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Walter Scheel
* Geboren:
8. Juli 1919 in Höhscheid (Solingen)
† Gestorben:
24. August 2016 in Bad Krozingen
Beruf:
Bankkaufmann, Wirtschaftsberater, Minister, Bundespräsident
Befreundet mit:
Beziehungsstatus:
verheiratet mit Eva (bis 1966), Mildred (bis 1985), Barbara (seit 1988)
Kinder:
Ulrich, Andrea-Gwendoline, Simon Martin
Hobbys:
Golf, Singen
Besondere Kennzeichen:
offen und optimistisch

Wer ist das?

Walter Scheel (FDP) war von 1974 bis 1979 Bundespräsident der Bundesrepublik Deutschland. Zuvor war er zwei Mal Bundesminister, von 1961 bis 1966 Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit, von 1969 bis 1974 Außenminister in der sozialliberalen Koalition unter Willy Brandt.

Berufliche und politische Laufbahn

Nach dem Abitur wurde Walter Scheel Bankkaufmann, nahm ab 1939 am Zweiten Weltkrieg teil und arbeitete ab 1945 als Geschäftsführer in der Industrie, ab 1953 als Wirtschaftsberater in Düsseldorf. 1958 wurde er Geschäftsführer bei einem Marktforschungsinstitut. 1946 trat Scheel in die FDP ein. 1956 wurde er Mitglied des Bundesvorstandes der FDP, 1968 übernahm er dessen Vorsitz.

Minister für wirtschaftliche Zusammenarbeit
In der ersten schwarz-gelben Koalition auf Bundesebene erhielt Scheel nach der Bundestagswahl 1961 das neu geschaffene Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit. Es sollte sich um unterentwickelte Gebiete kümmern. Aus Protest wegen der Spiegel-Affäre traten Scheel und die anderen FDP-Minister im November 1962 zurück, doch übernahm Scheel im neu gebildeten Kabinett - ohne Franz Josef Strauss - im Dezember 1962 wieder das Ministerium. Auch unter Ludwig Erhard blieb er 1963 im Amt. Als sich die Koalition im Oktober 1966 über das Thema Steuern nicht einigen konnte, traten die FDP-Minister Erich Mende, Walter Scheel, Rolf Dahlgrün und Ewald Bucher zurück und die Koalition zerbrach.

Außenminister
Scheel wirkte auf eine sozial-liberale Koalition hin, die nach der Bundestagswahl 1969 unter Kanzler Willy Brandt dann auch zustande kam. In dessen Kabinett wurde Scheel Außenminister und Vizekanzler. Brandt und Scheel gelten als "Väter der Entspannungspolitik", die ein neues deutsch-deutsches Verhältnis ermöglichte. 1972 wurde ihre Politik bestätigt, als sowohl SPD wie auch FDP Stimmenzuwächse verzeichnen konnten.

Hoch auf dem gelben Wagen
Für die Organisation "Aktion Sorgenkind", die sich für behinderte Menschen einsetzt, sammelte Scheel 1973 auf ungewöhnliche Weise Spenden, indem er das deutsche Volkslied "Hoch auf dem gelben Wagen" auf Schallplatte besang. Das Lied belegte Platz 5 der Musikcharts und verkaufte sich allein bis Frühjahr 1974 mehr als 300.000 Mal.

Bundespräsident
Scheel nahm die Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten an und schied mit der Wahl Helmut Schmidts zum Bundeskanzler aus dem Kabinett aus. Am 15. Mai 1974 erfolgte die Wahl zum deutschen Bundespräsidenten. Der bisherige Bundespräsident Gustav Heinemann hatte aus Altersgründen auf eine weitere Kandidatur verzichtet. Scheels Gegenkandidat war Richard von Weizsäcker (CDU). Scheel wurde mit 530 zu 498 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt. Am 1. Juli 1974 trat Scheel sein neues Amt an und hatte es inne bis zum 30. Juni 1979.
 
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