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Hintergrundbild Epoche

Was ist die Appeasementpolitik?


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Der britische Premier Neville Chamberlain stand als Vertreter für die Appeasement-Politik Großbritanniens gegenüber Deutschland.
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Chamberlain (links) und Hitler kurz vor dem Müncher Abkommen.
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Hitler beim Unterschreiben des Münchner Abkommens, das er kurz darauf schon wieder brach.

Politik der Beschwichtigung

Appeasement bedeutet übersetzt "Beschwichtigung" und steht für eine politisch zurückhaltende Einstellung, die aggressives Verhalten und den direkten Konflikt vermeiden will. Oft bezeichnet man mit dieser Politik im Speziellen die Haltung des britischen Premierministers Neville Chamberlain gegenüber Hitler-Deutschland in den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts.

Großmachtstreben

Großbritannien war nach dem Ersten Weltkrieg eine bedeutende Macht in Europa. Gleichzeitig war das Land auch durch die Verluste geschwächt, die es während des Ersten Weltkriegs erlitten hatte. Eigentlich wollte man sich in Großbritannien politisch erholen und erst einmal zur Ruhe kommen. Doch dieser Plan wurde durch das Großmachtstreben Italiens, des Deutschen Reiches und auch Japans empfindlich gestört.

Niemand wünschte Krieg

Keiner wünschte Krieg, weder die Politiker noch das Volk. Doch was tun? So gab man Hitler bei seinem Expansionsstreben wieder und wieder nach. Es herrschte die Hoffnung, er würde schon irgendwann Ruhe geben und den "Ist-Zustand" akzeptieren. Appeasement bedeutete, dass man Zugeständnisse machte, in der Hoffnung, es würde nicht zu weiteren Forderungen des Deutschen Reiches kommen. Damit einher ging natürlich die Hoffnung, einen Krieg vermeiden zu können.

Nur wenige hatten wohl Hitlers Buch "Mein Kampf" gelesen, das Buch, in dem Hitler seine aggressiven außenpolitischen Vorstellungen schon sehr deutlich niedergeschrieben hatte.  Doch keiner wusste Mitte und Ende der 30er Jahre, was noch alles kommen würde. Doch vielleicht hätte man es ahnen können?

Und gab Hitlers Forderungen nach

Am Anfang forderte Hitler auch "nur", einige der Beschränkungen, die durch den Versailler Vertrag festgelegt worden waren, zu beseitigen. Damit konnten die meisten Politiker leben. Gleichzeitig verhielt sich Hitler vor allem Großbritannien gegenüber recht freundlich. Gerne hätte man die Engländer längerfristig als Partner gesehen.

Frankreich war nicht stark genug, um alleine zu handeln. So hielten sowohl Frankreich wie Großbritannien still und unterschrieben das Münchner Abkommen. Hitler kümmerten Verträge wenig und so marschierte er in die tschechischen Gebiete der Tschechoslowakei ein und verstieß damit gegen das Abkommen von München. Doch jetzt war das Fass zum Überlaufen voll, denn dies erschien selbst den Engländern zu viel. Sie versprachen dem nächsten Land, gegen das sich Hitlers Aggression richten würde, Beistand. Das war Polen.

Hitlers Handeln war auf Krieg hin ausgerichtet

Das lange Hinhalten und Nachgeben konnte den Zweiten Weltkrieg nicht verhindern, höchstens verschieben. Da Hitlers Wille aber auf Krieg ausgerichtet war, konnten die anderen Länder noch so friedfertig handeln, sie hatten keine Möglichkeit, sich zu entziehen, um sich und ihre Bündnispartner gegen das aggressive Verhalten der Deutschen zu verteidigen.

Scheitern der Appeasementpolitik

Damit war die Appeasementpolitik, die vor allem durch den britischen Premierminister Chamberlain unterstützt wurde, gescheitert. Das wurde nach dem Zweiten Weltkrieg von vielen sehr negativ gewertet. Mancher war der Meinung,  man hätte den Zweiten Weltkrieg verhindern können, wenn die anderen Länder Europas, voran Großbritannien und Frankreich, Hitlers Aggression früher gestoppt hätten. Eine endgültige Antwort auf diese Frage zu finden, dürfte allerdings sehr schwer sein.


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