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Hintergrundbild Epoche

Der "Supermarkt" der Nachkriegszeit


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Die wichtigste Währung nach dem Krieg waren Zigaretten, mit denen man fast alles kaufen konnte. Reich waren die, die viele Zigaretten besaßen.
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Auch Kinder und Jugendliche handelten mit Zigaretten, wie du auf dem Foto aus dem Jahr 1948 sehen kannst.
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Immer wieder wurden Gepäckkontrollen durch die Polizei durchgeführt.

Der Supermarkt der Nachkriegszeit war der so genannte Schwarzmarkt. Während man in den Geschäften nahezu nichts mehr einkaufen konnte, so lebte der Schwarzhandel auf. Und hier wurde so alles gehandelt, was es eben zu handeln gab. Gerade weil es so wenig Waren zu kaufen gab, konnte er aufblühen.

Hatte man etwas zu bieten, so konnte man alles Mögliche auf dem Schwarzmarkt kaufen.

Was war die Hauptwährung nach dem Krieg?

Die wichtigste Währung nach dem Krieg waren Zigaretten, meist der amerikanischen Marke Lucky Strike. Man nannte sie auch Lucky Strike-Währung. Wer im Besitz von Zigaretten war, der konnte sich nahezu alles kaufen und musste nicht hungrig ins Bett gehen. Wer also einen guten Draht zu den amerikanischen Soldaten hatte, die die Zigaretten ja einführten, war ein glücklicher Mensch. Doch für die meisten Menschen blieb dies ein Traum, sie hatten nichts zum Tauschen, nur ihre Not und ihr Leid. Übrigens konnte man auch mit Nägeln ein gutes Geschäft machen.

Was wurde angeboten und was musste man dafür zahlen?

Zigaretten und Bohnenkaffee, Brot, Benzin, Schnaps, Fleisch, Uhren und Lebensmittelkarten, alles Mögliche stand zum Verkauf und oft wurden hundertfach höhere Preise gefordert. Der Schwarzmarkt wurde für die meisten Menschen unentbehrlich, ohne ihn hätten viele nicht überlebt. Manche kauften auch irgendwas, verkauften es wieder, kauften etwas anderes, bis sie das Gefühl eines Mehrwertes hatten.

Wie wurde verkauft?

Die Leute standen auf dem Markt und jeder murmelte etwas vor sich hin. Schinken, Unterhosen, Sahne, Zigaretten, Nähgarn, Brotmarken usw. Allerdings suchten mehr Leute etwas zu verkaufen als es überhaupt zu kaufen gab. Die Nachfrage übertraf das Angebot bei weitem.

Wo gab es Schwarzhandel?

Schwarzhandel gab es quasi überall, nicht nur in den Großstädten.

Woher kamen die Waren?

Aber wenn es nach dem Krieg eigentlich gar nichts mehr gab, woher kamen dann die ganzen Waren? Ein Teil stammte von den Besatzungssoldaten, die Güter gelagert hatten und diese auch in Umlauf brachten. Bauern führten neue Waren ein und so manches stammte auch aus Raubzügen. Kurz nach dem Krieg gab es auch noch alte Bestände aus den Lagern der NSDAP oder deren Organisationen. Hier hatte man so einiges gehortet. Oft wurden auch die Kinder und Jugendlichen zu Schiebern auf dem Schwarzmarkt. So nannte man die Leute, die auf dem Schwarzmarkt Waren verkauften.

Schwarzmarkt war verboten!

Der Schwarzmarkt war offiziell verboten, Schwarzhändlern drohten harte Strafen wie Gefängnis. Doch waren die Plätze der Schwarzmärkte vielfach bekannt und die Polizei führte Razzien (Kontrollen) durch. Oft passierte es allerdings, dass die Polizisten die Ware dann wieder verkauften und zum eigenen Gewinn in Umlauf brachten.


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