Anti-Vietnam-Demonstration in Berlin

05.02.1966

Proteste gegen den Vietnamkrieg

Der Beginn der Studentenbewegung liegt vielleicht schon an diesem Tag im Jahr 1966. Am 5. Februar 1966 wurde nämlich in Berlin gegen den Vietnamkrieg demonstriert und erstmals kam es zu Ausschreitungen. Sie fielen allerdings noch recht harmlos aus.

Aufgerufen zur Demonstration hatte der SDS, der "Sozialistische deutsche Studentenbund", der in der kommenden Studentenbewegung noch eine große Rolle spielte.
 

Demonstration in Berlin

Nach einem friedlichen Protestmarsch vom Steinplatz zum Amerika-Haus und zurück zog es einen harten Kern der 500 bis 1000 Demonstranten wieder zum Amerika-Haus. Man drängte zum Eingang, einige bewarfen die Fassade mit Eiern, die amerikanische Flagge wurde auf Halbmast gebracht. Die Polizei schlug zurück und setzte Gummiknüppel ein.

Das Amerika-Haus war ein Kulturzentrum der USA, das den deutschen Bürgern die amerikanische Kultur näher bringen sollte. Die USA aber führten den Vietnamkrieg. Somit erschien der Studentenbewegung das Amerika-Haus als Symbol für Amerika besonders geeignet.
 

Reaktionen auf die Vietnamkrieg-Proteste

Die Reaktion in der Bevölkerung und in den Medien wandte sich überwiegend gegen die Demonstranten. "Die Welt" nannte den Vorfall peinlich. Die USA galten vielen als Schutzmacht für die Bundesrepublik, als der große Verbündete.

Aus Protest gegen die anti-amerikanische Haltung fand zudem zwei Tage später eine Gegendemonstration statt. Die CDU und die Junge Union hatten diese organisiert. So begannen sich zwei Positionen zu formen.

Im Laufe des Jahres kam es zu weiteren Demonstrationen gegen den Vietnamkrieg.