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Flucht


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Fluchttunnel am S-Bahnhof Wollankstraße 1961
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Diese Zeichnung zeigt versuchte und erfolgte Grenzdurchbrüche über die Grenzsicherungsanlagen (1.12.74-30.11.79)

So lange die Grenze noch durchlässig war, bis Mai 1952 nämlich, nutzten viele Menschen diesen Weg in die Bundesrepublik. Bis August 1962 blieb dann noch Berlin als Schlupfloch in den Westen. Danach aber war der Weg über die Grenze versperrt. Von der Gründung der DDR 1949 bis 1990 verließen 3,8 Millionen Menschen die DDR (eingeschlossen 480.000 Personen, die nach Stellung eines Ausreiseantrags die DDR verlassen durften).

Lebensgefahr

Nur unter Lebensgefahr konnte man die Grenze selbst direkt überwinden. Tatsächlich verloren viele Menschen an der innerdeutschen Grenze oder der Berliner Mauer ihr Leben (siehe: Die Grenze). Auch mehrere Fluchthelfer aus der Bundesrepublik wurden erschossen.

Haft

Wer vor oder während der Flucht erwischt wurde, kam ins Gefängnis. Bis zu acht Jahre Haft standen zuletzt auf "Republikflucht". Jedes Jahr scheiterten wesentlich mehr Fluchtversuche als gelingen konnten. Wer erwischt wurde, kam als politischer Gefangener in Untersuchungshaft der Stasi.

Not macht erfinderisch

Dennoch versuchten jedes Jahr mehrere tausend Menschen aus der DDR zu fliehen. Sie versteckten sich in Autos, die über die Grenzübergänge fuhren. Sie gruben Tunnel. Sie versuchten mit Surfbrett oder Mini-U-Boot die Ostsee zu überwinden. Sie nutzten gepanzerte Lastwagen, mit denen sie die Grenzschranken durchbrechen wollten. Sie bauten Heißluftballons.

Ausgeschleust

Viele Fluchtwillige versuchten es über die Grenze aus einem Urlaubsland. Sie machten Urlaub in Rumänien oder Bulgarien. Dort erhielten sie von einer Kontaktperson aus dem Westen bundesdeutsche Pässe, mit denen sie dann in den Westen ausreisen konnten. Fluchthelfer besorgten also Pässe, aber sie versteckten auch DDR-Bürger in ihrem Auto oder gruben Tunnel vom Westen aus.

"Verbleiber"

Im Stasi-Jargon hießen diejenigen, die legal in den Westen gereist waren, dann aber nicht zurückkehrten, "Verbleiber". Das konnten z. B. Besucher sein oder Reisekader. Auch sie gehörten zu den Flüchtlingen.

Unter der Erde, durchs Wasser oder durch die Luft

Spektakulär waren Fluchten durch Tunnel in Berlin. Es gab wohl mindestens 39 solcher Versuche, durch einen Tunnel zu fliehen. Z. B. gelang es im September 1962 gleich 29 Personen durch einen von der Bernauer Straße unter der Berliner Mauer gegrabenen Tunnel zu fliehen. Nicht weit davon entfernt flohen 57 Personen im Oktober 1964 durch einen 145 m langen Tunnel.

Aufsehen erregte auch die Flucht durch die Ostsee: Peter Döbler schwamm im Juli 1971 in 25 Stunden von Kühlungsborn (DDR) nach Fehmarn (BRD)... Sogar verfilmt wurde die Flucht mit einem Heißluftballon, wie sie  im September 1979 zwei Familien aus Thüringen gelang (siehe auch: Ballonflucht). Ein Fluchtversuch per Drachenflug misslang jedoch im November 1986.

Siehe auch: Tod von Peter Fechter.

Beim Hellen Köpfchen berichtet Karl-Heinz Richter von seinem Fluchtversuch aus der DDR.

Hier siehst du den Animationsfilm "Der Duft des Westens", in dem Mark Huff und Arne Breusing von einer Flucht erzählen - der Flucht von Reinhold Huff, dem Vater von Mark Huff, der im September 1973 über die innerdeutsche Grenze ins westdeutsche Bayern flieht:

Mit freundlicher Genehmigung von RUFF HUFF - vielen Dank!

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