Die Gaswagen
Gaswagen: Gaskammern auf Rädern

Bevor die Nationalsozialisten viele Menschen in stationären Gaskammern ermordeten, setzten sie auch sogenannte Gaswagen ein. Das waren umgebaute Lastwagen. Ihr Innenraum war abgedichtet. Die Abgase des Motors wurden in den geschlossenen Laderaum geleitet. Die Menschen, die dort eingesperrt waren, starben an Kohlenmonoxid. Gaswagen waren deshalb eine Art Gaskammer auf Rädern.
Erste Versuche an kranken und behinderten Menschen
Die Nationalsozialisten ermordeten schon vor und während des Holocaust Menschen mit Krankheiten oder Behinderungen. Diese Morde werden oft mit dem Begriff „Aktion T4“ verbunden. In den Tötungsanstalten der „Aktion T4“ wurden viele Menschen mit Kohlenmonoxid in stationären Gaskammern ermordet. Gaswagen wurden außerdem an psychisch kranken und behinderten Menschen erprobt, zum Beispiel im besetzten Polen.
Die Täter wollten eine Methode finden, mit der sie viele Menschen töten konnten, ohne sie erschießen zu müssen. Heinrich Himmler und andere führende Nationalsozialisten unterstützten den Einsatz solcher Mordmethoden.
Was ist Kohlenmonoxid?
Kohlenmonoxid ist ein giftiges Gas. Man kann es nicht sehen und nicht riechen. Es entsteht zum Beispiel bei der Verbrennung von Benzin, Holz oder Kohle. In Gaswagen nutzten die Nationalsozialisten Kohlenmonoxid aus Motorabgasen, um Menschen zu ermorden. Das zeigt, wie planmäßig sie ihre Verbrechen vorbereiteten.
Einsatz im Osten Europas
Nach dem deutschen Überfall auf die Sowjetunion im Juni 1941 ermordeten sogenannte Einsatzgruppen der SS, der Polizei und des Sicherheitsdienstes viele Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie andere verfolgte Menschen. Anfangs geschah dies häufig durch Massenerschießungen. Später wurden auch Gaswagen eingesetzt.
Besonders bekannt ist der Einsatz von Gaswagen im Vernichtungslager Chełmno — auf Deutsch: Kulmhof — im besetzten Polen. Dort wurden ab Ende 1941 vor allem jüdische Menschen und auch Roma in Gaswagen ermordet. Chełmno war eines der ersten Vernichtungslager, in dem die Nationalsozialisten Menschen systematisch mit Gas töteten.
Später errichtete die SS weitere Vernichtungslager. Dort wurden die meisten deportierten Jüdinnen und Juden in stationären Gaskammern ermordet, etwa in Auschwitz-Birkenau, Treblinka, Sobibór und Bełżec.
Fragen bitte ...
Was waren Gaswagen im Nationalsozialismus?
Gaswagen waren umgebaute Lastwagen, die die Nationalsozialisten als Mordmittel einsetzten.
Wie funktionierten Gaswagen im Holocaust?
Die Täter leiteten giftige Motorabgase mit Kohlenmonoxid in den geschlossenen Laderaum. Die eingesperrten Menschen starben daran.
Wurden Gaswagen bei der Aktion T4 eingesetzt?
Diese Mordmethode wurde auch an kranken und behinderten Menschen erprobt. Bei der Aktion T4 wurden viele Menschen vor allem in stationären Gaskammern ermordet.
Was ist der Unterschied zwischen Gaswagen und Gaskammern?
Gaswagen waren bewegliche Mordstätten in umgebauten Lastwagen. Gaskammern waren feste Räume in Tötungsanstalten oder Vernichtungslagern.
Wurde Zyklon B in Gaswagen verwendet?
Nein. In Gaswagen wurde vor allem Kohlenmonoxid aus Motorabgasen verwendet. Zyklon B wurde in stationären Gaskammern eingesetzt, besonders in Auschwitz-Birkenau.

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