Fernsehen: 3 Programme, Testbild, Ansagerin – und endlich Farbe!

Entwicklung und Geschichte des Fernsehens in den 60er Jahren

Während das Fernsehen in den 50er Jahren noch ein Nischendasein fristete, wurde es in den 60er Jahren zum meist genutzten Medium.

1961 besaßen erst fünf Millionen Haushalte einen Fernseher. 1971 gab es dann schon 16 Millionen Fernseher. 1975 waren schließlich 93 Prozent der deutschen Haushalte mit einem Fernseher ausgestattet.
 

Erst ein Programm, dann zwei, dann drei

Bis März 1963 gab es übrigens nur ein einziges Programm: die ARD! Gegründet worden war sie 1950. ARD ist die Abkürzung für Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland.

Gesendet wurde ab 17 Uhr, nach 18 Uhr wurde das jeweilige Regionalprogramm ausgestrahlt. Um 20 Uhr begann das Abendprogramm mit der Tagesschau. Sendeschluss war gegen 23.30 Uhr.

Am 1. April 1963 kam dann das Zweite Deutsche Fernsehen dazu, das ZDF. Es sendete aus Mainz. Einen Tag später waren auch schon die Mainzelmännchen zu sehen. Auch das ZDF sendete zwischen 17 Uhr und Mitternacht.

Schließlich kamen die Dritten Programme hinzu: im September 1964 das bayerische, alle weiteren bis 1969. Sie setzten auf Bildung und Regionalprogramme.
 

Farbfernsehen ab 1967

Eine Sensation war dann die Umstellung auf das Farbfernsehen 1967. Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von West-Berlin, startete es mit einem Knopfdruck auf der Internationalen Funkausstellung. Er wünschte "viele friedlichfarbige und spannendfarbige Ereignisse".
 

Testbild im TV

Nach Sendeschluss wurde ein Testbild im TV gesendet, unterlegt von einem Testton. Die Qualität der Bilder konnte daran getestet werden. Schließlich musste man damals noch eine Antenne hin und her drehen, bis man einen guten Empfang und kein Schneegestöber auf dem Bildschirm hatte!

Um die schärfste Einstellung zu finden, konnte man also das Testbild nutzen. Das Testbild war ein paar Minuten lang zu sehen und erschien dann wieder am Vormittag. Zunächst gab es in den sechziger Jahren ein Schwarz-Weiß-Testbild, dann mit dem Farbfernsehen ein farbiges.
 

Programmansager

Nicht nur das Testbild gibt es heute nicht mehr, verschwunden sind auch die Programmansager. Vor einem Film wurde nämlich angesagt, welches Programm nun folgen würde.
 

Zonengrenzsender

Das Fernsehen aus dem Westen wurde auch in weiten Teilen der DDR empfangen. Das war durchaus gewollt. In der Nähe der Zonengrenze gab es extra starke Sender, die das Programm gen Osten sandten. In den 60er Jahren wurde von diesen Sendern am Vormittag ein spezielles Zonengrenzprogramm ausgestrahlt, das nur in der DDR zu empfangen war.
 

Zur technischen Entwicklung erfährst du mehr unter: Fernseher: In die Röhre gucken.