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Walter Ulbricht


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Ulbricht 1950
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Feier von Stalins 70. Geburtstag 1949. Vorne links Mao, rechts neben ihm Stalin, rechts davon Ulbricht.
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Ulbricht (mit Schlips) beim III. Deutschen Turn- und Sportfest in Leipzig 1959
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Der Bau der Mauer im August 1961 fand unter Ulbrichts Verantwortung statt.
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Ulbricht 1961: Kundgebung in Berlin nach dem Mauerbau
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Ulbricht 1970
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Erich Honecker (links) und Walter Ulbricht (rechts) beim Staatsbesuch des tschechoslowakischen Generalsekretärs Gustav Husak (Mitte) im Juni 1971. An Honecker hatte Ulbricht sein Amt als Parteichef im Mai abgeben müssen.

Walter Ulbricht war zwischen 1949 und 1971 der mächtigste Politiker der DDR. Unter seiner Führung wurde die DDR zu einem sozialistischen Staat ausgebaut. Woher kam dieser Mann?

Erste politische Aktivität und Gruppe Ulbricht

Walter Ulbricht wurde am 30. Juni 1893 in Leipzig geboren. Bald nach ihrer Gründung trat er, bisheriges SPD-Mitglied, der KPD bei. Mit der Machtübernahme Hitlers musste Ulbricht wie andere Kommunisten ins Exil gehen. Über Paris und Prag kam er 1938 nach Moskau.

Nach Kriegsende führte er die "Gruppe Ulbricht" an: Kommunisten, die im Auftrag der sowjetischen Führung nach Deutschland zurückkehrten, um dort beim Staatsaufbau und der Neu-Organisation des öffentlichen Lebens zu helfen.

Auf Initiative der Gruppe wurde die KPD am 11. Juni 1945 neu gegründet. Offiziell lautete die Anweisung Stalins, einen bürgerlich-demokratischen Staat aufzubauen. Wie weit dies ernst gemeint oder nur ein Vorwand war, um später den Kommunismus einzuführen, ist unter Historikern umstritten.

Aufstieg zur Macht

1946 organisierte Ulbricht auch den Zusammenschluss von SPD und KPD zur SED. Nach der Gründung der DDR wurde Ulbricht am 7. Oktober 1949 Stellvertreter des Ministerpräsidenten Grotewohl. Seine eigentliche Machtposition aber erreichte er im Juli 1950. Die SED wurde nach sowjetischem Vorbild umstrukturiert. So schuf man ein Zentralkomitee (ZK), dessen Vorsitzender der Generalsekretär (ab 1953 umbenannt in Erster Sekretär) war. In diesem Amt konzentrierte sich die eigentliche Macht im Staat. In dieses Amt wählte man Ulbricht. Er sollte es bis 1971 innehaben - mehr als 20 Jahre lang.

Aufbau des Sozialismus

1952 verkündete Ulbricht als vorherrschendes Ziel den Aufbau des Sozialismus. Die Verstaatlichung der Betriebe und eine Bodenreform zu Lasten der Großgrundbesitzer waren noch vor Gründung der DDR durchgeführt worden. Die SED baute ihre Machtposition weiter aus, auch mit Hilfe des 1950 gegründeten Ministeriums für Staatssicherheit. Gegen die Kirche ging man verschärft vor, als Alternative zur Konfirmation wurde die staatliche Jugendweihe geschaffen.

Die Armee wurde zur Nationalen Volksarmee ausgebaut. Insbesondere die Schwerindustrie sollte nun gefördert werden. Die Verwaltung wurde zentralisiert, indem 1952 die fünf Länder zugunsten von 14 Bezirken abgeschafft wurden. Begonnen wurde im gleichen Jahr mit der Kollektivierung der Landwirtschaft. Die innerdeutsche Grenze wurde im Mai 1952 abgeriegelt (Sperrzone).

