Zeitstrahl - Jahr 1950

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1950

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    ulbricht
    Walter Ulbricht wird einer der wichtigsten Politiker der DDR. [ © Bundesarchiv, Bild 183-08618-0005 / Sturm, Horst / CC BY-SA 3.0 ]

    Zeitstrahl: Was war los im Jahr 1950?

    Im Jahr 1950 war Deutschland bereits zweigeteilt. Es gab die BRD und die DDR.

    Am 13. Juli 1950 trat die BRD dem Europarat bei. Dieser war 1949 neu gegründet worden. Damals bestand er noch aus zehn europäischen Ländern. Sie hatten in Straßburg beschlossen, das "gemeinsame europäische Erbe zu bewahren". Man wollte aber auch wirtschaftlich zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen. Die Bundesrepublik durfte zwar bereits 1949 beitreten, war aber noch kein vollwertiges Mitglied. Denn die Alliierten entschieden in wichtigen Fragen noch für die BRD. Doch 1950 wurde die BRD zum vollwertigen Mitglied ernannt. Auch heute noch setzt sich der Europarat für Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit ein.

    Was passierte 1950 in der DDR?

    In der DDR war im Jahr 1950 ganz schön viel los. Zum Beispiel fand von 20. bis zum 22. Juli 1950 der dritte Parteitag der SED statt. Die SED orientierte sich ab diesem Zeitpunkt ganz am sowjetischen Vorbild. Die Partei wurde stalinistisch umgeformt. Das bedeutet, dass sich die Politik an den Vorgaben des sowjetischen Politikers und späteren Diktators Joseph Stalin ausrichtete.

    Den bisherigen Parteivorstand ersetzte man durch das Zentralkomitee. Das war das wichigste politische Amt in der Partei SED. Zum Zentralkomitee gehörten bis zu 120 Mitglieder. Auf dem Parteitag wurde aber auch beschlossen, mit dem Aufbau des planmäßigen Sozialismus zu beginnen. Was das ist, erfährst du auf dem Zeitstrahl. Außerdem legte man einen Fünfjahresplan fest. Das war eine langfristige Wirtschaftsplanung mit konkreten Zielen.

    Walter Ulbricht wird Generalsekretär des Zentralkommitees

    Am 25. Juli 1950 wird Walter Ulbricht zum Generalsekretär des ZK ernannt. Damit werden die Parteivorsitzenden der SED durch einen Generalsekretär ersetzt. Ulbricht wird ein mächtiger Mann in der DDR. Ulbricht setzte zum Beispiel den Aufbau des Sozialismus durch, verantwortet den Bau der Berliner Mauer ab 1961 und versucht die Wirtschaft ab 1963 anzukurbeln.

    Die DDR und der RGW

    Am 29. September 1950 tritt die DDR dem Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe (RGW) sozialistischen Staaten  bei. Ziel war es, dass die wirtschaftlich stärkeren sozialistischen Ländern den wirtschaftlich schwächeren helfen sollten. Die DDR gehörte zu den wirtschaftlich starken Ländern. Jedes Land sollte eine eigene Spezialwirtschaft haben. Damit sollte man sich dann gegenseitig gut ergänzen. Damit wurden die Staaten aber auch abhängig voneinander.

    Was geschah noch im Jahr 1950?

    Am 15. Oktober 1950 fand in der DDR die erste Volkskammerwahl statt. Erstmals darf die Bevölkerung der DDR selbstständig wählen. Doch zur Wahl steht nur die Einheitsliste der Nationalen Front. Darauf stand die herrschende Partei SED und die so genannten Blockparteien, die die SED unterstützen. Die Bürgerinnen und Bürger sagten nur "ja" oder "nein" zu dieser Einheitsliste. Es handelte sich also nicht um eine freie, demokratische Wahl.

    Die Politik der Bundesregierung unter Konrad Adenauer zielte auf eine Westintegration ab. Das heißt, dass sich die BRD am westlichen Europa und den USA orientierte. Man spricht auch von Westbindung. Dies geschah bis 1955 politisch, militärisch und wirtschaftlich. Das sah die DDR nicht gerne. Am 30. November 1950 schlug die DDR vor, es solle unter dem Motto "Deutsche an einen Tisch" einen "Gesamtdeutschen Konstituierenden Rat" geben. Dort sollten Vertreter der BRD und der DDR zusammenkommen. Dort sollte über eine Wiedervereinigung der beiden Länder verhandelt werden. 1951 wurde dieser Vorschlag von der BRD abgelehnt.