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Hintergrundbild Epoche

Der avantgardistische Film - hier wird experimentiert!


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Sergej Eisenstein sieht schon sehr experimentierfreudig aus!
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Luis Buñuel und sein Team beim Drehen von "Das Goldene Zeitalter". Buñuel sitzt in der Mitte.
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Szenenbilder aus "Diagonal-Symphonie"

Während in Deutschland der Expressionismus das Filmschaffen beherrschte, gab es auch in anderen Ländern Tendenzen Neues auszuprobieren. Man spricht hier auch von der Avantgarde im Film. "Avantgarde" bedeutete eigentlich eine Vorhut beim Militär, also die Truppe, die als erstes vordringt.

In der Kunst versteht man darunter eine Strömung zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Die Künstler der Avantgarde wollten etwas Neues ausprobieren und neue Entwicklungen anstoßen. Dabei gab es verschiedenste Bewegungen wie Dadaismus, Surrealismus oder Kubismus. Man ordnet alle diese Bewegungen auch der "Moderne" zu.

Die Attraktionsmontage

In Russland hatte sich eine eigene Avantgarde gebildet. Im Film zählt die Montagetechnik zu den Neuerungen. Sergej Eisenstein wandte sie in seinem Film "Panzerkreuzer Potemkin" von 1925 an. Der Stummfilm spielt 1905, als tatsächlich die Besatzung eines Kriegsschiffes gegen die zaristischen Offiziere meuterte. Geballt reiht Eisenstein ein sensationelles Ereignis ans nächste. Der Zuschauer hat kaum Luft, Atem zu holen.

Aggressive Filmschnitte, vermischt auch mit Szenen, die scheinbar gar nicht dazu gehörten, sollten beim Publikum eine positive Entwicklung zum sozialistischen Menschen bewirken. Er nennt diese Technik auch "Attraktionsmontage". Alte Kunstvorstellungen sollten über Bord geworfen werden. Nicht das Schicksal eines Einzelnen stand im Mittelpunkt, sondern die proletarischen Massen. Der Zuschauer sollte sich nicht mit einem Menschen identifizieren, sondern mit der Menge.

Der surrealistische Film

Als avantgardistische Filme kann man auch Luis Buñuels "Ein andalusischer Hund" (1929) und "Das goldene Zeitalter" (1930) bezeichnen. Das Drehbuch für beide Filme schrieb der Spanier Buñuel zusammen mit dem als Maler bekannten Salvador Dalí. Beide Filme gelten als  Meisterwerke des Surrealismus. Produziert wurden sie in Frankreich.

Der Surrealismus war eine Kunstrichtung, die sich ab 1920 in Literatur und bildender Kunst entwickelt hatte. Surreal bedeutet wörtlich "über der Realität". Gemeint sind damit häufig traumhafte, unwirkliche Bilder. Die Grenzen zwischen Realität und Vorstellung oder Traum verschwimmen für den Betrachter, Zuschauer oder Leser.

In diesem Fall, also dem surrealistischen Film, wird keine Geschichte erzählt, sondern die gesamte Logik wird durchbrochen, indem verschiedene Sequenzen einfach aneinander gereiht werden. Man sieht zum Beispiel in "Ein andalusischer Hund" einen Mann, der ein Rasiermesser schärft, dann eine Wolke, dann eine Tür, in die eine Hand eingeklemmt ist, die wiederum ein Loch hat, aus dem Ameisen kriechen. Personen tauchen zwar wiederholt auf, doch eine wirkliche Handlung gibt es nicht. Auch der Filmtitel hat keinen Bezug zum Film.

Der absolute Film

Ebenfalls zum avantgardistischen Film zählt der absolute oder abstrakte Film. Auch hier gab es keine Handlung im üblichen Sinn. Stattdessen wurden Farben und Formen in den Vordergrund gestellt. Vertreter dieses Films waren Oskar Fischinger, Viking Eggeling, Hans Richter und Walter Ruttmann.
Eggeling erstellte z. B. einen Film mit dem Titel "Diagonal-Symphonie". Er ist knapp 8 Minuten lang und zeigt nur Schwarz-Weiß-Formen. Du kannst ihn dir hier ansehen (Quelle: archive.org):


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