Einbürgerung Hitlers

25.02.1932

War Hitler Deutscher?

Adolf Hitler wurde in Österreich geboren. Er war daher Österreicher. Nach dem Putschversuch 1923 hätte man ihn darum nach Österreich ausweisen können, das geschah jedoch nicht. Während er noch in Haft saß, versuchte man dann jedoch 1924 in Bayern, ihn auszuweisen nach Österreich.

Bayern fragte darum wegen einer Abschiebung Hitlers in Österreich an. Dort lehnte man die Aufnahme Hitlers aber ab, da er seit mehr als zehn Jahren in Deutschland wohne. Am 7. April 1925 bat Hitler dann selbst um die Entlassung aus der österreichischen Staatsbürgerschaft. Er brachte als Gründe vor, dass er seit 1913 in München lebe, im Ersten Weltkrieg als Soldat für Deutschland gedient hätte und sein Betreten von Österreich als unerwünscht galt. Darum wolle er nun die deutsche Staatsbürgerschaft erwerben. So wurde er am 30. April 1925 aus der österreichischen Staatsbürgerschaft entlassen. Hitler war seitdem staatenlos.

Wie erhielt Hitler die deutsche Staatsbürgerschaft?

Seit 1925 gb es mehrere Versuche, Hitler zu einem deutschen Staatsbürger zu machen. Dafür musste er von einem der Gliedstaaten der Weimarer Republik eingebürgert werden. Eine einheitliche deutsche Staatsangehörigkeit wurde nämlich erst 1934 geschaffen.

Alle Einbürgerungsversuche aber scheiterten zunächst. So gab es mehrere Versuche der Einbürgerung in Thüringen, einen in Bayern und mehrere im Freistaat Braunschweig. Für Hitler selbst und seine Anhänger in der NSDAP war es wichtig, dass er Deutscher wurde, da er sich ja als "Führer der Deutschen" sah. Zudem wurde es 1932 immer dringender, da Hitler in der Wahl zum Reichspräsidenten antreten wollte. Das ging aber nur mit der deutschen Staatsbürgerschaft.

Der einfachste Weg zur Einbürgerung führte darüber, Hitler eine Stelle als Beamter zu verschaffen. Damit würde er automatisch Deutscher werden. Doch immer wieder kam es zur Ablehnung, obwohl die Nationalsozialisten versuchten, ihre Bemühungen geheim zu halten. Man versuchte, ihn als Gendarmerieprofessor, als Hochschullehrer und Bürgermeister anzustellen. Offensichtlich waren dies nur scheinbare Amtsübertragungen, wie nicht unbemerkt blieb.

Einbürgerung Hitlers in Braunschweig

Schließlich gelang es dem Freistaat Braunschweig, wo die Nationalsozialisten in einer Koalition mitregierten, Adolf Hitler einzubürgern. Man ernannte Hitler zum Regierungsrat, der bei der braunschweigischen Gesandtschaft in Berlin arbeiten sollte.

Erneute Vermutungen, dass Hitler die Stelle gar nicht antreten würde, wurden heftigst zurückgewiesen. Doch genauso kam es natürlich. Hitler beantragte schon am 28. Februar 1932 Urlaub für den Wahlkampf, im Oktober drauf dann unbefristeten Urlaub. Er nahm seine Tätigkeit als Regierungsrat nie auf.
 

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