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Sozialistischer Klassizismus


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Die sowjetische Botschaft in Berlin Unter den Linden 1958. Deutlich sind die Anklänge an den Klassizismus zu sehen, z. B. die Säulen.
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Wilsdruffer Straße 15–19 am Dresdner Altmarkt (2011)
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Karl-Marx-Allee: Block C Nord zwischen Koppenstraße und Straße der Pariser Kommune

Der Sozialistische Realismus war der einzige Kunststil, der in der Sowjetunion zugelassen war, und das schon seit 1934. Repräsentative, palastartige Gebäude mit vielen Verzierungen, Säulen und Turmaufbauten sind seine Kennzeichen in der Architektur.

Wie der große Bruder

Nach der sowjetischen Besatzung sollte dieser Stil auch in die Architektur der DDR Einzug halten. Gefordert wurden zudem nationale Stilmittel. Im Fall der DDR war das vor allem der Klassizismus, der sich die Antike zum Vorbild nahm, darum spricht man hier vom Sozialistischen Klassizismus.

Wie die Zuckerbäcker

Man nennt den Sozialistischen Klassizismus auch Zuckerbäckerstil: Wie der Zuckerbäcker eine Torte verziert, so wurden die Gebäude vielfach dekoriert, getürmt oder mit Säulen ausgestattet. Das geschah oft so übertrieben, dass die Verzierung aufgesetzt und nicht harmonisch wirkt. Vor allem in Sachsen gab es Anklänge an den Barock, z. B. beim Wiederaufbau des Dresdner Altmarkts.

Zum Beispiel

In vielen Städten der DDR baute man nun im Sozialistischen Klassizismus. Sowohl im Krieg zerstörte Viertel als auch neue Stadtviertel in den Randlagen wurden mit Anklängen an den Klassizismus oder Barock gebaut. Die Bebauung der Stalinallee (heute Karl-Marx-Allee) oder des Dresdner Altmarkts sind markante Beispiele, wie du an den Fotos links erkennen kannst. Als Wohnort für die Arbeiter des neu entstehenden Eisenhüttenkombinats wurde Eisenhüttenstadt ab 1950 planmäßig im Stil des Sozialistischen Klassizismus aufgebaut.

Abkehr vom Zuckerbäckerstil - Hinwendung zur industriellen Bauweise

Schon Mitte der 1950er Jahre verabschiedete man sich jedoch vom Zuckerbäckerstil. Es war nämlich viel zu teuer, so luxuriös zu bauen. Viel zu wenig bezahlbarer Wohnraum wurde auf diese Weise geschaffen - und Wohnraum wurde immer noch dringend benötigt.

Zudem war Stalin 1953 gestorben und in der Sowjetunion verabschiedete man sich mit der Entstalinisierung ebenfalls von diesem Stil. Stattdessen bevorzugte man nun die industrielle Bauweise und so entstanden die vielen Plattenbauten, die bis heute das Bild in vielen Städten der ehemaligen DDR prägen.



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