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Hintergrundbild Epoche

Der Versailler Vertrag und seine Folgen


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Die Unterzeichnungszeremonie in Versailles und die ersten zwei Seiten der Unterschriften und Siegel unter dem Vertrag in einem amerikanischen Buch.
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Die Karte zeigt die Veränderungen der Ländergrenzen nach dem Ersten Weltkrieg. Links die Ländergrenzen von 1914, rechts die von 1924.
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Eine Kundgebung gegen den Versailler Vertrag im Lustgarten in Berlin, Juni 1932.
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Den Versailler Vertrag empfanden viele Deutsche als Schmach, wie diese Postkarte zeigt.

Der Versailler Vertrag beendete formell den Ersten Weltkrieg. Waffenstillstand herrschte schon seit Herbst 1918. In Versailles sollten nun die Bedingungen des Friedensschlusses ausgehandelt werden. Darum spricht man auch von der Friedenskonferenz von Versailles.

Warum Versailles?

Versailles liegt in Frankreich bei Paris. Hier wurde im Spiegelsaal des Schlosses 1871 das Deutsche Kaiserreich verkündet und der preußische König zum Kaiser Wilhelm I. ausgerufen. Dass Deutschland gerade an diesen Ort nun als Verlierer des Krieges kommen musste, noch dazu am selben Tag wie einst die Kaiserproklamation (18. Januar) bedeutete eine  zusätzliche Demütigung.

Harte Bedingungen

Die Bedingungen, die Deutschland schließlich akzeptieren musste, wenn der Krieg nicht wieder beginnen sollte, waren sehr hart. Die Siegermächte wollten verhindern, dass das Deutsche Reich wieder erstarkt. So musste es viele Gebiete abgeben und sehr hohe Reparationskosten zahlen. Das waren hohe Geldsummen, aber auch Sachgüter wie z. B. Kohle, die an Frankreich geliefert werden musste. Außerdem sollte die militärische Macht nicht wieder ausgebaut werden können, darum wurde die Zahl der deutschen Soldaten begrenzt und der Bau von Panzern und anderen Kriegsfahrzeugen und -schiffen wurde verboten.

Zu den Bedingungen, die den Deutschen auferlegt wurden, gehörten:

  • die Abtretung mehrerer Gebiete, teils sofort, teils nach Volksabstimmungen (z. B. sofort: Elsass-Lothringen an Frankreich, Posen und Westpreußen an Polen, nach Abstimmung: Nordschleswig an Dänemark, Oberschlesien an Polen) und die Übergabe der deutschen Kolonien in Übersee an den Völkerbund; auch das Saargebiet wurde dem Völkerbund unterstellt; Deutschland verlor 13 Prozent seiner Gebiete und 10 Prozent seiner Bevölkerung

  • Schaffung einer entmilitarisierten Zone im Westen (Rheinland), d. h. das Militär wurde abgezogen, vorhandene Waffen oder Panzer beseitigt - Frankreich sollte so vor einem Angriff durch deutsche Truppen geschützt werden

  • Reparationen: Festgelegt wurden 20 Milliarden Goldmark, diese wurden später erhöht auf 269 Milliarden Goldmark, abzahlbar in 42 Jahren (die Bestimmungen darüber wurden in der Folge mehrfach geändert)

  • Übergabe eines Großteils der Handelsflotte, was den Handel erheblich einschränkte

  • die Begrenzung des Heers auf 100.000 Mann (und damit auch eine Auflösung der Freikorps); Begrenzung der Marine; U-Boote, Panzer und Schlachtschiffe waren verboten

Der Kriegsschuldartikel

Was den Deutschen am meisten Unbehagen bereitete, war jedoch der Kriegsschuldartikel (Artikel 231). Er bildete die Grundlage für die Reparationsforderungen der Entente. Darin wurde Deutschland (und seine Verbündeten) die alleinige Schuld am Krieg zugewiesen. Die Reparationen dienten also zur Wiedergutmachung. Dabei sollte ein Großteil der Reparationen an Frankreich gehen, das von den Deutschen besonders verwüstet worden war.

Was waren die Folgen des Versailler Vertrages?

  • Neue Grenzen: Ganz Europa wurde "durchgerüttelt". Neue Grenzziehungen bringen jedoch immer Probleme mit sich. Teilweise wurden so die Grundlagen für spätere und z. T. bis heute andauernde Konflikte gelegt. Der Polnische Korridor entstand, Ostpreußen war vom deutschen Mutterland abgetrennt. Diese Bestimmung rückgängig zu machen, verfolgten alle Regierungen der Weimarer Republik.

  • Belastung der deutschen Wirtschaft: Die Reparationszahlungen belasteten die deutsche Wirtschaft. Auch der Verlust der Gebiete bedeutete eine Wirtschaftsschwächung, denn damit waren Anbauflächen in der Landwirtschaft, Rohstoffe und Industrie verloren. Zudem bedeutete der Verlust eines Großteils der Handelsflotte eine Schwächung des Außenhandels.

  • Reparationen als politischer Streitpunkt: Die Reparationen wurden in Deutschland als überzogen und ungerechtfertigt empfunden. Die Verringerung bzw. Abschaffung der Reparationen und damit die Überarbeitung des Vertrages war das Ziel des Deutschen Reiches (das 1932 im Vertrag von Lausanne durchgesetzt wurde). Sowohl von rechts als auch von links wurden die Zahlungen genutzt, um gegen die Republik zu hetzen. Man sprach auch vom "Diktatfrieden", der also Deutschland aufdiktiert worden war, ohne dass es zu gleichberechtigten Verhandlungen gekommen war.

  • Der Völkerbund wurde gegründet.

  • Die Unzufriedenheit mit den Bestimmungen des Versailler Vertrages waren lange zu spüren und führten dazu, dass nationale und völkische Anhänger an Einfluss gewinnen konnten. Viele Menschen vertrauten der ja noch jungen Demokratie nicht und wünschten sich den Kaiser oder eine andere starke Führerperson. So wird der Vertrag von manchen Historikern als Mitursache für den Aufstieg des Nationalsozialismus bewertet.

  • Der Einmarsch der Franzosen ins Ruhrgebiet führte letztendlich zur Inflation und Hyperinflation in Deutschland.

Eine tolle Zusamenfassung findest du beim Hellen Köpfchen unter "Versailler Vertrag, Weimarer Republik und Wirtschaftskrise"!


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