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Hintergrundbild Epoche

Die Anfänge der RAF


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Die vier Kaufhausbrandstifter. Zwei von ihnen gehörten später zum harten Kern der RAF: Andreas Baader und Gudrun Ensslin. Sie sitzen rechts auf der Anklagebank.

Kaufhausbrände und Flucht

Die Geschichte der Roten Armee Fraktion beginnt mit der Befreiung von Andreas Baader aus der Haft. Baader war wegen Kaufhausbrandstiftungen in Frankfurt (1968) verurteilt worden, zusammen mit Gudrun Ensslin und zwei weiteren Komplizen. Dann war das Urteil aber ausgesetzt und die vier Verurteilten zunächst auf freien Fuß gesetzt worden. Baader und Ensslin flohen. Im Februar 1970 kehrten sie nach Berlin zurück. Baader wurde Anfang April geschnappt und verhaftet.

Die Baader-Befreiung

Draußen plante Baaders Freundin Gudrun Ensslin ihn zu befreien. Am Plan beteiligt waren Horst Mahler und Ulrike Meinhof. Sie waren bekannt in der linken Szene. Mahler war der Anwalt der Kaufhausbrandstifter gewesen und selber in der linken Szene. Er hatte schon längere Zeit geplant, eine Gruppe aufzubauen, die mit Mitteln der Gewalt kämpfen sollte.
Aus gemeinsamen Aktionen in Fürsorgeheimen kannten Baader und Ensslin die bekannte Journalistin Meinhof. Ebenfalls an der Befreiung beteiligt waren Ingrid Schubert und Irene Goergens. Letztere kannte Ulrike Meinhof aus einem der Kinderheime.
Ulrike Meinhof gab vor, Andreas Baader für ein gemeinsames Projekt zu benötigen und mit ihm Unterlagen einsehen zu müssen an einem Institut. Sie erhielt die Genehmigung. Dort wurde Baader dann mit Waffengewalt befreit. Ein Angestellter des Instituts wurde durch einen Schuss verletzt.

Im Untergrund

Die Beteiligten flohen, auch Ulrike Meinhof, die sich eigentlich als Unbeteiligte hatte ausgeben wollen. In der Presse wurde die Tat groß aufgemacht. Schnell war von der "Baader-Meinhof-Bande" die Rede. Von nun an operierte die Gruppe aus dem Untergrund. Es ging vor allem darum, Wohnungen anzumieten, ohne aufzufallen, Autos zu stehlen, Waffen zu besorgen und Pässe zu fälschen.

Das Selbstverständnis: Das Konzept Stadtguerilla

Als ihr Vorbild sahen die Mitglieder die Tupamaros aus Uruguay in Südamerika. Die kämpften mit Gewalt gegen die dortige Regierung und verstanden sich als Stadtguerilla. In einem ersten Papier nannte sich die Gruppe um Baader und Meinhof ebenfalls eine Stadtguerilla und gab sich den Namen "Rote Armee Fraktion". Damit bezog sie sich auf die Rote Armee der Sowjetunion, also eine kommunistische Armee. Als Logo wählten sie einen roten Stern als Zeichen für den Kommunismus mit einer Maschinenpistole und der Aufschrift RAF.

Ausbildung in Jordanien (Juni 1970)

Mit knapp 20 Personen flog die Gruppe im Juni 1970 nach Jordanien, um sich in einem Lager von Palästinensern an der Waffe ausbilden zu lassen. In dem Camp der Fatah mitten in der Wüste absolvierten sie militärische Übungen und lernten zu schießen. Die Fatah kämpfte zu der Zeit bewaffnet um die palästinensische Unabhängigkeit. Spätestens hier im Camp wurden Baader und Ensslin zu den unbestrittenen Anführern der Gruppe.

Banküberfälle und erste Festnahmen

Zurück in Deutschland fehlte ihnen vor allem Geld. Das Leben im Untergrund war teuer. So beschlossen sie, sich Geld durch Banküberfälle zu besorgen. Gleich drei Banken in Berlin wurden im September 1970 gleichzeitig überfallen. Im Zuge der verstärkten Fahndung kam es im Oktober und Dezember 1970 zu ersten Festnahmen, unter den Festgenommenen waren Horst Mahler, Irene Goergens und Ingrid Schubert. Am 15. Juli 1971 wurde Petra Schelm, ebenfalls RAF-Mitglied, bei dem Versuch sie festzunehmen erschossen.

Bombenanschläge

Auf Petra Schelms Tod reagierte die RAF mit einer Reihe von Bombenanschlägen im Mai 1972 [Link]. Vier Menschen wurden getötet, 74 verletzt. Damit begann eine neue Phase der Gewalt.

Die erste Generation in Haft

Im Juni 1972 zeigten die verstärkten Fahndungsmaßnahmen Erfolg: Nacheinander wurden Andreas Baader, Jan-Carl Raspe, Holger Meins, Gudrun Ensslin, Ulrike Meinhof, Irmgard Möller und weitere Mitglieder der RAF festgenommen. Damit war die "erste Generation" in Haft. Der Terror aber war damit nicht zu Ende - er begann eigentlich erst. Denn es formierte sich eine neue Truppe, die "zweite Generation". Ihr vorrangiges Ziel wurde es, die erste Generation aus dem Gefängnis freizupressen.

Über die RAF: www.youtube.com/watch


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