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Hintergrundbild Epoche

Gibt es Kannibalen in der Südsee?


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Die Südsee war ein Traum von vielen Deutschen. Hier siehst du ein Gemälde des französischen Malers Paul Gauguin, der lange in der Südsee lebte.
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Wilhelm Solf war von 1900 bis 1911 Gouverneur von Samoa.
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Ein Pfahlbaudorf in Neu-Guinea.
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Auf den Samoa-Inseln

Auch in der Südsee besaßen die Deutschen Kolonien wie Deutsch Neuguinea und Deutsch Samoa. Deutsch Neuguinea umfasste das Kaiser-Wilhelm-Land, das Bismarck-Archipel, einen Teil der Salomoninseln, die Marianen, die Karolinen und Palau, die Marschallinseln und weitere Inseln.

Die Südsee - ein Traum?

Die Südsee war für viele Deutsche ein Traum. Zahlreiche Reiseberichte beschrieben die Inseln der Südsee mit ihren weißen Stränden, grünen Palmen und vor allem den faszinierenden Frauen als Ziel aller Reisewünsche. Und in der Südsee wurde auch schon seit dem 19. Jahrhundert Handel betrieben.

Die Entwicklung in den Kolonien der Südsee war eine andere als die in den afrikanischen Staaten. Da die Südsee ein ganzes Stück weiter weg vom Deutschen Reich lag, kümmerte man sich sehr viel weniger um diese kleinen Kolonien. Die Verwaltung ging behutsamer und vorsichtiger vor und so gab es in der Folge auch weniger Aufstände der Einheimischen. Und diese sahen durchaus auch die Vorteile, die ihnen die Herren aus fernen Ländern brachten.

Gouverneur Wilhelm Solf mischte sich wenig in die Angelegenheiten der Einheimischen ein

Die Devise von Wilhelm Solf, dem Gouverneur von Deutsch Samoa, hieß, sich möglichst wenig in die Angelegenheiten der Einheimischen einzumischen und ein System der Selbstverwaltung einzurichten. So baute er das Schulsystem aus und sorgte dafür, dass sowohl auf Deutsch aber auch in der Sprache der Einheimischen unterrichtet wurde. Auch Solf glaubte an die Überlegenheit der deutschen Kultur und wollte die Einheimischen "erziehen", sicher war auch er nicht frei von rassistischen Vorstellungen. Aber er wollte niemals die Eingeborenen zu Deutschen machen oder sie gar vernichten. Gewalt war für ihn nicht das Mittel der Politik und das unterschied ihn von vielen anderen Kolonialverwaltern.

Kannibalismus war fest in der Kultur der Menschen verankert

Die Kulturen der Südsee-Inseln waren völlig unterschiedlich von der europäischen oder deutschen. Auch wenn es in der Summe in den deutschen Südsee-Kolonien weniger Gewalt gab, so kam es zwischen den einzelnen Volksstämmen der Ureinwohner immer wieder zu Konflikten. Auch wenn das Bild vom "gruslig aussehenden, hässlichen" Inselbewohner ein Schreckensbild war, das in Schauergeschichten in der Heimat herumgeisterte, gab es in manchen Regionen wie zum Beispiel auf Neuguinea Kannibalismus.

Das bedeutete, dass sich die Stammesmitglieder eines befeindeten und besiegten Stammes aufgegessen haben. Sie wurden gebraten und gekocht und manchmal auch zuvor noch gefoltert. Das klingt schrecklich und war es sicher auch für die Betroffenen. Aber es war Teil der Kultur. Man glaubte, dass man durch das Aufessen die Stärke des Feindes gewinnen würde, so war es nichts anderes als Teil des Überlebenskampfes. Es kam auch vor, dass Weiße in die Hände der Kannibalen fielen, allerdings passierte dies selten.

Zu Anfang der deutschen Schutzherrschaft kümmerte man sich wenig um den Kannibalismus der Eingeborenen, erst später ging man dagegen vor. Allerdings war es schwer,  in den entlegenen Landesteilen diese alte Tradition der Bevölkerung völlig zu beseitigen. Auch heute kann man es nicht ausschließen, dass es in abseits gelegenen Regionen Neuguineas immer noch ab und an zu Kannibalismus kommt.

Für viele wurde der Traum zum Albtraum

Für viele Deutsche war ein Aufenthalt in der Südsee ganz anders als sie es sich erträumt hatten. Das Klima, die Hitze, die Krankheiten machten vielen zu schaffen. Das Paradies Südsee wurde oft zu einer "grünen Hölle auf Erden".


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