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Erich Mielke 1976
Erich Mielke 1976
Erich Mielke
* Geboren:
18. Dezember 1907 in Berlin
† Gestorben:
21. Mai 2000 in Berlin
Beruf:
Speditionskaufmann
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Gertrud
Kinder:
ein Sohn (*1949)
Hobbys:
Anhänger der Sportvereinigung Dynamo
Besondere Kennzeichen:

Wer ist das?

Erich Mielke leitete von 1957 bis zum Mauerfall 1989 das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Somit zeichnet er verantwortlich für den flächendeckenden Ausbau des Überwachungssystems der DDR.

Herkunft, Weimarer Republik, Sowjetunion und Spanischer Bürgerkrieg

Erich Mielke stammt aus einer Arbeiterfamilie im Berliner Wedding. Seine Eltern gehörten zu den Mitbegründern der KPD, er selber trat während der Weimarer Republik in die KPD ein. 1931 trat er dem neu gegründeten "Polizeiselbstschutz" bei, einer paramilitärischen Organisation der KPD. Zusammen mit einem weiteren Mitglied erschoss Mielke am 9. August 1931 die Polizeioffiziere Paul Anlauf und Franz Lenk auf offener Straße. Die KPD sorgte dafür, dass die beiden Täter in die Sowjetunion fliehen konnten. Mielke wurde erst 1993 für seine Tat verurteilt.

In Moskau studierte Mielke von 1932 bis 1936 an der Lenin-Schule, einer internationalen Ausbildungsstätte der kommunistischen Parteien. Anschließend kämpfte er bis 1939 im Spanischen Bürgerkrieg gegen die Herrschaft Francos. Im Anschluss tauchte er in Belgien und Frankreich unter. Er beteiligte sich aus dem Untergrund an kommunistischen Aktivitäten. Ende 1943 wurde er verhaftet und musste 1944 Zwangsarbeit leisten.

Politische Laufbahn in der DDR

Nach Kriegsende kehrte Mielke im Juli 1945 nach Berlin zurück. Er wurde zum Leiter der Polizeiinspektion Berlin-Lichtenberg ernannt. Bald übernahm er hohe politische Ämter. So wurde er im ZK der KPD Abteilungsleiter für Polizei und Justiz, Vizepräsident im Vorläufer des Ministeriums des Inneren und Leiter der Hauptverwaltung zum Schutz für Volkswirtschaft.

1950 wurde das Ministerium für Staatssicherheit gegründet. Wilhelm Zaisser leitete es, Mielke wurde einer seiner Stellvertreter. Mielke wurde im gleichen Jahr ins ZK der SED gewählt. Zaisser wurde nach dem Volksaufstand vom 17. Juni 1953 entlassen, sein Nachfolger Ernst Wollweber auf eigenen Wunsch im Jahr 1957. Nun wurde Erich Mielke zum Leiter des Ministeriums für Staatssicherheit ernannt. 1971 wurde Mielke Kandidat im Politbüro der SED, 1976 Vollmitglied.

Er blieb bis zum November 1989 in seinem Amt als Leiter der Staatssicherheit und lenkte so mehr als 30 Jahre lang die Geschicke der DDR mit. Mielke baute das Überwachungssystem der DDR flächendeckend aus. Hatte das Ministerium 1957 rund 14.000 hauptamtliche Mitarbeiter, waren es 1989 etwa 91.000 (plus etwa 173.000 inoffizielle Mitarbeiter, die "IM"). Selbst im Privaten konnte niemand vor Bespitzelung sicher sein. All dies geschah unter Mielkes Verantwortung.

Rücktritt und Verurteilung

Im November 1989 trat Mielke zurück, im Dezember 1989 wurde er aus der SED ausgeschlossen. Am 7. Dezember 1989 kam er unter dem Vorwurf der "Schädigung der Volkswirtschaft" in Untersuchungshaft, wurde jedoch im März 1990 aus gesundheitlichen Gründen entlassen. Wegen der Errichtung von Isolierlagern und der Aufnahme von RAF-Terroristen kam er im Juli 1990 erneut in Untersuchungshaft, und zwar im ehemaligen Stasi-Gefängnis Hohenschönhausen. Im Oktober wurde er auf Antrag seines Anwaltes wegen schlechter Haftbedingungen in die JVA Moabit verlegt.

Im November 1991 eröffnete das Landgericht Berlin das Hauptverfahren gegen Mielke wegen der des Doppelmordes von 1931. Mielke wurde im Oktober 1993 zu einer Freiheitsstrafe von sechs Jahren verurteilt. Ende 1995 wurde er im Alter von 88 Jahren auf Bewährung entlassen. Mielke starb am 21. Mai 2000.
 
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