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Hintergrundbild Epoche

Aufstände sorgen für Unruhe


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Kapp-Putsch: Einzug der Marinebrigade Ehrhardt in Berlin, Besetzung Berlins. Soldaten mit Geschütz und Maschinengewehr, März 1920
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Kapp-Putsch März 1920: Truppen der Putschisten riegeln das besetzte Regierungsviertel ab, hier Posten am Wilhelmplatz.
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Ruhraufstand 1920: Der Weg der Roten Ruhrarmee im März 1920. Zu sehen sind Ort und Zeit der Kämpfe in der Ruhrregion nach dem Kapp-Putsch.
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Die Reichswehr geht in Sachsen gegen Kommunisten vor. Oktober 1923.
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Separatisten der Rheinischen Republik vor dem Kurfürstlichen Schloss in Koblenz
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Der Odeonsplatz in München nach dem Hitlerputsch 1923
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"Der Abend" berichtet: 200 Tote am 1. Mai

In der Zeit der Weimarer Republik kam es immer wieder zu Aufständen von links und von rechts. Schon in den ersten Monaten des Bestehens der Republik war die Uneinigkeit über den Weg groß. Die SPD hatte sich schließlich mit einem gemäßigten Kurs durchgesetzt. So kam es nicht zu einem revolutionären Umschwung und nicht zu einer Rätedemokratie. Darüber waren die Kommunisten unzufrieden. Rechte Kreise hingegen trauerten dem Kaiserreich hinterher. So wurde von beiden Seiten an der Republik gerüttelt und ihre Stabilität immer wieder auf die Probe gestellt.

Kapp-Putsch 1920

Als die Freikorps von der Auflösung bedroht waren – gemäß des Versailler Vertrages – marschierten mehrere dieser rechtsgerichteten Freikorps am 13. März 1920 in Berlin ein. Wolfgang Kapp ernannte sich selbst zum Kanzler. Die Regierung floh zunächst, doch nach wenigen Tagen brach der Putsch zusammen.

Ruhraufstand 1920

Als Gegenbewegung zum Kapp-Putsch beschlossen die Arbeiterparteien, insbesondere KPD und USPD, ein Bündnis gegen den Putsch. Arbeiterräte wurden gebildet. Die "Rote Ruhrarmee" wurde aufgestellt und kämpfte gegen die von der Regierung eingesetzten Freikorps, die den Aufstand beenden sollten. Zunächst erlangte die Rote Ruhrarmee einige Erfolge. Verhandlungen mit der Regierung in Berlin brachten kein Ergebnis. Der Generalstreik wurde ausgerufen und Ende März befand sich das ganze Ruhrgebiet unter der Herrschaft der Aufständischen. Truppen der Reichswehr und Freikorps beendeten den Ruhraufstand schließlich mit Waffengewalt. Es kam zu Massenverhaftungen und Standgerichten.

Märzkämpfe 1921

Wieder im März, aber ein Jahr später, kam es zu Aufständen in Mitteldeutschland. In der Region um Halle, Leuna und Merseburg (heute Orte in Sachsen-Anhalt) rief die KPD zunächst zum Aufstand, wenige Tage später zum Generalstreik auf. Unter den Industriearbeitern, von denen viele hier lebten, hatten die Kommunisten viele Anhänger. Viele schreckten auch vor Gewalt nicht zurück und brachten Züge zum Entgleisen oder verübten Bombenanschläge, um die Arbeit vollends zum Erliegen zu bringen. Der Aufstand wurde durch Soldaten der Regierung niedergeschlagen. 180 Menschen starben.

Passiver Widerstand im Ruhrgebiet – Januar 1923

Nach der Besetzung des Ruhrgebietes durch französische Truppen rief die deutsche Regierung zum passiven Widerstand und Generalstreik auf. Immer wieder kam es zu Zusammenstößen zwischen Franzosen und Deutschen. Es kam zu Sabotage von deutschen Kommunisten und Nationalisten. Frankreich ließ viele Aufständische verhaften. Bei den Auseinandersetzungen starben 137 Menschen.

