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Hintergrundbild Epoche

Gaudí und der Modernismo


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Die berühmte Casa Battlo von Gaudí geplant.
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Park Güell in Barcelona.
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Die Sagrada Familie als ewige Baustelle.

Eine ganz besondere Form der Architektur des Jugendstils entwickelt sich in spanischen Katalonien. Antoni Gaudís (1852 - 1916) Bauwerke zeigen ein ganz eigenen Stil des Künstlers.

Gaudí und Barcelona

Ein sehr berühmter Architekt lebte in Spanien und hieß Antoni Gaudí. Dessen Lebenswerk, die Kirche Sagrada Familia in Barcelona, ist ein sehr gutes Beispiel für den katalanischen Jugendstil, den man als "Modernismo" bezeichnete. Das war ein andere Name für diese moderne Stilrichtung. Auf dem Foto der von Gaudí über viele Jahre erbauten Kirche kann man sehr gut die typischen Merkmale dieses Stils erkennen, die geschwungen Linien und die Motive aus der Tier- und Pflanzenwelt.

Barcelona - die Stadt Antonio Gaudís

Antoni Gaudí i Cornet lautete sein vollständiger spanischer Name und geboren wurde er in Barcelona, das liegt in einer Landschaft ganz im Norden Spaniens in Katalonien. Seiner Geburtsstadt sollte er einen ganz persönlichen Stempel aufdrücken und noch heute wäre Barcelona ohne diesen begabten Architekten um einige extravagante Bauwerke ärmer.

Gaudís Stil wird zwar dem Jugendstil zugerechnet, doch schaut man genau hin, so war sein Stil wohl einmalig. Eben "Gaudí-Stil".  Typisch für seine Architektur und Kunst waren Treppenhäuser, die wie Schneckenhäuser aussahen, Grotten und Kuppeln aus einer ferner Märchenwelt, Meereswellen mit bunten Mosaiken verziert und die beliebten Geckos, die immer wieder zu entdecken sind. Tiere finden sich übrigens überall in Gaudís Kunst.

"Modernismo"

Die spanische Ausprägung des Jugendstils heißt "Modernismo". Diese Kunstrichtung zeichnete sich vor allem dadurch aus, dass sie einerseits Altes aufgriff - zum Beispiel Elemente der Gotik - und mit ganz neuen, eben modernen Ideen, verband. Wie der Jugendstil wollte die Kunst des Modernismo das ganze Leben der Menschen durchdringen. Baute früher ein Architekt einfach ein Haus oder ein Gebäude, so sorgte er jetzt auch für die Gestaltung der Inneneinrichtung, der Möbel, der Lampen oder Teppiche. Sogar um das Geschirr musste er sich kümmern. Doch so bildete am Ende alles eine Einheit und wirkte wie aus einem Guss. Und Gaudí hat das bis zum Extrem gesteigert. So verband er auch arabische mit europäischen  Elementen und bediente sich bei seinem Schmuck und seinen Verzierungen gerne bei der Natur. Schnecken, Blätter, Muscheln waren beliebte Motive des Künstlers.

Traum und Märchen

Viele Gebäude, die du heute in Barcelona siehst, stammen aus dem Kopf Gaudís. Man erkennt sie sofort, sind sie doch so ungewöhnlich und einfach anders. Vor allem die runden Formen, die auffälligen Verzierungen, das Verspielte, Verträumte und Märchenhafte zeichnen die Gebäude aus. Fließende und runde Formen, geschwungene Linien herrschen vor. Manches wirkt bewusst auch schräg und schief. Zu Gaudís berühmtesten Werken zählen die Casa Vicens, die Casa Casa Batlló, die Casa Milà oder auch der Park Güell in Barcelona, der ganz nach Gaudís Vorstellungen geschaffen wurde und in dem man auch noch heute den Geist des berühmten Architekten spürt.

Sagrada Familie als Dauerbaustelle

Berühmt wurde vor allem sein ehrgeizigstes Werk, die Sagrada Familia in Barcelona - die heilige Familie - eine Kirche, die Gaudí allerdings nie fertig gestellt hat. Schon 1883 übernahm er das Projekt, doch fehlte oft das Geld und Gaudí musste zusehen, wie er wieder neue Gönner fand, um dieses Projekt zu finanzieren. Es wurde immer teurer und aufwändiger, doch Gaudí war ganz vernarrt in diese Kirche. Zu Lebzeiten Gaudís entstanden nur die Krypta, die Apsis, die Weihnachtsfassade und einer der Glockentürme. Noch heute ist das Projekt übrigens eine Baustelle, vielleicht die am meisten besuchte Baustelle der Welt.  

Heute verehren viele Menschen Gaudí und seine Kunst, doch zu seiner Zeit gefiel sein Werk gar nicht so sehr. Ein Teil der Leute hielt ihn für ziemlich verrückt, eben weil er seinen eigenen Kopf hatte. Auch blieb er nicht immer bei den Vorgaben seiner Auftragsgeber. Oft fiel ihm während des Bauens mal wieder was Neues ein und das kostete dann wieder mehr Geld, was die Bauherren nicht immer erfreute.

Auf folgendem Video siehst du, wie die Kirche in den nächsten Jahren weitergebaut werden soll. Es handelt sich dabei um eine Computersimulation. Das Projekt bleibt ehrgeizig.


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