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Hintergrundbild Epoche

Wer sind die Wandervögel?


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Auf diesem Foto siehst du Karl Fischer, den Begründer der Wandervogelbewegung, in jungen Jahren.

Auch während der Kaiserzeit gab es Menschen, die die bestehende Gesellschaft hinterfragt haben. Sie suchten nach Freiheit, Ungezwungenheit und Gleichheit.

Die Wandervögel als Rebellen

Das fanden sie - wie auch die Romantiker - in der Natur, beim Wandern. Daraus entstand eine Bewegung, die man Wandervogelbewegung nannte. Das klingt erst einmal ziemlich lustig. Für die jungen Leute war das damals aber eine Form von Rebellion, so, wie man heute gegen oder für etwas auf die Straße zum Demonstrieren geht. So packten sie ihre Rucksäcke, ihre Gitarren, ihr Blechgeschirr und zogen in den Wald. Aber anders als bei den Pfadfindern verzichteten sie auf Uniformen, auf Strenge und auf Drill, denn sie wollten frei sein und sich von allem Militärischen fern halten.

Mädchen und Jungen zusammen – ein Skandal!

Du kannst dir vorstellen, dass es in der sittenstrengen wilhelminischen Gesellschaft gar nicht gerne gesehen wurde, wenn Jungen und Mädchen gemeinsam in die freie Natur zogen, ohne dass Anstandsdamen dabei waren. Jungen und Mädchen hatten an den Schulen nicht einmal gemeinsam Unterricht. Und dazu kamen die Nächte am Lagerfeuer, ohne Betreuung und Kontrolle. All das war ziemlich unmöglich.

Aus der Bewegung wurde ein Verein

Während sich die Jungen und Mädchen am Anfang nur zwanglos trafen, wurde 1901 in Berlin-Steglitz ein Verein gegründet, und zwar von einem Schüler namens Karl Fischer (1881-1941). Nun fanden sich die ehemals freien Wandervögel doch wieder in einem Verein, der Regeln und Verbote aufsetzte. So traten im Laufe der Zeit Meinungsverschiedenheiten auf, wie man als "Wandervogel" zu leben habe. Es spalteten sich kleine Grüppchen ab und Neugründungen entstanden, die wieder eine andere Vorstellung vom Wandervogeldasein hatten. Auch war man sich nicht so ganz klar darüber, ob denn Mädchen mitmachen durften oder wie man es mit dem Alkohol zu halten hätte.

Keine Häuptlinge erwünscht

Auch darüber gab es heftige Diskussionen. Manche wollten strenge Regeln, andere wieder ihre Freiheit ohne einen "Häuptling" oder "Führer". Eine Besonderheit dieser ersten großen Jugendbewegung war, dass Volksschüler mitmachten durften und nicht nur Gymnasiasten. Diese Bewegung war schon ziemlich modern und revolutionär. Von Gruppierungen, die national dachten und dem Kaiser Treue schworen, wollten sich die "echten" Wandervögel bewusst abgrenzen. Doch schon in der Zeit nach dem Ersten Weltkrieg gab es Gruppierungen, die das nationale Gedankentum übernahmen und sich an militärischen Vorgaben ausrichteten.


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