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Hintergrundbild Epoche

Welche Parteien und Verbände gibt es zur Kaiserzeit?


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Beim Ausbruch des Ersten Weltkriegs wollte Wilhelm II. keine Parteien mehr kennen, alle sollten fürs Vaterland gemeinsam kämpfen.
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Wahlplakate gab es auch schon ganz früh, hier ein Wahlplakat der Zentrumspartei aus dem Jahr 1870.
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Mitglieder der Zentrumsfraktion 1890.

Hier findest du eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Parteien des Deutschen Kaiserreiches:

Deutsch-Konservative Partei:

Die Deutsch-Konservative Partei wollte einen selbstständigen preußischen Staat erhalten und vor allem die Landwirtschaft mit Hilfe von Schutzzöllen und Steuervorteilen schützen. Sie war antisemitisch, also judenfeindlich eingestellt, und bekämpfte gleichzeitig die Sozialdemokratie. Zu ihren Anhängern zählten in erster Linie der Adel und das preußische Beamtentum. Die meisten der Sitze wurden in Ostelbien erlangt.

Deutsche Reichspartei:

Auch die Vertreter dieser Partei lehnten die Sozialdemokraten ab. Sie forderten allerdings, dass vor allem die Unternehmer stärker sozial aktiv werden und die Sozialleistungen für ihre Arbeiter ausbauen sollten. Die Wähler entstammten oft dem hohen Adel und den Führenden in der Industrie.

Zentrum:

Das Zentrum vertrat in erster Linie die deutschen Katholiken. Es unterstützte den Kaiser und die Regierung, wollte aber das allgemeine und gleiche Wahlrecht für alle deutschen Einzelstaaten durchsetzen. Dieses gab es nämlich zur Zeit Kaiser Wilhelms II. noch gar nicht. Die Anhänger des Zentrums waren meist katholischen Glaubens und stammten aus allen Gesellschaftsschichten. So wählten auch Arbeiter das Zentrum, sofern sie katholisch waren.  

Nationalliberale Partei:

Die Nationalliberalen setzten auf Machtgewinn vor allem durch die Kolonien. Sie planten eine Vergrößerung des Heeres und einen Ausbau der Flotte. Innenpolitisch unterstützten sie den Mittelstand. 

Fortschrittliche Volkspartei:

Diese Partei strebte einheitliche, gleiche und freie Wahlen im gesamten Deutschen Reich an und beabsichtigte, die Verfassungen der einzelnen Staaten demokratischer zu gestalten. Das Völkerrecht sollte ausgebaut werden. Man plante, internationale Schiedsgerichte einzusetzen, um Konflikte friedlich zu lösen. Die Anhänger dieser Partei kamen aus der Mittelschicht, waren oft Beamte oder Akademiker oder betrieben Handel oder ein Gewerbe.

Sozialdemokratische Partei:

Diese Partei setzte sich vor allem für die Rechte der Arbeiter ein. Sie plante eine sozialistische Gesellschaftsordnung aufzubauen und forderte ebenfalls ein allgemeines, direktes und gleiches Wahlrecht in den deutschen Einzelstaaten. Für die Arbeiter sollten die Rechte verbessert  und der Arbeiterschutz ausgebaut werden. Die Anhänger waren in erster Linie Arbeiter. Viele waren auch in so genannten Ortsvereinen organisiert.


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