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Das Devisenproblem


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Hundertmarkschein der Bundesrepublik
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Intershop auf einem U-Bahnsteig des Bahnhofs Berlin Friedrichstraße, nur von West-Berlin aus zugänglich, daher auch mit Schaufenstern, die sonst nicht vorhanden waren. Ebenso gehörten Bücher üblicherweise nicht zum Angebot von Intershops.
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Genex-Katalog von 1986

Vor allem ab den 1970er Jahren verschuldete sich die DDR immer mehr. Sie benötigte Geld.

Devisen gesucht

Die DDR-Mark war eine nicht-konvertible Währung. Das heißt, dass sie nur in der DDR Gültigkeit hatte. Sie diente als "Binnenwährung" nur in der DDR als Zahlungsmittel. Um also in den westlichen Ländern einkaufen zu können, wurden Devisen benötigt. Das waren konvertible Währungen, also umtauschbare. Insbesondere die D-Mark und US-Dollars waren gefragt. Weil der Name "Deutsche Mark" in der DDR verpönt war, nannte man die Währung der Bundesrepublik zur Unterscheidung von der Mark der DDR Valutamark oder kurz Valuta.

Transitabkommen und Mindestumtausch

Einen Großteil an Devisen nahm die DDR aus Geschäften mit der Bundesrepublik ein. Außerdem erhielt die DDR durch bestimmte Abkommen zwischen beiden Ländern ebenfalls Devisen. So flossen mit dem Transitabkommen 1971 jährlich viele Millionen D-Mark in die Kasse der DDR (1974: 234 Millionen DM, 1978: 400 Millionen DM, 1989: 525 Millionen DM). Auch der "Mindestumtausch", der 1964 eingeführt und immer wieder erhöht wurde (siehe: 1964 und 1980), brachte Devisen ein.

Freikauf

Hohe Deviseneinnahmen brachte der DDR auch der Freikauf von politischen Häftlingen seit Ende 1962 durch die Bundesrepublik. Politische Gefangene wurden gegen Zahlung hoher Summen in den Westen entlassen. Mehr als 33.000 Menschen kamen so zwischen 1964 und 1989 in den Westen. Pro Häftling zahlte die Bundesrepublik anfangs 40.000 DM, später rund 100.000 DM. Außerdem wurden etwa 250.000 Ausreisewillige durch den Westen freigekauft.

Produktion für den Westen

Eine weiterte Einnahmequelle für Devisen war der Verkauf von DDR-Waren ins Ausland. Man produzierte sie in der DDR, aber die Bevölkerung dort konnte sie nicht kaufen. Das waren z. B. Möbel, Fernseher oder auch Weihnachtsschmuck aus dem Erzgebirge. Ein Teil dieser für den Westen produzierten Waren wurde nicht exportiert, sondern in den Intershops verkauft.

Intershops

Eine mögliche weitere Einnahmequelle boten darum die Intershops. In diesen Läden, die es z. B. entlang der Transitstrecke an Rastplätzen gab, wurden für den Westen produzierte Waren verkauft, jedoch deutlich günstiger als es sie im Westen zu kaufen gab. Im Angebot waren insbesondere Alkohol, Zigaretten, Kaffee, Parfum, Kleidung, Uhren und Schmuck. Viele Westbürger kauften hier also günstig ein. Bezahlen konnte man nur mit Devisen. 271 Intershops gab es im Jahr 1974.

DDR-Bürger durften bis 1974 gar kein Westgeld besitzen. Dann war das erlaubt, z. B. weil Verwandte aus dem Westen es ihnen geschenkt hatten. Ab 1979 durften sie jedoch damit nicht mehr in den Intershops einkaufen, sondern mussten es zuvor in so genannte Forumschecks umtauschen. Möglichst schnell wollte die DDR so auch an die Devisen ihrer Bürger kommen. Ein Rücktausch war nicht möglich.

Genex-Geschenkdienst

Eine weitere Einnahmequelle für Devisen war der Genex-Geschenkdienst. Bundesbürger konnten aus einem Katalog über Vermittlungsagenturen Geschenke für Verwandte oder Freunde in der DDR bestellen. Der Großteil kam aus DDR-Produktion. Da gab es neben Lebensmitteln und Konsumgütern wie Möbeln und Kleidung sogar Motorräder, Autos oder Fertigteilhäuser zu kaufen.



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