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Juni 1984

Flüchtlinge in der Ständigen Vertretung

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Ständige Vertretung der Bundesrepublik in der DDR in der Hannoverschen Straße 28 von Berlin (Foto vom 25. Juni 1974)
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Erich Honecker im Gespräch mit dem Leiter der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik, Dr. Hans Otto Bräutigam, beim Neujahrsempfang im Februar 1984.

Schon im Januar war es sechs DDR-Bürgern gelungen, aus der Botschaft der USA die Ausreise zu erzwingen. Es war das erste Mal, dass ein solches Ereignis in den Medien bekannt wurde. Und es spornte andere an...

Zuflucht in der Vertretung

Mehr und mehr DDR-Bürger hatten schon kurz danach Zuflucht in der Ständigen Vertretung der Bundesrepublik in Ost-Berlin gesucht. Sie wollten von dort ihre Ausreise erzwingen. Leiter der Vertretung war zu diesem Zeitpunkt (1982-1989) Hans Otto Bräutigam. Als das Gebäude mit 55 DDR-Bürgern schon völlig überfüllt war, ließ er es am 26. Juni 1984 schließen. Irgendeine Lösung musste her.

Katastrophale Zustände

Es herrschten katastrophale Zustände. Die Flüchtlinge schliefen auf engstem Raum auf Matratzen, es gab zu wenig Toiletten und nur zwei Duschen. Doch die DDR wollte nicht zu früh nachgeben. Man wollte eine abschreckende Wirkung erzielen und zeigen: So ergeht es Fluchtwilligen in den Botschaften - wie in einem Gefängnis.

Der Kompromiss

Nach schwierigen Verhandlungen fand man schließlich einen Kompromiss: Die DDR-Bürger mussten die Vertretung verlassen, ihnen wurden im Gegenzug aber Straffreiheit und eine schnelle Bearbeitung ihrer Ausreiseanträge zugesichert. Tatsächlich durften alle Besetzer nach und nach in die Bundesrepublik ausreisen. Am 31. Juli 1984 wurde die Vertretung aber wieder eröffnet. Man hatte die Sicherheitsmaßnahmen verstärkt und z. B. das Treppenhaus vergittert.

Botschaft als Zufluchtsort - auch weiterhin

Botschaften blieben jedoch ein wichtiger Zufluchtsort für ausreisewillige DDR-Bürger. So besetzten noch im gleichen Jahr 150 Personen die Prager Botschaft. Ab 1988 brach sich der Druck der Ausreisewilligen Bahn in bis dahin unbekanntem Ausmaß. 1700 Menschen besetzten bis Mitte Juli 1989 Botschaften, 1989 waren es allein in Prag schließlich mehr als 8000 DDR-Bürger.


 
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