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Plattenbau


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Vorläufer der Plattenbauten: das Corbusierhaus in West-Berlin, erbaut 1957
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Bau von Plattenbauten 1972/73
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Neubaugebiet in Marzahn 1987
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Doppelwohnhochhaus WHH GT 21/18 in Berlin, Oberweißbacher Straße

Das Bauen im Stil des Sozialistischen Klassizismus war zu teuer und nach Stalins Tod auch nicht mehr erwünscht. Um schnell günstigen Wohnraum zu schaffen, ging man zur Bauweise mit fertigen Elementen aus Beton über. Schnell erhielten die so entstandenen Bauten den Namen "Plattenbau". Der offizielle Name dieser Art zu bauen ist aber "Großtafelbauweise".

Kleine Geschichte

Erste solcher Bauten gab es ab 1910 in New York. In Deutschland wurde die Bauweise erstmals ab 1925 in Frankfurt am Main verwendet, wo ein neuer Stadtteil entstand ("Neues Frankfurt"). Eine erste Plattenbausiedlung entstand ab 1926 in Berlin-Friedrichsfelde.

Zum Vorbild moderner Plattenbauten wurde das von dem Architekten Le Corbusier entworfene Unité d'Habitation, das bedeutet "Wohneinheit". Le Corbusier baute diese Wohneinheiten zwischen 1947 und 1965 in Frankreich und in Berlin.

Plattenbausiedlungen - mittendrin, am Rand oder ganz neu

In der DDR wurde die Plattenbauweise dann besonders viel verwendet. Es bedeutete auch eine Abkehr vom Sozialistischen Klassizismus hin zu moderner Architektur. Erste Plattenbauten gab es 1953 in Berlin-Johannisthal und 1957 in Hoyerswerda. Mit dem Wohnungsbauprogramm von 1973, das den Wohnraummangel endlich beseitigen sollte, wurde der Plattenbau zum wichtigsten Neubautyp.

Eine große Anzahl an Großwohnsiedlungen entstand, teilweise in den Zentren der kriegszerstörten Städte (z. B. in Magdeburg), aber auch als Neubaugebiet am Stadtrand (z. B. in Berlin-Marzahn), als riesige Neuanlagen vor der Stadt (z. B. in Halle-Neustadt) oder als ganze Neuanlage einer Stadt wie Eisenhüttenstadt.

Wie funktioniert das?

Statt Stein auf Stein ein Haus zu mauern werden beim Plattenbau vorgefertigte Teile benutzt. Betonplatten werden in Fabriken vorher angefertigt und dann zur Baustelle gebracht. Dort müssen die Bauteile dann nur noch zusammengefügt werden. So ist man unabhängiger vom Wetter, was bei der althergebrachten Bauweise ein Problem sein kann. Außerdem lassen sich die Fertigteile recht schnell zusammensetzen. So entstehen allerdings auch sehr gleichförmige Bauten. Schon vorher steht fest, wo jede Steckdose sitzt oder wo ein Rohr entlangläuft.

Typenbauten - WBS 70, WHH Gt 18 oder doch P2?

Die Architekten entwickelten verschiedene Typen von Plattenbauten. Besonders häufig gebaut wurde der Typ WBS 70. Das ist die Abkürzung für "Wohnbauserie 70". Sie wurde 1970 entwickelt. Dieser Typ ist mit 42 Prozent am häufigsten zu finden. Er hat meist fünf oder elf Geschosse.

Demgegenüber ist WHH GT 18/21 höher. Es bedeutet "Wohnhochhaus Großtafelweise" mit 18 oder 21 Stockwerken. Es wurde ab 1969 gebaut, oft zwei nebeneinander.

P2 wurde 1961 erstmals gebaut. P2 steht für "parallel 2": Die tragenden Wände waren parallel zur Fassade angeordnet und es gab zwei Aufgänge im Haus. Die Wohnungen liegen um ein innenliegendes Treppenhaus, es gibt fünf bis elf Stockwerke.

In die Platte? Gerne!

Plattenbauten erfreuten sich in der DDR großer Beliebtheit. Denn im Gegensatz zu den verwahrlosten Altbauten, wo es kein Bad in der Wohnung gab und mit Kohle geheizt wurde, hatte man hier den größten Komfort: fließendes Wasser, Zentralheizung, ein Bad mit Toilette und Badewanne.

Außerdem entsprach der Plattenbau dem sozialistischen Ideal, dass der Status eines Menschen nicht an seiner Wohnung ablesen zu können. Stasi-Mitarbeiter erhielten bevorzugt Wohnungen in den neuen Großsiedlungen. Andere mussten oft lange auf eine Zuteilung warten.
Mehr zum Leben im Plattenbau.



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