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Transit


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Grenzübergangsstelle Marienborn (nach Grenzöffnung im Frühjahr 1990)
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Passkontrollen mit Laufbändern an der Grenzübergangsstelle Marienborn im Dezember 1989
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Hier wurden am Grenzübergang Marienborn die Pässe kontrolliert. Heute befindet sich am ehemaligen Grenzübergang eine Gedenkstätte, Foto von 2008.
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Grenzübergangsstelle Drewitz bei Potsdam. Bundesbürger warten auf die Grenzabfertigung für den Transit nach West-Berlin (1986)
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Ortsschild am Grenzübergang DDR-Berlin in Berlin Drewitz
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Grenzbahnhof Marienborn im Frühjahr 1990

Auf nach Berlin!

Wie eine Insel lag West-Berlin mitten in der DDR. Rechtlich, wirtschaftlich und gesellschaftlich gehörte es zur Bundesrepublik. Viele Bundesbürger besuchten Berlin. Viele kamen als Touristen, denn die Großstadt besaß viele Sehenswürdigkeiten. Die geteilte Stadt selber war natürlich auch Anziehungspunkt für Besucher aus aller Welt. Andere Bundesbürger kamen nach West-Berlin, um Freunde und Verwandte zu besuchen. Junge Leute begannen ein Studium dort. Junge Männer zogen nach West-Berlin, um der Wehrpflicht zu entgehen, die nämlich in West-Berlin nicht galt. Wie aber kam man nun nach West-Berlin?

Mit dem Flugzeug

Nur mit dem Flugzeug war es möglich, direkt anzureisen. Hierfür gab es für die Flugzeuge drei festgelegte Luftkorridore. Nur Flugzeuge der Alliierten, also US-amerikanische, britische und französische Fluglinien, durften West-Berlin anfliegen.

Transit

Alle, die mit Auto oder Bahn kommen wollten, mussten über DDR-Gebiet reisen. Ende 1971 schlossen die beiden deutschen Staaten das Transitabkommen, das dann im Juni 1972 in Kraft trat. Es erleichterte das Reisen über DDR-Gebiet erheblich. Die langwierigen Grenzkontrollen wurden verkürzt.

Dennoch gab es nach wie vor Schikanen an der Grenze. Viele Bundesbürger fürchteten die Grenzkontrollen, denn man war ganz auf das Wohlwollen der DDR-Beamten angewiesen. Wenn sie jemanden für verdächtig hielten, musste derjenige womöglich das ganze Auto leer räumen und stundenlang auf die Weiterreise warten.

Grenzübergänge

Wer mit dem Auto nach West-Berlin wollte, musste eine der Transitstrecken benutzen. Seit 1952 gab es dafür vier Strecken: Von Hamburg nach Berlin mit dem Grenzübergang Lauenburg-Horst (ab 19. November 1982 Autobahn Gudow-Zarrentin), von Hannover nach Berlin mit dem (größten) Grenzübergang Helmstedt-Marienborn, von Hessen aus mit dem Grenzübergang Herleshausen-Wartha und von München nach Berlin mit dem Grenzübergang Rudolphstein-Hirschberg. In West-Berlin gab es für Transitreisende die Übergänge Stolpe-Heiligensee, Heerstraße und Dreilinden-Drewitz.

Es gab noch andere Grenzübergänge. Die konnten aber nur benutzt werden, wenn man direkt in die DDR reisen wollte (und nicht nach West-Berlin). Wie das ging, kannst du erfahren unter "Getrennt!"

Grenzabfertigung

Die Grenzübergangstellen waren extrem gesichert. Denn hier war ja sozusagen eine Lücke im Zaun. Viele, die aus der DDR fliehen wollten, versuchten es darum hier, z. B. im Kofferraum eines westdeutschen Autos (siehe auch: Flucht). Fuhr man an den Grenzübergang heran, musste man sich zunächst richtig einordnen. Für den "Transit West-Berlin" gab es oft lange Schlangen.

Nach der westdeutschen Kontrolle mussten an einem ersten Kontrollpunkt der DDR die Pässe aller Reisenden abgegeben werden. Sie liefen über lange Laufbänder zum eigentlichen Kontrollpunkt. Nach dem Abschluss des Transitabkommens bekam man dort direkt sein Transitvisum, also die Erlaubnis für die Durchfahrt. Es wurde in den Pass gestempelt und war zweifarbig. Kosten waren nicht mehr fällig wie bis 1972. Die BRD zahlte dafür nun jedes Jahr eine pauschale Summe.

Es war nicht erlaubt, von der Transitstrecke abzuweichen. Nur kurze Stopps an Raststätten oder Tankstellen waren erlaubt. Treffen mit DDR-Bürgern waren verboten. Kontrolliert wurde die Einhaltung dieser Regel von Mitarbeitern der Staatssicherheit, des Zolls und der Volkspolizei.

Mit der Bahn

Auch mit der Bahn konnte man nach West-Berlin reisen. An der Grenzübergangsstelle wurde der komplette Zug kontrolliert. Reisende erhielten ein Transitvisum, das in den Reisepass gestempelt wurde.

Während der Durchfahrt durch die DDR durften die Züge nicht unplanmäßig halten. Bahnhöfe und Züge wurden von der Transportpolizei überwacht. Es gab für die Eisenbahn fünf Grenzübergänge.

Urlaub in der DDR?

Bundesbürger konnten auch als Touristen in die DDR reisen. Über ein Reisebüro musste sechs Wochen vor Reisebeginn ein Berechtigungsschein beantragt werden. 41 Städte standen zur Buchung frei, das Hotel oder der Campingplatz musste vorab gebucht werden.


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