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Wir sind das Volk!


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Montagsdemonstration in Leipzig 23. Oktober 1989
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Die Leipziger Nikolaikirche im Jahre 2004. Davor ein Denkmal zur friedlichen Revolution
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Großdemonstration in Plauen am 30. Oktober 1989
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Montagsdemonstration in Leipzig am 6. November 1989
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Montagsdemonstration in Leipzig am 20. November 1989 mit rund 100.000 Menschen
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Nach Friedensgebeten in sieben Kirchen fanden sich am 27. November 1989 etwa 200.000 Menschen zur traditionellen Montagsdemonstration ein.

An der Leipziger Nikolaikirche fanden schon seit Mitte der 1980er Jahre jeden Montag um 17 Uhr Friedensgebete statt. Am 4. September 1989 versammelten sich Teilnehmer dieses Friedensgebetes vor der Kirche in der Leipziger Innenstadt, um zu demonstrieren.

Auf Plakaten forderten sie "Freiheit!" und "Wir wollen raus!". Westdeutsche Journalisten, die aufgrund der Leipziger Messe anwesend waren, wurden Zeugen, wie die Stasi die Transparente herunterriss.

Warum montags?

Von nun an fanden jeden Montag Demonstrationen statt. Warum montags nach 17 Uhr? Wer arbeitete, konnte an der Demonstration teilnehmen, ohne der Arbeit fernbleiben zu müssen. Die Läden hatten noch offen, sodass man sich in der Innenstadt aufhalten konnte, ohne sofort aufzufallen.

Filmmaterial westdeutscher Sender konnte rechtzeitig in den Westen geschmuggelt werden, um dort in den Hauptnachrichten gezeigt zu werden. Und schließlich fanden Parteiversammlungen der SED immer montags statt, sodass Parteimitglieder sich dort aufhielten.

Leipzig

Gefordert wurden eine Änderung der politischen Verhältnisse, eine demokratische Neuordnung und das Ende der SED-Herrschaft. Am 11. September wurden 89 Demonstranten festgenommen. Am 25. September demonstrierten etwa 8.000 Menschen, am 2. Oktober waren es 20.000. Die Sicherheitskräfte versuchten gewaltsam, die Demonstrationen zu verhindern.

Als am 9. Oktober schon über 70.000 Menschen demonstrierten, hielten sich die Sicherheitskräfte angesichts der Massen nun zurück. Dies war ein Wendepunkt. Erstmals ertönte hier der Ruf "Wir sind das Volk". Er wurde zum Motto und von den Menschenmassen im Sprechchor immer wieder laut gerufen. Gefordert wurde aber auch "Keine Gewalt!"  Am 16. Oktober zogen mehr als 120.000 Menschen durch Leipzig, am 23. und 30. Oktober mehr als 300.000 und am 6. November sogar 500.000 Menschen.

Andere Städte

Doch nicht nur in Leipzig, auch in anderen Städten der DDR kam es zu Demonstrationen. Manche fanden ebenfalls montags statt, manche auch an anderen Wochentagen. Überall wurde eine neue demokratische Ordnung gefordert.

So kam es am 4. Oktober 1989 in Dresden zu einer Demonstration am Hauptbahnhof, als die Züge mit den Botschaftsflüchtlingen hier hielten. Eine weitere Demonstration fand am 8. Oktober statt. 1300 Menschen wurden festgenommen.
Mehrere Großdemonstrationen fanden auch in Plauen statt, so am 7. und am 28. Oktober 1989.

Fortführung bis 1990

Mit der Öffnung der Grenze am 9. November 1989 waren die Montagsdemonstrationen nicht beendet. Sie wurden noch bis zum März 1990 fortgesetzt, als die ersten freien Volkskammerwahlen stattfanden.

Quelle: www.history-vision.de

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