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Hintergrundbild Epoche

Ein "neuer Kurs" in der Außenpoltik?


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Das Deutsche Reich wollte im Konkurrenzkampf um die Weltmacht mitspielen.
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Alexander III. von Russland näherte sich Frankreich immer weiter an und entfremdete sich vom Deutschen Reich.
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Parade bei der Übergabe Helgolands an das Deutsche Reich aufgrund des Helgoland-Sansibar-Vertrages, der unter Sansibar-Vertrag bekannt ist.

Nach der Entlassung Bismarcks als Reichskanzler spricht man oft vom "Neuen Kurs" in der Politik. Das betraf die Innenpolitik, aber auch die Außenpolitik. Doch wie sah dieser neue Kurs aus?

Die neue Politik des Deutschen Reiches war Weltmachtpolitik

Während Bismarck in erster Linie Politik auf dem Kontinent betrieb und sein Ziel, ein Gleichgewicht der Kräfte und Mächte durchzusetzen versuchte, spricht man bei der "neuen Politik" von Weltmachtpolitik. Das Deutsche Reich wollte nicht mehr zusehen, wie andere Mächte Kolonien eroberten und überall auf der Welt Stützpunkte errichteten, sondern auch selbst mitmischen. Das forderten nicht nur die Politiker und Angehörigen des Militärs, sondern auch viele Bildungsbürger und Wissenschaftler. Man sprach von einem Gleichgewicht innerhalb der Welt und da sollte das Deutsche Reich nicht außen vor bleiben. Dass dieses Streben längerfristig in eine Katastrophe führen würde, wusste damals keiner oder wollte keiner wissen. So war der Erste Weltkrieg letztlich die Folge einer Machtpolitik, so wie sie Wilhelm II. lange Zeit befürwortet hatte.

Russland und das Deutsche Reich entfremdeten sich

Nach dem Rücktritt Otto von Bismarcks änderte sich die deutsche Außenpolitik unter seinen Nachfolgern. So wurde 1890 der deutsch-russische Rückversicherungsvertrag nicht verlängert. Die Entfremdung zwischen Russland und dem Deutschen Kaiserreich verstärkte sich. Russland entschied sich im Laufe der kommenden Jahre, stärker an Frankreich heranzurücken. Die Folge davon war eine Umorientierung der russischen Politik, die längerfristig zum Verhängnis für das Deutsche Reich wurde. Ende 1893 schlossen Russland und Frankreich sich zum so genannten russisch-französischen Zweibund zusammen. Eine Tatsache, die die Außenpolitiker des Deutschen Reiches wenig erfreute, gegen die sie aber auch wenig unternahmen.

Neue Bündnisse entstanden

Anstelle der Politik des Gleichgewichts, die Bismarck konsequent verfolgt hatte, traten nun neue Verbindungen, Bündnisse und Konstellationen, die letztlich in den Krieg führten, eben weil kein Gleichgewicht der Mächte mehr vorhanden war.

Die Annäherung des Deutschen Reiches an England klappte nicht

Während der Rückversicherungsvertrag nicht verlängert wurde, suchte das Deutsche Reich gleichzeitig eine Annäherung an England. So kam es schließlich zum Sansibar-Vertrag. Aber die Hoffnung des Deutschen Reiches in der Folge stärker mit England zusammenzuarbeiten, erfüllte sich nicht. England wollte sich seine Handlungs- und Entscheidungsfreiheit bewahren und sich nicht zu sehr an das Deutsche Reich und den Dreibund anschließen. Dieser Dreibund wurde dann auch 1891 zwischen dem Deutschen Reich, Österreich-Ungarn und Italien erneuert.

Die Beziehungen zu England verschlechterten sich weiter. Vor allem die Krüger-Depesche trug ihren Teil dazu bei und verstimmte die Engländer dauerhaft.

Die Zeit zwischen 1890 und 1897 stand in Teilen noch in der Tradition Otto von Bismarcks, kündigte aber auch schon das Weltmachtstreben Deutschlands an, das die Politik der Folgejahre prägen sollte.



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