Hintergrundbild Epoche

Die Juden in Österreich


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Adolf Hitler wurde im März 1938 in Wien mit großer Begeisterung begrüßt.
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Gleich zu Beginn waren die Juden Schikanen ausgesetzt, hier müssen sie den Boden von Parolen reinigen.
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Der an das KZ Mauthausen angeschlossene Steinbruch, in dem die Häftlinge mit einer Last von 50 Kilo die Stufen überwinden mussten.

Am 12. März 1938 wurde Österreich vom Deutschen Reich annektiert. In Österreich lebten zu diesem Zeitpunkt circa 190 000 Juden, die damit unter die Herrschaft der Nationalsozialisten gerieten. Was in Deutschland fünf Jahre gedauert hatte, die Entrechtung und Verfolgung der Juden, passierte in Österreich innerhalb weniger Monate.

Von der Erniedrigung und Entrechtung bis zur Ermordung waren es nur wenige Schritte in Österreich

Zu Anfang wurden die österreichischen Juden meist auf der Straße aufgegriffen und erniedrigt. Sie mussten die Straßen putzen, wurden gezwungen, Gras zu essen, mussten sich nebeneinander aufstellen, um sich beschimpfen zu lassen und wurden geschlagen. Man ließ sie im Kreis laufen, bis sie zusammenbrachen und einige ältere und kranke Menschen überlebten diese grausamen Aktionen nicht. Sehr schnell erzeugte die SS auch in Österreich ein Klima der Angst.

Die österreichischen Juden verloren ihre Staatsbürgerschaft und all ihre Rechte und konnten ihre Berufe nicht mehr ausüben. Ihr Eigentum wurde beschlagnahmt, das nannte man Arisierung, da erging es ihnen nicht anders als den deutschen Juden.

Das KZ Mauthausen hatte die höchste Todesrate im Reich

Auch in Österreich wurden Konzentrationslager errichtet, wie zum Beispiel das Lager Mauthausen, das kurz nach dem Anschluss 1938 aufgebaut wurde. Dieses war dafür bekannt, dass hier "Vernichtung durch Arbeit" stattfand. Das bedeutete, dass aufgrund der unmenschlichen Bedingungen in den Lagern und die harte Arbeit in einem Steinbruch viele Menschen an Erschöpfung, Unterernährung und an Krankheiten starben. Von 200 000 Männern, Frauen und Kindern, die in dieses KZ gesperrt wurden, verloren 120 000 ihr Leben. Es war das KZ mit den meisten Toten im ganzen Reich.

Ein Jahr nach dem so genannten "Anschluss Österreichs" lebten noch 91 000 Juden, die man als "Volljuden" bezeichnete, und circa 22 000 so genannte Mischlinge in Wien. Alle Juden mussten übrigens nach Wien übersiedeln, wahrscheinlich, damit man sie besser kontrollieren konnte. Etwa 120 000 Juden gelang es, Österreich noch rechtzeitig zu verlassen. Viele Juden, die nicht wussten, wohin sie gehen sollten, begingen Selbstmord.

Ab 1940 begann man, die verbliebenen Juden in Richtung des KZ Theresienstadt zu deportieren, ein Teil musste in die polnischen Ghettos übersiedeln. Für die meisten Menschen bedeutete das den sicheren Tod.


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