Ulbricht und Stalin

Josef Stalin starb im März 1953. Bis dahin agierte der sowjetische Machthaber stets hinter den Kulissen. Ulbricht war Stalin immer Rechenschaft schuldig. Als Stalin gestorben war, setzte sein Nachfolger Chruschtschow zahlreiche Reformen durch und man begann mit der "Entstalinisierung". Als Vertrautem Stalins wackelte nun auch Ulbrichts Stuhl - zumal man Ulbricht vorwarf, einen Personenkult um sich zu betreiben. So wurden viele Betriebe oder Institutionen nach Ulbricht benannt und zu seinem 60. Geburtstag am 30. Juni 1953 plante er große Jubelfeiern.

Der 17. Juni 1953

Doch zuvor geschah etwas, das Ulbricht in seiner Position hielt: der Aufstand des 17. Juni. Der war ausgelöst worden durch den von Ulbricht angestrebten Aufbau des Sozialismus, durch den die Arbeitsnormen stark erhöht worden waren. Hätte man Ulbricht nun abgesetzt, hätte man es als Schwäche auslegen können. So beließ man es dabei, einen neuen Kurs zu fahren und einige Maßnahmen zurückzunehmen. Gegen die Aufständischen ging man brutal vor, über das Land wurde der Ausnahmezustand verhängt. Ulbricht konnte sich im Juli 1953 die Unterstützung Chruschtschows sichern.

Machtausbau

1960 baute Ulbricht seine Macht sogar noch weiter aus. Nach dem Tod des Präsidenten der DDR, Wilhelm Pieck, schaffte man dieses Amt ab und schuf dafür den Staatsrat als kollektives Staatsoberhaupt. Staatsratsvorsitzender wurde Walter Ulbricht. Damit hatte er nun sowohl den Parteivorsitz als auch den Staatsvorsitz inne.

Mauerbau und Grenzsicherung

Unter Ulbricht fand eines der einschneidendsten Ereignisse der deutschen Geschichte statt: der Bau der Berliner Mauer. Noch am 15. Juni 1961 sagte Ulbricht während einer Pressekonferenz "Niemand hat die Absicht eine Mauer zu errichten." Am 13. August geschah dann genau das. In den folgenden Jahren wurden sowohl die innerdeutsche Grenze als auch die Berliner Mauer immer weiter befestigt und nur unter Lebensgefahr passierbar.

Kultur- und Wirtschaftspolitik

Unter Ulbricht wurden zahlreiche alte Gebäude abgerissen (siehe auch: Abriss!). Neu errichtet wurden Bauten im Stil des Sozialistischen Klassizismus: monumental, überbordend, palastartig. Was die Jugend betraf, wollte Ulbricht eine eigene Jugendkultur im Land schaffen, die sich von der im Westen unterscheiden sollte.

In der Wirtschaft sollte das "Neue Ökonomische System" (NÖSPL) zu neuem Aufschwung verhelfen. Es förderte den Aufbau einer sozialistischen Leistungsgesellschaft. Betriebe erhielten mehr Eigenständigkeit. Doch bald bangte die SED um ihre Macht - und nahm die Reformen zurück.

Entmachtung 1971

Schon 1967 eckte Ulbricht mit dem neuen sowjetischen Staatschef Breschnew an. Ulbricht vertrat nämlich die Ansicht, die DDR sei ein Vorbild für die anderen Ostblock-Staaten, weil sie den Sozialismus schon besonders weit verwirklicht habe. Damit stellte er jedoch die Führungsrolle der Sowjetunion in Frage.

Ab 1969 verlor Ulbricht dann den Halt im Politbüro. Insbesondere in der Wirtschafts- und Außenpolitik verfolgte Ulbricht einen Kurs, der keine Unterstützung (mehr) fand. Eine Gruppe um Erich Honecker, Willi Stoph und Günter Mittag wandte sich an Breschnew, der Ulbricht schließlich im März 1971 den Rücktritt nahelegte.

Gezwungenermaßen legte Ulbricht dann am 3. Mai 1971 seine Ämter nieder, offiziell "aus gesundheitlichen Gründen". Er blieb zwar Staatsratsvorsitzender bis zu seinem Tod am 1. August 1973, die Macht im Staat aber hatte Erich Honecker übernommen.


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