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Hintergrundbild Epoche

Die Comedian Harmonists


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Plakat der Comedian Harmonists aus den 1920er Jahren
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Die Comedian Harmonists (1929), von links: Robert Biberti, Erich A. Collin, Erwin Bootz, Roman Cycowski, Harry Frommermann, Ari Leschnikoff

In den USA gab es seit Anfang des 20. Jahrhunderts einige sehr erfolgreiche A-Capella-Bands. Solche Bands, meist vier Personen oder mehr, sangen ohne oder mit wenig Musikbegleitung in der sogenannten "Barbershop-Art". Man sang sie nämlich häufig beim barber, also beim Friseur, während man wartete. Ein bekanntes Quartett aus Amerika, war die 1925 gegründete Band "The Revelers", die zum Vorbild für die Comedian Harmonists wurden.

Die Gründung

1927 suchte Harry Frommermann per Anzeige nach Sängern, die mit ihm ein solches Ensemble gründen. Obwohl sich eine Vielzahl von Männern meldeten, fand er zunächst nur einen für sein Vorhaben: Robert Biberti. Der war Sänger in Opern und Theatern und kannte aus dem Großen Schauspielhaus Ari Leschnikoff und Roman Cycowski, einen Bulgaren und einen Polen. Schließlich stießen noch Erich Collin und als Pianist Erwin Bootz zu der Gruppe.

Der erste Erfolg

Im September 1928 traten die jungen Sänger erstmals auf. Sie wurden für die Revue-Operette "Casanova" im Großen Schauspielhaus Berlin verpflichtet. Bald traten die Comedian Harmonists überall in Berlin auf. 1929 wurden sie in Hamburg, Köln und Leipzig engagiert. Hier erfolgte der Durchbruch. Nun wurden sie nicht mehr als eine Nummer in der Revue engagiert, sondern als eigenständige Band. Im Dezember 1929 fand der erste Radioauftritt statt.

Deutschlandweit bekannt und beliebt

Um noch weiter bekannt zu werden, ging die Gruppe auf Tournee. Nun wurden sie noch bekannter. Überall, wo ein Konzert angekündigt wurde, war es schnell ausverkauft. Eine Vielzahl von Schallplatten folgte. Ab 1930 traten sie auch in mehreren Filmen auf.

Das Repertoire

Die Comedian Harmonists sangen eine bunte Mischung von Songs. Dazu gehörten bekannte Lieder aus Operetten und Filmen, Schlager und Tanzmusik. Begleitet wurden die Sänger nur vom Klavier. Ihre Gesangstechnik heißt closed harmony, worauf auch der Bandname anspielt. Noch immer besonders bekannt sind die Lieder "Veronika der Lenz ist da" und "Mein kleiner grüner Kaktus".

Das Ende

Erich Collin, Harry Frommermann und Roman Cycowksi waren jüdische Abstammung. Nach der Machtergreifung durch Hitler kam es schon 1933 zu ersten Konzertabsagen. Ab 1934 konnte die Gruppe nicht mehr auftreten, weil man dazu Mitglied in der "Reichskulturkammer" sein musste. Dazu hatten "Nichtarier" aber keinen Zutritt. So traten die Comedian Harmonists zunächst im Ausland auf. Sie reisten nach Skandinavien und in die USA.

1935 durften Collin, Frommermann und Cycowski nicht mehr auftreten, sie gingen zunächst nach Wien und gründeten dort eine neue Band. Diese zerfiel jedoch 1941. Alle drei lebten dann in den USA. Die anderen drei, Leschnikoff, Biberti und Bootz, gründeten mit neuen Musikern das "Meistersextett". Mit diesem hatten sie 1936 den großen Erfolg "Ich wollt`ich wär ein Huhn". Es kam jedoch zu Streitereien und 1941 trennte sich auch diese Gruppe.


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