Aufstände in Sachsen, Thüringen und Hamburg – "Deutscher Oktober" 1923

Die KPD rief erneut zu einem Aufstand auf. Nach dem Vorbild der Oktoberrevolution in Russland sollte es in Deutschland zu einem Umsturz kommen. In Sachsen und Thüringen trat die KPD in die Regierung ein und bildete Koalitionen mit der SPD. Sie erhoffte dadurch die Macht ganz übernehmen zu können. Unterstützt wurden sie durch die Proletarischen Hundertschaften. Das waren paramilitärische Kampfverbände, die also wie Soldaten organisiert waren. Die Reichswehr beendete den Aufstand in Sachsen, in Thüringen trat das Kabinett freiwillig zurück. Nur in Hamburg kam es noch zu einem größeren Aufstand unter Ernst Thälmann. Auch dieser wurde durch Reichswehrtruppen und die Polizei beendet. Etwa 100 Menschen starben.

"Rheinische Republik" und "Pfälzische Republik" – Oktober/November 1923

Im Rheinland versuchten Separatisten einen Umsturz. Sie wollten, dass das Rheinland ein eigenständiges Land sein sollte, unabhängig vom Deutschen Reich. Das Rheinland war auf dem Wiener Kongress 1815 zwangsweise nach Preußen eingegliedert worden – das war auch 1923 nicht vergessen. Außerdem hoffte man auf die Überwindung der wirtschaftlichen Not, wenn man sich vom Deutschen Reich löste. Zu einer ähnlichen Bewegung kam es in der Pfalz.

Die Separatisten wurden zunächst von den Franzosen unterstützt, die gerne einen "Puffer" zwischen Frankreich und Deutschland gesehen hätten. Doch in der Bevölkerung fand sich keine breite Unterstützung. Da die deutschen Truppen aufgrund der "entmilitarisierten Zone" (im Rheinland durften laut Versailler Vertrag keine Soldaten stationiert sein), hier nicht eingreifen konnten, bildeten sich Bürgerwehren, die die Separatisten schließlich besiegten.

Hitlers Putschversuch in München – November 1923

Im November 1923 versuchten rechte Kreise um Adolf Hitler und Erich Ludendorff die Macht an sich zu reißen. Der eine war Vorsitzender der NSDAP, der andere der völkisch gesinnte ehemalige General im Ersten Weltkrieg. Nach der Stürmung einer Versammlung war für den 9. November ein Marsch auf Berlin geplant. Dieser wurde durch die Polizei aufgehalten und beendet. 20 Menschen starben.

Blutmai in Berlin – Mai 1929

Anfang Mai kam es in Berlin zu den Mai-Unruhen. Der 1. Mai war seit 1890 der Tag der Arbeit bzw. der "Kampftag der Arbeiterbewegung", zu dem ihn die Arbeiterparteien ausgerufen hatten. Seitdem trafen sich Arbeiter an diesem Tag und demonstrierten für mehr Rechte. In Deutschland waren Demonstrationen unter freiem Himmel am 1. Mai schon seit 1924 verboten worden. Ende 1928 wurde generell ein Demonstrationsverbot verhängt, nachdem es in Berlin zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Kommunisten und Nationalsozialisten gekommen war.

Die KPD rief 1929 dennoch zur Maikundgebung auf und behauptete, das Verbot sei aufgehoben worden. Die Polizei ging mit Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor, dann sogar mit Maschinengewehren und gepanzerten Fahrzeugen, obwohl die Aufständischen keinen Gebrauch von Schusswaffen machten. Die Situation spitzte sich immer mehr zu, es gab mehr als 30 Tote und viele Verletzte. Erst nach ein paar Tagen ließen die Unruhen nach. Der Rote Frontkämpferbund wurde verboten.


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