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Literatur in der DDR


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Abordnung deutscher Kulturschaffender auf dem Isaak-Platz in Leningrad 1948, die meisten sind Schriftsteller, von links: Ellen Kellermann, Günther Weisenborn, unbekannt, Bernhard Kellermann, Wolfgang Harich, Anna Seghers, Stephan Hermlin, Wolfgang Langhoff, Michael Tschesno-Hell, Eduard Claudius, M. J. Apletun (Sowjetunion) und Heinrich Ehmsen.
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Messebesucher am Stand des Verlags Neues Leben Berlin (Leipzig 1951)
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Die Schriftstellerin Brigitte Reimann liest 1966 aus Manuskripten bisher nicht veröffentlichter Arbeiten (rechts neben ihr der Cheflektor des Verlags Neues Leben).

Die Schriftsteller der DDR standen wie die Künstler oder Musiker unter der Kontrolle des Staates. Nur wer politisch konform war (d. h. linientreu), erhielt die Erlaubnis, seine Werke zu veröffentlichen. Dabei gab es durchaus einen gewissen Spielraum. Wer den aber zu sehr ausdehnte, wurde bestraft: Er durfte nichts veröffentlichen, wurde aus dem Schriftstellerverband ausgeschlossen oder gar verhaftet, verurteilt oder ausgebürgert.

Nach dem Krieg

Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Literatur in der Sowjetischen Besatzungszone und dann in der frühen DDR ebenso wie die im Westen geprägt von Menschen, die während der nationalsozialistischen Herrschaft geflohen waren und nun zurückkehrten. Die NS-Herrschaft, der Krieg und seine Auswirkungen waren die Themen, die diese Autoren beschäftigten.

Sozialistischer Realismus in der Literatur

Wie in Kunst, Musik und Architektur wurde auch in der Literatur bald der "Sozialistische Realismus" als Stil gefordert - zunächst von den sowjetischen Besatzern, dann von der SED. Arbeit und Alltag im Sozialismus sollten als Themen behandelt werden, und zwar möglichst wirklichkeitsnah. Die Veränderungen der Gesellschaft durch den Sozialismus sollten mit Zuversicht beschrieben werden und so selber zur Veränderung beitragen.

Phasen

Es gab im Laufe der 40 Jahre der DDR mehrere Phasen, die die Literatur prägten. In den 1950er Jahren ging es thematisch oft um den Aufbau, darum spricht man auch von Aufbauliteratur. Eine neue Fabrik wurde aufgebaut, der Arbeiter zum Helden stilisiert. Der Sozialismus siegte am Ende, auch gegen Gegner  und "böse" Kräfte (Beispiel: "Menschen an unserer Seite" von Eduard Claudius, 1951).

In den 1960er Jahren folgte die Ankunftsliteratur. Die Berliner Mauer stoppte den massiven Weggang, die Autoren arrangierten sich, der Bitterfelder Weg wurde geebnet. Die Hauptfiguren waren nun meist jüngere, intellektuelle Menschen, die sich im Beruf und im Privaten bewähren mussten. Es wurde gezeigt, wie diese Menschen den Glauben an den Sozialismus entwickeln, es ging um die Ankunft des neuen, sozialistischen Menschen (Beispiele: "Ankunft im Alltag" von Brigitte Reimann, 1961 und "Der geteilte Himmel" von Christa Wolf, 1964).

Nach der Machtübernahme durch Erich Honecker kam es in den 1970er Jahren zunächst zu einer Lockerung. Auch die Schriftsteller erhielten mehr Freiräume. Mit der Ausbürgerung Wolf Biermanns 1976 endete diese Phase jedoch wieder. Die Gegenbewegung führte zur massiven Unterdrückung. Etwa 100 Autoren siedelten in der Folgezeit in die Bundesrepublik über, teils unter Zwang, teils aus freiem Willen, unter ihnen Sarah Kirsch, Günter Kunert und Reiner Kunze.

In den 1980er Jahren bildete sich, wie in der Kunst, eine Untergrundszene. Sie konzentrierte sich z. B. im Ost-Berliner Stadtteil Prenzlauer Berg. Die jungen Autoren veröffentlichten ohne Verlage in Untergrundzeitschriften und hielten Lesungen, um ihre Werke bekannt zu machen. Zu ihnen gehörten z. B. Detlef Opitz oder Johannes Jansen.


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