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Gustav Noske
* Geboren:
9. Juli 1868 in Brandenburg an der Havel
† Gestorben:
30. November 1946 in Hannover
Beruf:
Korbmacher; Redakteur; Reichswehrminister (SPD)
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Martha
Kinder:
3 Kinder
Hobbys:
Besondere Kennzeichen:
runde Brille, Schnurrbart

Wer war er?

In der Novemberrevolution spielte Noske als Volksbeauftragter für Heer und Marine bzw. als Reichswehrminister eine wichtige Rolle bei der Niederschlagung von mehreren Aufständen aus dem Lager der Spartakisten und Kommunisten. Von diesen wurde er darum auch als "Bluthund" bezeichnet.

Politische Laufbahn

Gustav Noske war seit 1906 Abgeordneter im Reichstag für die SPD. Zu Beginn der Novemberrevolution schickte Reichskanzler Max von Baden Noske nach Kiel: Er sollte dort die meuternden Matrosen beruhigen. Diese wählten Noske zum Vorsitzenden ihres Arbeiter- und Soldatenrates. Nach seiner Rückkehr nach Berlin wurde Noske Volksbeauftragter für Heer und Marine. In dieser Funktion war er im Januar 1919 verantwortlich für das harte Vorgehen der Soldaten gegen die aufständischen Spartakisten und auch für die Ermordung von Karl Liebknecht und Rosa Luxemburg.

Dann wurde er in die Nationalversammlung gewählt und erhielt im Kabinett von Philipp Scheidemann das Amt des Reichswehrministers. Erneut zeichnete er verantwortlich für die Niederschlagung der Berliner Märzkämpfe. Diese wurden mit 1200 Toten zu den blutigsten Unruhen dieser Zeit. Noske erließ am 9. März die Anweisung: "Jede Person, die mit der Waffe in der Hand, gegen Regierungstruppen kämpfend angetroffen wird, ist sofort zu erschießen." Beteiligt war Noske auch an der Niederschlagung der Münchner Räterepublik im April 1919.

Den Freikorps, die die Reichswehr unterstützten, ließ Noske weitgehend freie Hand in der Bekämpfung von Aufständen und Streiks. Er billigte damit deren hartes und brutales Vorgehen.

Ausstieg aus der Politik

Um die Bedingungen des Versailler Vertrages zu erfüllen, löste Noske am 29. Februar 1920 zwei große Freikorps auf: die Marine-Brigade Ehrhardt und die Marine-Brigade von Loewenfeld. Das löste am 13. März 1920 den Kapp-Putsch aus. Auch wenn dieser niedergeschlagen wurde, machte man Noske mit verantwortlich dafür. Weil er den Putsch begünstigt hätte, wurde Noske nach dem Kapp-Putsch zum Rücktritt als Reichswehrminister gezwungen. Noske wurde "Oberpräsident" der preußische Provinz Hannover und somit deren oberster Verwaltungsbeamter. In der Politik konnte er nicht wieder Fuß fassen.

Im Nationalsozialismus

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten sicherte ihm Hermann Görings zunächst zu, dass er sein Amt als Oberpräsident behalten könne bis zum Ruhestand im Oktober 1933. Schon im Mai 1933 wurde Noske jedoch in den vorzeitigen Ruhestand versetzt.

Noske war in die Pläne des Attentats gegen Hitler am 20. Juli 1944 eingeweiht. Nach dem Scheitern des Plans wurde er von den Nationalsozialisten verhaftet und in ein KZ verbracht. Er überlebte die Haft. Zu einem politischen Comeback kam es jedoch nach Ende des "Dritten Reichs" nicht mehr. Noske starb am 30. November 1946.
 
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