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Hintergrundbild Epoche

Was lesen Kinder?


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Gertrud Casparis "Guten Morgen"
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Das geheime Kinder-Spiel-Buch von Joachim Ringelnatz
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Titelbild von "Nesthäkchen und ihre Enkel" Else Urys
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Das Titelbild von Emil und die Detektive auf einer deutschen Briefmarke aus dem Jahr 1999

Viele Familien konnten sich gar keine Bücher leisten, weil sie zu arm waren oder auch gar kein Interesse am Lesen entwickelten. Für die Kinder des Bildungsbürgertums jedoch erschienen durchaus Bücher. Nach wie vor gelesen wurde auch Literatur aus der Kaiserzeit. Jungen verschlangen die Bücher von Karl May, Mädchen die "Trotzkopf"-Geschichten. Beliebt waren auch Märchen, vor allem die der Gebrüder Grimm und Wilhelm Hauff.

Bilderbücher

Seit der Jahrhundertwende entstanden viele Bilderbücher im Zusammenhang mit der Kunsterziehungsbewegung (ein Teil der Reformpädagogik). Deren Ziel war die Bildung der Gesellschaft. Es entstanden in der Schule neue Unterrichtsformen, für die neue Bücher benötigt wurden. Zu ihnen gehört auch die "Häschenschule" von Albert Sixtus, die 1924 erstmals erschien.

Vielfach gelesen wurden auch die Bilderbücher von Gertrud Caspari, die ihre Werke selber illustrierte, z. B. "Guten Morgen. Heitere Reime" von 1925 oder "Eine ganz fidele Rechnerei" von 1927. Neu waren auch Spielfibeln, die den Schulanfängern das ABC auf spielerische Weise vermitteln wollten, etwa die von Tom Seidmann-Freud illustrierte Fibel "Hurra, wir lesen! Hurra, wir schreiben!" von 1930.

Gedichte für Kinder

Einige Autoren der Weimarer Republik dichteten extra für Kinder. Das Unsinnsgedicht, das den Dadaisten sowieso nahe stand, bot sich geradezu für Kinder an, denn es war besonders lustig. Hier ist auch Joachim Ringelnatz zu nennen. Ziemlich viel "Unsinn" stand auch in seinem 1924 herausgebrachten "Geheimen Kinder-Spiel-Buch" oder dem "Geheimen Kinder-Verwirr-Buch" von 1931. Neben lustigen Gedichten und Abzählreimen gibt er darin in Versform Anweisungen für ganz schön böse Streiche, z. B. die Möbel aufzuschneiden, Käse in einen Buchrücken zu stopfen oder die Oma zu verhauen. Wie ernst es Ringelnatz damit war, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Einfach lustig ist dagegen das bekannte Gedicht "Die Ameisen":
In Hamburg lebten zwei Ameisen,
Die wollten nach Australien reisen.
Bei Altona auf der Chaussee
Da taten ihnen die Beine weh,
Und da verzichteten sie weise
Dann auf den letzten Teil der Reise.
Auch die Gedichte von Christian Morgenstern, der 1914 gestorben war, oder die Geschichten von Wilhelm Busch (gestorben 1908), vor allem natürlich "Max und Moritz", wurden gelesen.

Mädchenbücher

Typische Mädchenbücher waren die so genannten Backfischromane. Sie handelten von Mädchen im Backfischalter, das heißt Mädchen zwischen 12 und 16 Jahren. Eine von den Verfasserinnen war Else Ury, deren "Nesthäkchen"-Reihe besonders beliebt war. Die Bände erschienen zwischen 1913 und 1925. Die Reihe um "Professors Zwillinge" kam zwischen 1923 und 1929 auf den Buchmarkt. Auch Magda Trott schrieb Backfischromane, z. B. die "Goldlöckchen"- und die "Pommerle"-Reihe, die beide ab 1928 erschienen. Sie vermitteln ein traditionelles Rollenbild, an deren Ende oft die Heirat der Heldin steht.

Erich Kästner

Bei Jungen und Mädchen gleichermaßen beliebt waren – und sind – die Kinderbücher von Erich Kästner. "Emil und die Detektive" (1929), "Pünktchen und Anton" (1931) und "Das fliegende Klassenzimmer" (1933) wurden nicht nur gelesen, sondern auch verfilmt und als Bühnenstücke in die Theater gebracht. Weniger bekannt, aber genauso lesenswert bis heute, ist "Der 35. Mai oder Konrad reitet in die Südsee" von 1932.

Hier kommst du zu Buchtipps und hier zu einer Seite über Erich Kästners Kinderbücher. Dort gibt es auch eine nützliche Liste über Begriffe, die in Kästners Büchern vorkommen, heute aber nicht mehr so leicht verständlich sind, z. B. Pedell (Hausmeister) oder Katheder (Lehrerpult).


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