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Hintergrundbild Epoche

Lenin und die Bolschewiken


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Treffen des Kampfbundes zur Befreiung der Arbeiterklasse im Februar 1897. Lenin sitzt in der Mitte. Kurze Zeit später wurden alle Anwesenden durch die zaristische Geheimpolizei Ochrana verhaftet.
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Treffen der Bolschewiken 1920. Lenin ist rechts unten zu sehen.
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Die menschewistischen Sprecher in Stockholm, 1917 (von links nach rechts): Pawel Axelrod, Julius Martow und Alexander Martinow
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Lenin (in der Mitte unter der Lampe) im neu eingerichteten Rat der Volkskommissare (Petrograd, 10. März 1918)
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Lenin inspiziert auf dem Roten Platz in Moskau zusammen mit Kommandeuren allgemeine Truppen der Roten Armee (25. Mai 1919)

Um die Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert entstanden in Russland mehrere Parteien. 1898 wurde die Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (SDAPR) gegründet. 1901 entstand die Partei der Sozialrevolutionäre. 1905 gründete sich schließlich auch eine liberale Partei, die "Konstitutionellen Demokraten", kurz "Kadetten" genannt. Sie vertrat gemäßigte Ziele und wollte die Monarchie beibehalten. Die entscheidende Rolle in der Geschichte Russlands spielte jedoch die SDAPR.

Die Spaltung der SDAPR: Bolschewiken und Menschewiken

Die SDAPR spaltete sich 1903 in Bolschewiken (wörtlich: Mehrheitler) und Menschewiken (wörtlich: Minderheitler). Die Bolschewiken (auch Bolschewiki oder Bolschewisten genannt) wollten den Sturz der Zarenherrschaft und einen sozialistischen bzw. kommunistischen Staat aufbauen. Die Partei sollte eine straff geführte Kaderpartei aus Berufsrevolutionären werden. Eine ideologisch geführte Parteielite sollte ihren Kern bilden.

Die Menschewiken setzten hingegen auf eine bürgerliche Revolution durch die Massen statt durch die Partei. Die Partei soltle demokratisch organisiert sein. Während die Menschewiken 1917 kaum noch ein Rolle im politischen Geschehen spielten, übernahmen die Bolschewiken in der Oktoberrevolution 1917 die Macht. Ihre Partei wurde ab 1912 mit dem Zusatz (B) für Bolschewiken geführt, also SDAPR(B). 1918 wurde sie in die Kommunistische Partei Russlands umbenannt.

Die Rolle Lenins

Wladimir Iljitsch Uljanow (1870-1924), genannt Lenin, spielte in der Oktoberrevolution 1917 eine entscheidende Rolle. Er war dem 1895 gegründeten "Kampfbund für die Befreiung der Arbeiterklasse" (der 1898 in der SDAPR aufging) beigetreten und darum verhaftet und 1897 vom Zarenregime in die Verbannung nach Sibirien geschickt worden. Dort entwickelte er ein auf Marx fußendes eigenes revolutionäres Programm, auf Russlands Situation zugeschnitten. Später wurde daraus die Ideologie des Marxismus-Leninismus.

Lenin vertrat, im Gegensatz zu Marx, die Ansicht, dass sich der Kommunismaus auch in einem industriell rückständigen Land entwickeln könne. Die Revolution solle nicht nur von den Arbeitern, wie Marx sagt, getragen werden, sondern von Arbeitern und Bauern gemeinsam. Für die Revolution ist nach Lenin außerdem eine straff organisierte Kaderpartei mit einer Parteielite und Berufsrevolutionären notwendig. Er nennt sie eine "Partei neuen Typus". Sie  müsse, berechtigt durch ihr fortgeschrittenes Bewusstsein, die Führungsrolle übernehmen und die Massen zum Kommunismus erziehen.

Nach drei Jahren in der Verbannung konnte Lenin zurückkehren, sah sich aber so sehr in seinen politischen Möglichkeiten beschnitten, dass er ins Ausland ging. Er verbrachte viele Jahre in der Schweiz. Ab 1900 verwendete er selbst "Lenin" als Kampfnamen und Pseudonym.

1917 ließen die Deutschen Lenin und andere russische Revolutionäre nach der Februarrevolution durch das Deutsche Reich (und weiter über Schweden und Finnland) nach Russland reisen. Die Oberste Heeresleitung erhoffte sich durch sie eine Destabilisierung Russlands und somit militärische Vorteile im Krieg. Sie gewährte den Kommunisten auch finanzielle Unterstützung.

Im April veröffentlichte Lenin seine Aprilthesen, in denen er eine Revolution, die Macht der Räte und Enteignungen forderte. Die Provisorische Regierung unter Alexander Kerenski sollte gestürzt werden.

In der Oktoberrevolution übernahmen die Bolschewiken unter Lenins Führung dann die Macht. Lenin wurde zum Vorsitzenden des Rats der Volkskommissare und übernahm somit die Rolle eines Regierungschefs der "Sozialistischen Sowjetrepublik". Die verfassunggebende Versammlung wurde nach einer Niederlage der Bolschewiken gewaltsam aufgelöst. Dennoch gab es Widerstand und so kam es zum Bürgerkrieg. Mit Gewalt und Terror setzten sich die Bolschewiken schließlich durch. 1922 wurde die Sowjetunion gegründet.

Lenin war nach einem Attentatsversuch und mehreren Schlaganfällen gesundheitlich angeschlagen. Nach seinem Tod 1924 kam es zu einem ausgedehnten Personenkult um Lenin - und einem Kampf um die Macht, den Josef Stalin für sich entschied.



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