Griechenland: Militärdiktatur

Von der Monarchie zur Diktatur in Griechenland

Zwischen April 1967 und Juli 1974 gab es in Griechenland eine Militärdiktatur. Es war eine rechtsextreme und nationalistische Diktatur unter Führung des Militärs. In Griechenland spricht man auch von der Junta. Wie kam es dazu?

Der Griechische Bürgerkrieg (1946-1949) zwischen Kommunisten und Anhängern der Monarchie (Royalisten) hatte mit einem Sieg für die Monarchie geendet. König wurde Paul I., Sohn von Konstantin I., der von 1913 bis 1917 und von 1920 bis 1922 König von Griechenland gewesen war.

Paul I. von Griechenland blieb bis zu seinem Tod 1964 auf dem griechischen Thron, dann folgte ihm sein 23-jähriger Sohn Konstantin. Der wurde als Konstantin II. von Griechenland der letzte König der Griechen.
 

Georgios Papandreou und König Konstantin von Griechenland

Ministerpräsident war seit 1963 Georgios Papandreou. Seine von ihm 1961 neu gegründete Partei EK, politisch in der Mitte stehend, hatte die Wahlen gewonnen. Papandreou setzte auf Reformen und eine Liberalisierung.

Papandreou und König Konstantin von Griechenland standen von Beginn an in Konflikt. Konstantin fühlte sich als Opfer einer Verschwörung gegen sich und fürchtete um seine Macht. Papandreou forderte Neuwahlen, Konstantin war dagegen, weil er einen hohen Wahlsieg Papandreous fürchtete. Konstantin zwang Papandreou 1965 zum Rücktritt. Er berief eine Regierung nach seinem Wunsch, die aber vom Parlament nicht betätigt wurde.
 

Der Putsch und die Militärdiktatur in Griechenland

Kurz vor dann doch angesetzten Neuwahlen putschte das Militär am 21. April 1967. Sie fürchteten einen Wahlsieg der Sozialisten. Rechte Offiziere unter der Führung von Georgios Papadopoulos ergriffen im sogenannten Obristenputsch die Macht und errichteten eine Militärdiktatur in Griechenland.

Mehr als 10.000 Menschen wurden noch am gleichen Tag verhaftet. Auch in den folgenden Jahren wurde jede Opposition, vor allem von linker Seite, unterdrückt.

Menschen wurden verhaftet, gefoltert, ermordet oder ins Exil getrieben. Die Presse wurde zensiert, alle Organisationen der Militärregierung unterstellt.

Konstantin II. war schon 1967 geflohen, aber formal blieb er bis 1973 das Staatsoberhaupt Griechenlands. Im Juni 1973 schaffte die Militärjunta unter Papadopoulos die Monarchie ab. Konstantin war damit der letzte König von Griechenland.
 

Das Ende der Diktatur in Griechenland

Am 17. November 1973 wurde ein Studentenaufstand brutal niedergeschlagen. Als auch noch eine angestrebte Vereinigung mit der Republik Zypern scheiterte und dort türkische Truppen einmarschierten (siehe dazu: Zypern), zeigte sich die Schwächung der Diktatur.

Unter dem Ministerpräsidenten Konstantin Karamanlis kehrte Griechenland 1974 zur Demokratie zurück. Eine Volksabstimmung sprach sich klar für die Republik und gegen die Monarchie aus.
 

Wende unter Konstantin Karamanlis: Rückkehr zur Demokratie

Konstantin Karamanlis leitete Griechenland zurück zur Demokratie. Er gründete die liberal-konservative Partei Nea Dimokratia. Ebenfalls 1974 wurde die sozialdemokratische Partei PASOK gegründet.

Es gab freie Wahlen und eine neue Verfassung. 1981 wurde das Land in die EWG (Europäische Wirtschaftsgemeinschaft) aufgenommen.