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Hintergrundbild Epoche

Von Hutschachteln und Reformkleidern


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Damenmode für die Oberschicht.
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Mode aus dem Jahr 1912, klassischer langer Rock und eine weiße Bluse.
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Warum steht mir mein Hut so gut?

Unterschiede zwischen Arm und Reich

Die reichen Damen kleideten sich meist nach der neuesten Mode und die kam selbstverständlich aus Paris. So trugen die Frauen höherer Gesellschaftsschichten schicke Kleidung, die oft mit Federn, Blumen, kostbaren Spitzen und teuren Perlen versehen war. Die Kleidung der Arbeiterinnen, der Mädchen im Büro, der Handwerkerfrauen oder der Bäuerinnen war sehr viel einfacher. Wenn man von der Mode der "Belle Epoque" ("schöne Zeit") um die Jahrhundertwende spricht, so muss man sehen, dass sich diese Mode nur die Frauen der Oberschicht leisten konnten. 

Schmale Taille und "dicker Hintern"

Ab 1900 setzte sich das so genannte Senkrückenkorsett durch. Die Taille wurde noch schmaler und der Po stärker betont und nach hinten gedrückt.

Kleider waren manchmal noch mit einem Schlepprock versehen. Blusen erfreuten sich größerer Beliebtheit. Das Material war oft sehr fein, wie Chiffon oder Seide, und wirkte bauschig über der Taille. Ausschnitte trug man eigentlich nicht und wenn es einen Ausschnitt gab, dann wurde dieser mit Tüll und Spitzen überspielt. Viele Kleider besaßen einen Stehkragen und der Rock war immer bodenlang. Rafften die Frauen den Rock, dann guckte schon einmal ein Unterrock hervor, den man unter Rock oder Kleid trug. Beliebt waren auch sehr kurze Jacken und Kostüme mit weiten Glockenröcken. Mit der Zeit wurden die Röcke ein Stückchen kürzer und man konnte einen Blick auf die Schuhe der Trägerinnen werfen. 

Befreiung vom Korsett

Die Korsettmode war eine Mode, die Frauen einschnürte und nicht nur körperlich einengte. Wie sollte man mit so einem Korsett überhaupt arbeiten, wie denken, wenn einem andauernd die Luft abgeschnürt wurde?
Doch die Frauen fingen im Zuge der Frauenbewegung an, sich von diesen einengenden Teilen zu befreien. Immer mehr Frauen waren berufstätig und mussten sich ja auch irgendwie bewegen. Und das war im Korsett, wenn es eng geschnürt war, gar nicht so einfach. Im Laufe des Ersten Weltkrieges fing man dann an, völlig auf Korsette zu verzichten. In dieser Zeit wurden die Frauen auch bei Männerarbeiten benötigt und mit Korsett ließ sich höchstens still sitzen, aber keine körperlich anstrengenden Arbeiten verrichten.

Das Reformkleid

Um 1900 kam für eine kurze Zeit ein so genanntes "Reformkleid" auf den Markt, bei dem die Frauen ganz auf ein Korsett verzichteten. Dieses Kleid hing dann lose von den Schultern herab. Doch das Kleid wurde von den meisten Frauen nicht angenommen. Zwar setzte sich eine ganze Bewegung, die in engem Zusammenhang mit der Frauenbewegung stand,  für dieses Kleid ein, doch die Mehrheit konnte davon nicht überzeugt werden.

Auch wenn sich dieses Kleid nicht durchsetzen konnte, forderte man für Frauen auch mehr Freiheit in der Bewegung. Wie sollten Frauen in diesen engen Kleidern Sport machen können? Bodenlange Röcke und Korsetts eigneten sich nicht für Tennis, Radfahren oder gymnastische Übungen. Hierfür wurden dann die ersten Hosenkostüme entworfen. Diese durften nur im Sportbereich getragen werden, ansonsten sollte es noch eine ganze Weile dauern, bis Frau tatsächlich eine Hose tragen durfte.

Doch auch die restliche Kleidermode wurde etwas bequemer. Hatten die Frauen vor 1900 noch Röcke mit einem wirklich komisch aussehenden "Hinterteil" getragen, so waren die Röcke jetzt einfacher geschnitten. Was es immer noch gab, waren "Humpelröcke", die waren so eng, dass die Frauen damit nur Minischritte gehen konnten.

Die Hüte waren kunstvoll und kreativ geschmückt

Viele Damen trugen auch sehr gerne Hüte, die äußerst kunstvoll und kreativ geschmückt wurden. Der Phantasie waren wenige Grenzen gesetzt, ob Blumen, Federn exotische Vögel, kunstvoll gefertige Spitzen, auf den Hut ließ sich alles Möglich packen. Für viele Hutträgerinnen war es wichtig, einen einzigartigen Hut zu tragen, den sonst keine andere Frau trug. Das konnten sich natürlich nur die reicheren Damen leisten. Eine Fabrikarbeiterin mit Hut und Pfauenfeder, so etwas war unvorstellbar. Manche Hüte sahen aus wie riesige Wagenräder. Um 1907 konnte ein solcher Hut eine Breite von 60 cm erreichen. 

Neben den Hüten schmückten die Damen sich auch gerne mit Federboas und Pelzen oder trugen an den Armen Spitzenhandschuhe, auch das war ein Modehit.

Coco Chanel entwickelte eine völlig neue Art der Mode

Ab 1912 entwickelte sich eine völlig neue Art der Mode, die von bekannten Modeschöpfern und -schöpferinnen kreiert wurden. Bekannt wurde zum Beispiel Coco Chanel (1883-1971). Coco Chanel war Französin und um die Jahrhundertwende war Paris schon die "Stadt der Mode". Ihre Mode bevorzugte einen Rock, der bis zur Wade ging und ein Oberteil ohne Korsett. Dazu kam dann so langsam auch der Kurzhaarschnitt, eine Entwicklung die die Mode der Weimarer Republik prägen sollten.


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