WERBUNG
WERBUNG
 
 
 
 
Hintergrundbild Epoche

Ein Anzug namens Stresemann


0
Hier trägt Gustav Stresemann den nach ihm benannten Tagesanzug. Er sitzt rechts. Gut zu erkennen: die gestreifte Hose und die Weste unter dem Jackett.

Zu förmlichen Anlässen trug man Anfang des 20. Jahrhunderts am Tage den steifen Cutaway, auch kurz Cut genannt. Dieser Anzugtyp wurde aus dem Gehrock entwickelt, hat aber abgeschnittene Ecken (daher der Name, von englisch to cut away = abschneiden). Diesen Cutaway trug man bis etwa 17 Uhr, bei festlichen Abendveranstaltungen wurde der Frack angezogen. Cut und Frack besitzen beide hinten lange Schöße. Traditionell gehört dazu ein Zylinder auf den Kopf.

Der neue Tagesanzug

Der Cutaway jedenfalls wurde 1925 ersetzt durch einen anderen Tagesanzug, den Stresemann. Benannt wurde der neue Anzugtyp nach Gustav Stresemann, Reichskanzler und Außenminister in der Weimarer Republik. Stresemann war es Leid, zwischen Büro und Reichstag stets den Anzug wechseln zu müssen. Im Parlament nämlich war der steife Cutaway Vorschrift, das schrieb das Protokoll vor. So tauschte er das unpraktische Jackett des Cutaway einfach mit einer kürzeren Jacke. Sie war einreihig (mit einer Reihe Knöpfe)  und schwarz oder dunkelgrau. Der Stresemann war geboren!

Herr Stresemann trägt den Stresemann

Erstmals trug Herr Stresemann diesen Anzug übrigens am 1. Dezember 1925, als die Verträge von Locarno in London unterzeichnet wurden. Er fand schnell viele Nachahmer in Deutschland.

Jacke wie Hose?

Während also die Jacke ausgetauscht wurde, blieben Hose und Weste wie beim Cut, was das Umziehen zu einer schnellen Angelegenheit machte. Die Hose war schwarz-grau gestreift und unten nicht umgeschlagen, die Weste hellgrau (bei Trauerfeiern dunkel). Dazu trug man ein weißes Hemd mit Umschlagmanschetten und Manschettenknöpfen und natürlich eine Krawatte. Die Jacke war schwarz und einreihig (sie besaß also eine Reihe Knöpfe, nicht zwei).


WERBUNG
WERBUNG
  • Hintergrund BRD
  • Hintergrund DDR

Gefördert von: