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10. - 16. 7. 1958

V. Parteitag der SED

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V. Parteitag der SED 1958
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Die Zehn Gebote für den neuen sozialistischen Menschen

Vom 10. bis 16. Juli 1958 fand der V. Parteitag der SED statt.

Ziele

Nachdem durch die wirtschaftliche Krise und die Ereignisse des 17. Juni ab 1953 der "Aufbau des Sozialismus" zurückgestellt worden war, wurde nun verkündet, dass dieser nun wieder verstärkt betrieben werden solle. Der "Sieg der sozialistischen Produktionsverhältnisse" wurde als Hauptaufgabe aller Parteien und Massenorganisationen festgelegt.

Als Ziel formulierte man, den Lebensstandard der Bundesrepublik bis 1961 übertreffen zu wollen. Dafür wurde auch ein neuer Siebenjahresplan verabschiedet, der von 1959 bis 1966 gelten sollte. Damit brach man den bisherigen (insgesamt zweiten) Fünfjahresplan (1956-1960) ab.

Für die Kulturpolitik stellte Ulbricht die Forderung: "In Staat und Wirtschaft ist die Arbeiterklasse der DDR bereits Herr. Jetzt muss sie auch die Höhen der Kultur stürmen und von ihnen Besitz ergreifen." Die Verknüpfung der Arbeiterschaft mit der Literaturproduktion wurde im April 1959 auf der Ersten Bitterfelder Konferenz als Bitterfelder Weg bekannt.

Zehn Gebote

Walter Ulbricht verkündete außerdem die "Zehn Gebote der sozialistischen Moral und Ethik". Hierin wurden die politischen Pflichten jedes DDR-Bürgers zusammengefasst. Manchmal werden sie auch "Zehn Gebote für den neuen sozialistischen Menschen" genannt. Kirchliche Traditionen sollten mit diesen Geboten durch sozialistische Vorstellungen ersetzt werden. Die Gebote wurden nun häufig bei Jugendweihen verlesen. Ab 1963 (bis 1976) standen die Gebote auch im Parteiprogramm der SED.

Die Gebote lauteten:

"1. Du sollst Dich stets für die internationale Solidarität der Arbeiterklasse und aller Werktätigen sowie für die unverbrüchliche Verbundenheit aller sozialistischen Länder einsetzen.
2. Du sollst Dein Vaterland lieben und stets bereit sein, Deine ganze Kraft und Fähigkeit für die Verteidigung der Arbeiter-und-Bauern-Macht einzusetzen.
3. Du sollst helfen, die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen zu beseitigen.
4. Du sollst gute Taten für den Sozialismus vollbringen, denn der Sozialismus führt zu einem besseren Leben für alle Werktätigen.
5. Du sollst beim Aufbau des Sozialismus im Geiste der gegenseitigen Hilfe und der kameradschaftlichen Zusammenarbeit handeln, das Kollektiv achten und seine Kritik beherzigen.
6. Du sollst das Volkseigentum schützen und mehren.
7. Du sollst stets nach Verbesserung Deiner Leistung streben, sparsam sein und die sozialistische Arbeitsdisziplin festigen.
8. Du sollst Deine Kinder im Geiste des Friedens und des Sozialismus zu allseitig gebildeten, charakterfesten und körperlich gestählten Menschen erziehen.
9. Du sollst sauber und anständig leben und Deine Familie achten.
10. Du sollst Solidarität mit den um nationale Befreiung kämpfenden und den ihre nationale Unabhängigkeit verteidigenden Völkern üben."


 
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