Iran: Weiße Revolution und Islamische Revolution

Iranische Revolution und Islamische Revolution

Seit 1941 herrschte im Iran Mohammad Reza Khan Pahlavi. Er war der Schah von Persien.
 

Weiße Revolution

Ab 1963 leitete der Schah von Persien zahlreiche Reformen ein. Die Einnahmen durch Ölförderung stiegen und so erfolgte eine Industrialisierung des Landes. Der Iran wurde ein aufstrebender Industriestaat.

Eine Bodenreform verteilte das Land neu von den Großgrundbesitzern an die Bauern. Gesellschaftlich versuchte der Schah, das Land zu modernisieren. Die Rechte von Frauen sollten gestärkt werden, z. B. erhielten Frauen 1963 das Wahlrecht.

Auch auf den Gebieten der Bildung und Gesundheit wurde viel getan. Insgesamt näherte sich der Iran damit dem Westen an.

Dennoch herrschte nach wie vor keine Demokratie, es gab zahlreiche Menschenrechtsverletzungen. Mit dem Geheimdienst SAVAK ließ er jegliche Opposition überwachen. Kriktiker des Regimes wurden verhaftet, verhört und gefoltert. Wer in Terroraktivitäten verwickelt war, wurde hingerichtet.

Wegen dieser Menschenrechtsverstöße wurde auch in der Bundesrepublik heftig demonstriert, als der Schah 1967 zum Staatsbesuch in Berlin weilte. Der Schah setzte die Armee und seinen Geheimdienst ein, um sich auch gegen Widerstand durchzusetzen.
 

Widerstand im Land - Verbannung von Ajatollah Khomeini 1964

Die geplanten Reformen des Schahs riefen in bestimmten Gruppen heftigen Widerstand hervor. Im Iran gehören die meisten Muslime der Konfession der Schiiten an.

Ihr geistlichen Führer war Ajatollah Khomeini. Manchmal wird er auch Ruhollah Chomeini genannt. Ein Ajatollah ist der höchste geistliche Führer bei einem Teil der Schiiten, die wiederum eine Richtung im Islam darstellt.

Khomeini sprach sich gegen die Reformen aus, insbesondere gegen die Bodenreform und die Rechte der Frauen.

Natürlich waren auch die Großgrundbesitzer dagegen, dass man ihnen Land wegnahm. Khomeini wurde verhaftet, der Widerstand blutig niedergeschlagen. 1964 wurde er verbannt und in die Türkei ausgeflogen. 1965 siedelte er in den Irak über, 1978 nach Frankreich.
 

Öffnung des politischen Raums

1977 wollte der Schah einen "offenen politischen Raum" schaffen. Das Land sollte demokratisch werden. 1978 sollte die Zensur abgeschafft werden, demokratische Parteien sollten zugelassen werden und 1979 freie Wahlen stattfinden.
 

Widerstand geht weiter - Schwarzer Freitag

Die neue liberale Politik des Schahs fachte den Widerstand erneut an. Seine schiitischen Gegner organisierten zahlreiche Demonstrationen und forderten die Rückkehr des Ajatollah aus dem Exil.

Am 8. September 1978 kam es zu weiteren Demonstrationen der Khomeini-Anhänger. Regierungstruppen traten ihnen entgegen. Bei einem Schusswechsel starben 64 Menschen. Der Tag ging als Schwarzer Freitag in die Geschichte des Iran ein.

Zusätzlich gab es sowohl von fundamentalistischen Islamisten als auch von einer linken Guerillabewegung erheblichen Widerstand. Auf den Schah wurden mehrere Attentate verübt, die er überlebte.
 

Rückkehr von Khomeini - Islamische Revolution

Am 16. Januar 1979 verließ der Schah aufgrund der großen Unruhen im Land den Iran. Für ihn begann eine Irrfahrt durch verschiedene Länder.

Am 1. Februar kehrte Khomeini aus dem Exil zurück. Die Islamische Revolution begann. Durch sie wurde der Iran zu einer Islamischen Republik. Der Islam ist als Staatsreligion in der Verfassung verankert.

Khomeini hielt seine Herrschaft mit Unterdrückung jeder Gegnerschaft sowie durch Terror und Massenhinrichtungen aufrecht. Nicht-Muslime und Regimegegner wurden verfolgt. Die Pressezensur wurde wieder eingeführt, Parteien verboten, die Universitäten geschlossen.

Für Frauen (auch nicht-muslimische) wurde das Tragen des Tschador Pflicht. Khomeinis Politik richtete sich zudem gegen den Westen, insbesondere gegen die USA.
 

Geiselnahme von Teheran

Am 4. November 1979 wurde die amerikanische Botschaft in Teheran besetzt und 52 Diplomaten als Geiseln genommen (bis Januar 1981), nachdem sich der Schah zu diesem Zeitpunkt in die USA begeben hatte, um seine Krebserkrankung behandeln zu lassen.

Khomeinis Anhänger forderten die Auslieferung des Schahs. Dem wurde nicht nachgegeben und der Schah starb schließlich 1980 in Ägypten.
 

Erster Golfkrieg

1980 bis 1988 befand sich der Iran mit dem Irak im Krieg (Erster Golfkrieg).


Blick zurück

Seit 1925 war Reza Khan Schah von Persien. Seit 1935 wurde das Land auch in Europa und Asien als Iran bezeichnet, so wie es im Land selbst üblich war. 1936 wurde das Tragen des Schleiers verboten.

1941 musste Reza Khan unter dem Druck der Alliierten abdanken. Sein Sohn Mohammad Reza Khan Pahlavi wurde der neue Schah. Er machte viele Neuerungen seines Vaters rückgängig.


Blick voraus

Khomeini starb am 3. Juni 1989. Die Islamische Republik besteht nach wie vor. Sein Nachfolger wurde Ali Chamenei.