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24.1.1966

Starfighter-Affäre

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Vier Jagdflugzeuge F-104 "Starfighter" des Jagdgeschwader 74 "Mölders" im Flug über den Kochelsee. Juni 1965.

Vorgeschichte:

Auf der Suche nach einem geeigneten Kampfflugzeug für die Luftwaffe standen 1957 mehrere Typen zur Auswahl, darunter die französische "Mirage". Generalleutnant Kammhuber und der Jagdflieger Krupinski, der Testflüge durchgeführt hatte, sprachen sich für den "Starfighter" der amerikanischen Firma Lockheed aus. Andere Experten rieten jedoch vom Kauf dieses Flugzeugtyps ab. Verteidigungsminister Franz Josef Strauß bestellte ihn dennoch. Die amerikanische Version des Starfighters wurde den bundesdeutschen Anforderungen angepasst, wodurch sich der Flugzeugtyp grundlegend änderte.
In den folgenden Jahren traten immer wieder technische Probleme am Starfighter auf. Vor allem 1965 gab es viele Unfälle. 26 Flugzeuge stürzten allein in diesem Jahr ab und 15 Piloten kamen ums Leben.

Abstürze

Am 12. Januar 1966 berichtete der Inspekteur der Luftwaffe Panitzki vor dem Verteidigungsausschuss des Bundestages von den Abstürzen. Daraufhin wurde eine Untersuchung eingeleitet. Die Sicherheit des Flugzeugs sollte untersucht werden. Die Bevölkerung protestierte gegen den weiteren Einsatz des Flugzeugs. Die Presse nannte das Flugzeug "Witwenmacher" und "fliegender Sarg".

Aufdeckung des Skandals

Am 24. Januar berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel" über die "Starfighter-Affäre". So wurde bekannt, dass der Vertrag mit Lockheed Bedingungen enthielt, die den deutschen Steuerzahler viel Geld kosteten. Bei Lockheed herrschten zudem katastrophale Produktionsbedingungen, die Elektronik war nicht ausgereift und es herrschte großer Mangel an qualifiziertem Wartungspersonal. Experten hatten gewarnt.

Strauß, als Befürworter von Atomwaffen, hatte aber unbedingt ein Flugzeug haben wollen, das Atomwaffen über eine weite Strecke transportieren konnte. Die Franzosen waren dazu nicht bereit gewesen, die Amerikaner aber hatten versprochen, im Ernstfall solche Atomwaffen zur Verfügung zu stellen. Strauß weitete den Kauf 1960 von den ursprünglich 250 bestellten Flugzeugen noch auf 700 aus, obwohl der deutsche Typ noch nicht erprobt war.

Hinzu kam, dass die Firma Lockheed offensichtlich Schmiergelder bezahlt hatte, zum Beispiel an Japan, um ihr Flugzeug zu verkaufen. So kam natürlich die Frage auf, ob Strauß auch Geld angenommen habe und somit Bestechung vorliege. Dies konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Erst 1976 gab es mehrere Aussagen, nach denen Strauß und andere Beteiligte hohe Summen an Bestechungsgeldern erhalten hätten. Der Bestechungsskandal um Lockheed wurde nun erst in vollem Umfang bekannt.

Durch den Kauf des offenbar nicht ausgereiften Flugzeugtyps waren natürlich auch hohe Summen verschleudert worden. Immerhin kostet ein Starfighter 6 Millionen Mark.


 
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