

Wer war er?

Wilhelm Marx trägt zwar den gleichen Namen wie der berühmte Theoretiker des Kommunismus, Karl Marx, hat mit diesem aber nichts zu tun. Wilhelm Marx war während der Weimarer Republik zwei Mal Reichskanzler und kandidierte 1925 für das Amt des Reichspräsidenten. Er gehörte zu den ausgleichenden Demokraten, die zwischen den Parteien vermittelten und für Verständigung sorgten.

Der Reichskanzler

Seit 1910 war Wilhelm Marx Abgeordneter des Reichstags für die Zentrumspartei, ab 1916 gehörte er dem Fraktionsvorstand an. 1919 wurde er in die Nationalversammlung gewählt, 1922 wurde er Vorsitzender der Zentrumspartei. Als Gustav Stresemann Ende November 1923 wegen der Aufstände im Oktober als Kanzler zurücktreten muss, beauftragte Reichspräsident Ebert Wilhelm Marx mit der Regierungsbildung.

Marx' erste Amtszeit dauerte knapp 13 Monate, vom 30. November 1923 bis zum 15. Januar 1925. Marx holte Stresemann als Außenminister zurück in die Regierung. Am 17. Mai 1926 wurde Marx erneut Kanzler, nachdem Hans Luther wegen eines Streits um die Flagge zurücktreten musste. Marx' zweite Amtszeit dauerte 25 Monate bis zum 29. Juni 1928. Er wurde zum am längsten amtierenden Reichskanzler der Weimarer Republik.

Bei der Reichspräsidentenwahl 1925 trat Marx als Kandidat der Weimarer Koalition gegen Paul von Hindenburg an. Hindenburg erhielt im zweiten Wahlgang 48,3 Prozent der Stimmen, Wilhelm Marx 45,3 Prozent, der dritte Kandidat Thälmann 6,4 Prozent. Marx war also nur knapp gescheitert. Unter dem Kanzler Hans Luther war Marx in der Zeit zwischen seinen Amtszeiten als Kanzler auch Justizminister (Januar bis Mai 1926).

Drei der von ihm geleiteten vier Kabinette waren Minderheitsregierungen aus Zentrum, DDP, BVP und DVP. Im letzten Kabinett kam die nationalkonservative DNVP dazu, nachdem ein Misstrauensvotum Marx zu diesem Schritt gezwungen hatte. In Marx' Amtszeit wurde der Dawes-Plan angenommen und das Deutsche Reich trat dem Völkerbund bei.

Nach dem Wahlsieg der SPD 1928 endete die Kanzlerschaft von Marx. Ende des Jahres trat er auch als Vorsitzender seiner Partei zurück, 1932 schied er aus dem Reichstag aus. Die Zeit des Nationalsozialismus verbrachte er zurückgezogen. Er starb 1946 in Bonn.
 
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